Kaisersbach - Die Entscheidung der Verwaltung von Kaisersbach, den Parkplatz am Ebnisee am vergangenen Wochenende vorübergehend zu sperren, ist in den sozialen Netzwerken auf gemischtes Echo gestoßen. „Warum nimmt man den Menschen die Natur? Draußen wird niemand krank. Psyche und Immunsystem stärken, Bewegung für den Körper und die Seele. Nur so können wir die Pandemie überwinden“, kommentiert eine Frau auf unserer Facebook-Seite. „Aber nicht, wenn sie sich in solchen Ausmaßen auf die Pelle rücken“, meint eine andere.
Ein Mann schreibt sarkastisch: „Bravo, das hat doch Zukunft: Statt klarer Regeln und Verantwortung lieber Verbote und Polizeikontrollen. So gewinnt man Bürgerherzen – nicht.“ Andere bringen dagegen Verständnis für die Sperrung auf: „Die Bevölkerung wird sich vermutlich leider selbst um die Lockerungen bringen“, glaubt ein anderer Facebook-Nutzer. „Das ist der richtige Weg, denn die Unvernunft und das Gedränge lassen sich sonst nicht in geregelte Bahnen bringen“, findet eine Frau.
Auch ohne Corona sind wild parkende Gäste ein Problem
Die Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller erklärt, die Zufahrt zu den Parkplätzen sei gesperrt worden, weil keine freien Parkplätze mehr vorhanden gewesen seien. „Das Besucher- und somit das Verkehrsaufkommen war groß und leider war zu beobachten, dass die Fahrzeugführer zu wenig mitdenken und nicht selbst auf den Gedanken kommen, dass, wenn alle Parkplätze belegt sind, auch die Besucherzahlen hoch sind. Trotzdem fahren sie nicht weiter und suchen sich ein anderes Ausflugsziel“, sagt Müller. „Wenn wir keine Corona-Pandemie hätten, dürften sich die Menschen natürlich dicht an dicht am Ebnisee drängen.“
Allerdings sei der Parkplatz-Suchverkehr an den Wochenenden auch ohne Corona schon ein gehöriges Problem. „Sobald das Wetter gut wird, stehen uns heiße Tage bevor. Dann ist jede befestigte Zufahrt zu jedem Waldweg mit mehreren Fahrzeugen belegt.“ Sie bittet Besucher, in solchen Fällen einen Spaziergang von einem anderen Stellplatz aus in Kauf zu nehmen. Immerhin, so Müller, zähle sportliche Ertüchtigung ja als triftiger Grund, sich trotz Corona-Verordnung in der Öffentlichkeit aufzuhalten. „Unser Schwäbischer Wald bietet auch viele andere schöne Flecken und Ziele, an denen man einen solch schönen sonnigen Sonntagnachmittag genießen kann.“
Auch in Zukunft werde der Gemeindevollzugsdienst an den Wochenenden alle paar Stunden kontrollieren, ob der Parkplatz am See vollgestellt sei. „Die Zufahrt zu den Parkplätzen wird erst dann gesperrt, wenn ohnehin alle Parkflächen belegt sind“, verspricht Müller. Dass der Parkplatz sich übrigens auf Welzheimer Gemarkung befindet, ändert daran nichts: Die beiden Gemeinden haben einen gemeinsamen Vollzugsdienst. „Und im Zweifelsfall tut es ein einziger Telefonanruf“, erläutert Müller.