Kandidatennominierungen im Rems-Murr-Kreis Bewegung vor den Wahlen in Bund und Land

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Die Nominierung der Kandidaten für den Bundes- und den Landtag im kommenden Jahr geht wegen der Coronakrise etwas unter – dabei wird es im Rems-Murr-Kreis in einigen Fällen spannend.

Christian Lange (SPD), zurzeit Staatssekretär im Berliner Justizministerium, hat wie fünf andere politische Kreisgrößen angekündigt,  sich im kommenden Jahr nicht mehr auf ein Mandat in Bund oder Land bewerben zu wollen. Foto: /Horst Rudel 6 Bilder
Christian Lange (SPD), zurzeit Staatssekretär im Berliner Justizministerium, hat wie fünf andere politische Kreisgrößen angekündigt, sich im kommenden Jahr nicht mehr auf ein Mandat in Bund oder Land bewerben zu wollen. Foto: /Horst Rudel

Rems-Murr-Kreis - Im kommenden Jahr werden der Bundestag in Berlin und der Landtag neu in Stuttgart besetzt. Wegen der Coronakrise sind die meisten Nominierungen der Kandidaten nicht nur zeitlich geschoben, sondern auch in der Wahrnehmung etwas in den Hintergrund geraten. Dabei dürfte es aus Rems-Murr-Kreis-Sicht schon in den nächsten Tagen durchaus spannend werden. Mehrere Nominierungen stehen in Wahlkreisen an, in denen etablierte politische „Haudegen“ bereits ihren Rückzug angekündigt haben.

Die meisten Veränderungen gibt es bei der CDU

Die meisten Veränderungen wird es wohl bei der CDU geben. Gleich drei aktuelle Mandatsträger haben angekündigt, bei den Wahlen für den Bundes- beziehungsweise Landtag nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Am kommenden Samstag wird in der Schorndorfer Bronnbachhalle zumindest kandidatenmäßig ein Nachfolger für den Landtagsabgeordneten Claus Paal gesucht. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Rems-Murr will sich, wie er sagt, wieder stärker auf sein Unternehmen konzentrieren. Beerben wollen ihn der Polizist Christian Gehring aus Kernen, der Winterbacher Betriebswirt Thomas Müller und der Schorndorfer Werbeberater Ingo Sombrutzki. Die bei der gleichen Veranstaltung anstehende Nominierung von Joachim Pfeiffer für den Bundestagswahlkreis Waiblingen dürfte nur Formsache sein.

Spannung hingegen verspricht eine Woche später die Entscheidung in der Weissacher Seeguthalle um die Nachfolge im Landtagswahlkreis Backnang, wo der frühere Landtagspräsident und jetzige Staatssekretär im Innenministerium Wilfried Klenk nicht mehr antreten wird. Zur Wahl stellen wollen sich neben dem Althüttener Bürgermeister und CDU-Kreistagschef Reinhold Sczuka die Waiblinger Regionalrätin und Juristin Christina Stumpp sowie der Murrhardter Gemeinderat und Bankkaufmann Georg Devrikis. Auch im Bund zieht sich eine Backnanger CDU-Größe zurück: Norbert Barthle hört nach 22 Jahren als Abgeordneter für den Wahlkreis auf, wer in seine Fußstapfen treten darf, weiß die Kreisgeschäftsstelle der Christdemokraten noch nicht – oder will es noch nicht verraten.

SPD ohne Christian Lange

Ganz ähnlich sieht es im selben Bundestagswahlkreis auch bei der SPD aus. Christian Lange, ebenso lange wie Norbert Barthle dabei, wird wohl nicht mehr antreten. Die Mitgliederversammlung will Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres entscheiden, wer in die Fußstapfen Langes, der zurzeit Staatssekretär im Justizministerium ist, treten soll. Eine Bewerbung liege vor, sagt der Kreisvorsitzende der SPD, Jürgen Hestler – von wem, will er noch nicht verraten. Nur eins sei kommunizierbar und sicher: „Wir werden in allen fünf Wahlkreisen mit mindestens einem Bewerber/einer Bewerberin antreten.“

FDP: Goll für Goll?

Bei der FDP dankt auf Landesebene ein politisches Urgestein ab. Ulrich Goll, der frühere baden-württembergische Justizminister wird an diesem Mittwochabend bei der Nominierungsveranstaltung der Liberalen in der Winnender Hermann-Schwab-Halle nicht mehr auf den Zetteln stehen. Dennoch könnte der neue Kandidat der Liberalen für den Wahlkreis Waiblingen wieder Goll heißen. Seine Frau Julia wird sich bewerben. Doch die Richterin und Waiblinger Kreis- und Gemeinderätin hat zumindest einen Konkurrenten: Der Fellbacher Kreis- und Gemeinderat Landwirt Peter Treiber bewirbt sich ebenfalls.

Grüne: Dreikampf um Halder-Nachfolge

Auch bei den Grünen könnte, gemessen am Ergebnis der Wahl vor fünf Jahren, ein Sitz im Landesparlament freiwerden. Der Abgeordnete Willi Halder tritt nicht mehr an, um seine Nachfolge bewerben sich die Waiblinger Kreisrätin Marilena Fazio, der Winnender Gemeinderat und Schulleiter Christoph Mohr und Swantje Sperling, Landtagsreferentin aus Remseck. Die Nominierung ist am Montag, 13. Juli im Waiblinger Bürgerzentrum.




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