Kaltental/Dachswald Ein Viertel der Autofahrer ist zu schnell

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Die Stadt will an der neuen Bushaltestelle im Elsental nachrüsten, um Raser zu bremsen. Messungen haben gezeigt, dass gut ein Viertel der Autofahrer dort mit viel zu hoher Geschwindigkeit unterwegs ist.

Die Verkehrsinsel an der Straße Im Elsental Foto: Alexandra Kratz
Die Verkehrsinsel an der Straße Im Elsental Foto: Alexandra Kratz

S-Süd/Vaihingen - Frank Kammerer spricht von „erschreckenden Spitzenwerten“. Der Leiter der Verkehrsüberwachung Stuttgart hat in den vergangenen Wochen vermehrt Radarkontrollen im Elsental veranlasst. An vier Tagen standen die städtischen Mitarbeiter am Straßenrand. In dieser Zeit fuhren 1576 Autos und Motorräder an dem Blitzer vorbei. In 394 Fällen löste die Kamera aus. Das bedeutet, dass rund ein Viertel der Fahrzeuge zu schnell war.

„Das ist bedenklich“, sagt Kammerer. Durchschnittlich registriere die Stuttgarter Verkehrsüberwachung bei Radarkontrollen auf Tempo-30-Strecken bei 16 Prozent der Fahrzeuge eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Hinzu kommt, dass viele der geblitzten Autofahrer deutlich zu schnell waren. An jedem der vier Tage, an denen die städtischen Mitarbeiter vor Ort waren, gab es Raser, die mehr als doppelt so schnell als erlaubt unterwegs waren. So wurde am 14. Mai ein Spitzenwert von 67 Stundenkilometern gemessen, einen Tag später waren es gar 73. Auch in der Woche darauf waren die Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrollen alarmierend. Am 17. Mai war ein Autofahrer mit 70 Sachen unterwegs, am 21. Mai wurde ein Verkehrsteilnehmer mit 60 Kilometern in der Stunde registriert.

Polizei will verstärkt kontrollieren

Kammerer zieht daraus den Schluss, dass „die Autofahrer sich erst noch an die neuen Gegebenheiten gewöhnen müssen“. Ob er damit meint, dass das Tempolimit im Elsental mit dem Bau der neuen Bushaltestelle auf 30 herabgesetzt wurde oder aber dass auf der Verbindungsstraße zwischen dem Dachswald und Kaltental vermehrt kontrolliert wird, lässt er offen. In jedem Fall stuft er die vielen Geschwindigkeitsübertretungen als gefährlich ein.

Verschärft werde die Situation noch dadurch, dass es manche so eilig haben, dass sie Autos, die sich an das Tempolimit halten oder aber langsamer fahren, weil sie in Richtung Jugendfarm abbiegen wollen, einfach überholen. Einige Raser würden dazu gar verbotenerweise auf der falschen Seite der neuen Verkehrsinsel vorbeifahren. Dies komme auch dann vor, wenn an der neuen Haltestelle ein Gelenkbus halte, der aufgrund seiner Länge bis an die Verkehrsinsel heranreiche. Statt zu warten, würden die Autofahrer einfach über die Gegenspur fahren. „Das ist selbst dann gefährlich, wenn sich alle an das vorgegebene Tempolimit halten“, sagt Kammerer.

Er hat bereits reagiert und den Kollegen von der übergeordneten Straßenverkehrsbehörde die Lage geschildert. Nun soll zusätzlich ein Überholverbot angeordnet werden. Wenn das nicht reicht, könnten zusätzlich sogenannte Klemmfixe angebracht werden, also kniehohe Plastikbaken, die nicht ohne Weiteres überfahren werden können. „Damit haben wir an anderen Stellen im Stadtgebiet schon gute Erfahrungen gemacht“, sagt Kammerer. Darüber hinaus hat er die Polizei informiert und sie darum gebeten, sich die Sache selbst einmal anzuschauen.

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