Kakerlake stört Stuttgarter Kommunalpolitik Angriff der Krabbeltiere

Von Jürgen Löhle 

Ein tätlicher Angriff im Stuttgarter Rathaus: Eine Kakerlake hat den Kommunalpolitiker Christoph Ozasek (SÖS/Linke-plus) bei seiner Arbeit gestört. Dieser vermutet weitere Krabbeltiere in den Heizungsschächten des Rathauses. Jetzt kommt der Kammerjäger.

Alien im Glas – angeblich ist das Tier nur ohnmächtig. Foto: Ozasek
Alien im Glas – angeblich ist das Tier nur ohnmächtig. Foto: Ozasek

Stuttgart - Die gemeine Kakerlake spielt eigentlich nur noch im Winter eine Hauptrolle, wenn sich im australischen Urwald C-Promis fürs Fernsehen in den Küchenschaben suhlen oder in sie hineinbeißen dürfen. Gelegentlich findet man sie aber auch hierzulande in dunklen Ecken öliger Schnellimbisse. Jetzt hat freilich ein solches Krabbelviech im Stuttgarter Rathaus höchst lebendig und dreist die Ausführungen des Stadtrats Christoph Ozasek (SÖS/Linke-plus) bei einer Fraktionssitzung behindert. Das Tier kroch dem Lokalpolitiker am Bein hoch, was der, obwohl nach eigenen Angaben sonst tierlieb, als Angriff empfand. Die Schabe wurde dann „ohnmächtig“ (Ozasek) in einem Wasserglas gelagert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Der Stadtrat hat den Angriff unbeschadet überstanden, spricht aber davon, dass viele dieser Tiere in den Heizungsschächten des Rathauses lebten. Und die kämen immer wieder heraus.

Seltsame Gestalten ja, Kakerlaken nein

Diese Beobachtung hat er indes exklusiv. Eine Umfrage bei den anderen Fraktionen ergab nur heitere Unwissenheit. Tenor: Es liefen einem im Rathaus in der Tat immer mal wieder seltsame Gestalten über den Weg, Kakerlaken seien da aber nicht dabei. Die Stadt selbst räumt allerdings ein, dass sich doch ab und an mal so eine Schabe in die geweihten Hallen der Kommunalpolitik verirren würde. Vielleicht sollte man prüfen, als Zeichen der Stuttgarter Freundschaft zu China, die Insekten mit einer Currypaste einzu­streichen und zu grillen? Soll ja gesund sein. So weit will man aber dann doch nicht gehen. Deshalb hat die Stadt, auch zur Beruhigung von Herrn Ozasek, den Kammerjäger bestellt.

juergen.loehle@stzn.de

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