Kages „Fantastische Wasserwelten“ sind erschienen Die Ästhetik des fast Unsichtbaren

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Mit „Mikrowelten“, „Insektenwelten“ und „Kristallwelten“ hat der Weißensteiner Mikrofotograf Manfred Kage bereits drei Bücher auf den Markt gebracht. Nun sind in „Kages fantastischer Reihe“ die „Wasserwelten“ erschienen.

Für sein viertes Buch ist Manfred Kage (vorne) „untergetaucht“. Allerdings  sind die „Fantastischen Wasserwelten“ ein Familienprojekt, an dem Ehefrau Christina, Tochter Ninja-Nadine und Schwiegersohn Oliver Gerstenberg (von links) mitgearbeitet haben. Foto: Rudel
Für sein viertes Buch ist Manfred Kage (vorne) „untergetaucht“. Allerdings sind die „Fantastischen Wasserwelten“ ein Familienprojekt, an dem Ehefrau Christina, Tochter Ninja-Nadine und Schwiegersohn Oliver Gerstenberg (von links) mitgearbeitet haben. Foto: Rudel

Lauterstein - Wer an Wassertiere denkt, dem fallen zunächst Fische, Delfine und Wale ein. Doch das kühle Nass, das die Quelle allen Lebens auf der Erde darstellt, ist die Heimat vieler weiterer Kreaturen und Organismen, von denen viele mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Dafür, dass die Ästhetik, die Kieselalgen und Foraminiferen, Glasschwämmen und Radiolarien, Haarsternen und Zylinderrosen zu eigen ist, dennoch genossen werden kann, dafür sorgt Professor Manfred Kage seit mehr als 50 Jahren.

Der 78-Jährige betreibt zusammen mit seiner Ehefrau Christina, seiner Tochter Ninja-Nadine und seinem Schwiegersohn Oliver Gerstenberg das Institut für wissenschaftliche Fotografie, das im Weißensteiner Schloss im kleinen Städtchen Lauterstein zu Hause ist. Winzigkeiten aller Art haben es den Kages angetan – und sie bringen das Kleine groß heraus. Nachdem „Kages fantastische Wasserwelten“ bereits zur jüngsten Buchmesse in Leipzig offiziell erschienen war, wurde das 96-seitige Werk jetzt an seiner Entstehungsstätte noch einmal öffentlich vorgestellt.

Neues Schlosscafé und multimediale Lesung

Sponsoren und Geschäftspartner, aber auch Freunde der Familie, Behördenvertreter und Künstler nahmen den steilen Fußweg hinauf aufs Schloss in Angriff, um in eine Welt einzutauchen, die es für gewöhnlich nicht zu sehen gibt. Empfangen wurden die Gäste im hübsch eingerichteten Schlosscafé, das künftig bei Führungen den Besuchern einen gemütlichen Ausklang ermöglichen soll. „Wir nutzen die heutige Buchpräsentation, um die frisch renovierten Räume gleich mit einzuweihen“, erklärte Ninja-Nadine Kage.

Die „Wasserwelten“, die nach den „Mikrowelten“, den „Insektenwelten“ und den „Kristallwelten“ das vierte Buch in „Kages fantastischer Reihe“ sind, bekam das Publikum aber auch danach noch nicht in die Hand. Vielmehr wurde die „Lesung“ multimedial – und mit sphärischer Musik unterlegt – durchgeführt. Beeindruckende Mikro- und Makroaufnahmen ließen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst verschwimmen. Bizarre Formen und Farben zogen die Beobachter wechselweise in die Tiefen der Meere oder an die Oberfläche von Bächen und Seen.

„Die Verbindung von Ästethik und Wissenschaft hat mich an der Natur im Allgemeinen und an der Mikrofotografie im Besonderen schon immer fasziniert“, sagte Manfred Kage, der sein erstes Mikroskop im Jahr 1947 aus einem alten Zeiss-Objektiv und zahlreichen skurrilen Bestandteilen, wie etwa einem Fahrradlenker, selbst gebaut hat. Seitdem hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Für sein Lebenswerk, das in der Szene den Titel „Science-Art“ verpasst bekommen hat, wurde Kage 2012 mit dem Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie ausgezeichnet.

Mikrofotografie als Familienunternehmen

Dass das Virus Mikrofotografie längst auf die anderen Familienmitglieder übergesprungen ist, wird bei einem Blick in das Buch, aber auch bei einem Rundgang durch das Schloss deutlich. In dem kleinen Familienunternehmen sind die Zuständigkeiten dabei klar verteilt. Christina Kage ist vor allem für die Texte zuständig. Ninja-Nadine Kage übernimmt die Bearbeitung der Fotos, gestaltet und schneidet, zusammen mit ihrer Mutter, Videofilme und führt durch die Ausstellungsräume. Oliver Gerstenberg zeichnet für die Mediengestaltung und für die Präsentationen verantwortlich.

Dass die Mikrofotografie aber keineswegs nur ein Fall für ausgewiesene Spezialisten ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich „Kages fantastische Reihe“, die der Manuela Kinzel Verlag herausgibt, sehr gut verkauft. „Die Bücher sprechen viele Leute an“, betonte Manuela Kinzel. So seien die „Mikrowelten“ aktuell gar vergriffen, fügte sie hinzu. An eine Fortsetzung der Reihe wird deshalb bereits gedacht: „Als Nächstes nehmen wir uns wohl die Pflanzenwelten vor“, kündigte Ninja-Nadine Kage an.

96 Fotos auf 96 Seiten

„Kages fantastische Wasserwelten“ ist im Manuela Kinzel Verlag erschienen. Das Hardcover-Buch (ISBN 978-3-95544-008-4) hat 96 Seiten und zeigt ebenso viele Mikrofotografien von Manfred Kage. Für 19 Euro ist es in jeder Buchhandlung erhältlich oder kann im Internet unter der Adresse www.manuela-kinzel-verlag.de bestellt werden.

Verlag
Gegründet hat Manuela Kinzel-Wolff ihren Verlag, der rund 200 Titel im Programm hat, vor 16 Jahren in Dessau. Mittlerweile ist die Frau aus Sachsen-Anhalt in Göppingen-Hohenstaufen zu Hause, wo sie in der Pfarrgasse 5 zusammen mit ihrem Ehemann Rüdiger Wolff auch die Galerie Stauferland betreibt.