Kampagne in Ludwigsburg Online-Petition für ein zweites Frauenhaus
Bis Mitte Dezember wollen Jusos und Grüne Jugend 500 Unterschriften zusammenbekommen. Ihr Ziel: Der Kreis soll das benötigte Frauenhaus finanzieren.
Bis Mitte Dezember wollen Jusos und Grüne Jugend 500 Unterschriften zusammenbekommen. Ihr Ziel: Der Kreis soll das benötigte Frauenhaus finanzieren.
Viele Wege führen zum Ziel – darauf hoffen zumindest die Jusos und die Grüne Jugend beim Thema Frauenhaus. Vergangenen Sonntag haben die Jugendorganisationen der beiden Parteien im Kreis Ludwigsburg auf Initiative der Juso-Vorsitzenden Nathalie Ziwey eine Online-Petition für ein zweites Frauenhaus im Kreis gestartet. Bis Mitte Dezember sollen 500 Unterschriften zusammenkommen. Mehr als die Hälfte war am Dienstag schon erreicht. Zur Freude von Nathalie Ziwey. „Wir haben das Gefühl, die Debatte um ein zweites Frauenhaus verkommt zu einer Debatte um die Zuständigkeit, wer zahlen soll“, erklärt sie. Bei Bund und Land bewege sich nichts, deshalb solle der Landkreis in die Bresche springen. Mit der Petition und den Unterschriften wolle man auf die Mitglieder des Kreistags zugehen. „In der Hoffnung, dass sie dann entsprechend entscheiden.“
Der Umbau der Immobilie, die für ein Frauenhaus aktuell noch freigehalten wird, kostet rund 3,6 Millionen Euro. Am 12. Mai 2022 hatte der Verein Frauen für Frauen einen Antrag auf einen Zuschuss aus dem Bundesinvestitionsprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“gestellt. Im Oktober kam aus Berlin die Absage. Der Verein versucht seitdem, über Überzeugungsarbeit doch noch ein zweites Frauenhaus verwirklichen zu können, denn aktuell gibt es für die rund 550 000 Einwohner im Kreis nur 19 Plätze in Frauenhäusern.
Anfang November hat ein Gespräch mit Landrat Dietmar Allgaier stattgefunden. Der Vorschlag des Vereins lautete: Die Finanzierung des Objektes wird auf die Kreiskommunen verteilt und über einen Pro-Kopf-Betrag finanziert. Allgaier schlug vor, bei der Bürgermeister-Versammlung im Januar die Situation, den Bedarf und die Pläne vorzustellen und zu versuchen, die Unterstützung der Bürgermeister zu gewinnen, damit sie sich finanziell beteiligen, so Arezoo Shoaleh vom Verein Frauen für Frauen.
Die Petition hält Shoaleh für wichtig. „Einerseits zu wissen, dass der Bedarf und die Dringlichkeit von den jungen Menschen wahrgenommen wird, und dass sie sich dafür einsetzen ist ein sehr wichtiges politisches und gesellschaftliches Signal. Außerdem können wir mit den Unterschriften zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger hinter dem Projekt und für ein ,Nein zu Gewalt’ stehen. Das sollten die Politiker und Politikerinnen auch tun“, mahnt Shoaleh.
Apropos Unterstützung. Am Samstag, 2. Dezember, hätte in der Reithalle ein Benefizkonzert mit dem Bosch Jazzchor Vocal Ignition stattfinden sollen. Wegen Krankheit muss es abgesagt werden. Im Frühjahr soll es einen neuen Termin geben.