Katzenbetreuung im Freundeskreis Katze und Mensch Zum Wohle der Samtpfoten

Katzen fühlen sich in ihrem Zuhause am wohlsten.Die Vereinsmiglieder betreuen ihre Tiere wechselseitig. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Katzen mögen keine Veränderungen wie etwa Ortswechsel. Was aber, wenn ihre Besitzer sich länger nicht um sie kümmern können? Dann hilft der Freundeskreis Katze und Mensch. Dessen Konzept beruht auf Gegenseitigkeit.

Katzen haben ihren eigenen Kopf. Das weiß jeder, der schon mal die Ehre hatte, Mitbewohner eines Stubentigers zu sein. Katzen begrüßen nicht jeden Fremden freudestrahlend, mögen ihr gewohntes Futter manchmal von einem Tag auf den anderen nicht mehr und können vor allem eins nicht leiden: Veränderungen. Diese verursachen bei den Samtpfoten oftmals großen Stress, der sogar sich sogar körperlich niederschlagen kann.

 

Besonders problematisch wird es, wenn sich die Besitzer über einen längeren Zeitraum nicht selbst um ihr Tier kümmern können, zum Beispiel, weil ein Urlaub, eine Geschäftsreise oder ein Krankenhausaufenthalt ansteht. Dann springt der Freundeskreis Katze und Mensch ein. Der Verein wurde 1995 im Stuttgarter Raum gegründet und besitzt mittlerweile 157 regionale Gruppen überall in Deutschland, unter anderem auch in der Region Böblingen/Sindelfingen/Schönbuch.

Das Konzept beruht auf Gegenseitigkeit

Kernangebot des Freundeskreises Katze und Mensch ist das Katzensitter-Konzept. „Wir ermöglichen unseren Mitgliedern die gegenseitige Betreuung ihrer Katzen“, erklärt Gruppenleiterin Ingrid Hertenstein. Das Grundprinzip ist einfach: Wer sich im Verein anmeldet, hat die Möglichkeit, seine Katze bei Abwesenheit von einem anderen Mitglied versorgen zu lassen. „Wichtig ist uns aber, dass das Konzept auf Gegenseitigkeit beruht“, betont Ingrid Hertenstein. Wer seine Katze fremdbetreuen lässt, sollte also auch selbst mal die Betreuung einer fremden Katze übernehmen. Beim Freundeskreis Katze und Mensch können sich die Mitglieder sicher sein, dass ihre Tiere in den besten Händen sind – denn immerhin sind dort alle Profis im Umgang mit Samtpfoten.

Der Besitzer muss dem Katzenbetreuer eine „Gebrauchsanweisung“ hinterlassen. Foto: privat

Was passieren kann, wenn jemand auf die Tiere aufpasst, der sich mit Katzen eben nicht auskennt, das hat Ingrid Herstenstein auf tragische Weise selbst erfahren müssen: Als die Sindelfingerin eine ihrer Katzen vor Jahren in fremde Obhut gab, wurde das Tier plötzlich krank. Der Katzenbetreuer traute sich nicht, zum Tierarzt zu fahren – woraufhin die Katze kurz nach Hertensteins Rückkehr starb. „Ich habe mir damals geschworen, niemals wieder eine meiner Katzen jemand Unerfahrenem anzuvertrauen.“ Die Vereinsmitglieder dagegen können die Körpersprache und Symptome der Tiere richtig deuten und fahren im Ernstfall auch mit den Katzen zum Tierarzt. „Alles natürlich in enger Absprache mit den Besitzern“, sagt Ingrid Hertenstein. „Bei ihnen liegt immer noch die Verantwortung.“

Der Katzenbesitzer muss zuvor für ausreichend Futter sorgen

Damit es den Samtpfoten während der Abwesenheit ihrer Besitzer auch wirklich an nichts fehlt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Betreuung erfolgt ausschließlich in der gewohnten Umgebung der Katzen, sodass die Tiere so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sind. Darüber hinaus sind die Besitzer dazu angehalten, den Betreuern eine Art „Gebrauchsanweisung“ für ihre Tiere zu hinterlassen. Dazu gehört nicht nur, für ausreichend Futter zu sorgen und dem Betreuer zu zeigen, wo alles steht. Es braucht auch klare Anweisungen, ob und wenn ja, wann und welche Medikamente die Katze braucht, ob sie gerne spielt und ob Streicheleinheiten gewünscht sind.

Ortswechsel sind vielen Katzen ein Graus. Sie werden am besten daheim betreut. Foto: privat

Von welchem Vereinsmitglied man seine Katze betreuen lässt, entscheiden die Mitglieder jeweils selbst. Laut Ingrid Hertenstein ist es deshalb hilfreich, wenn man sich ein Netzwerk aufbaut. Schließlich kann es immer sein, dass ein Betreuer während der Urlaubszeit des Besitzers plötzlich selbst aus irgendeinem Grund ausfällt. Und wer kümmert sich dann um die Miezen?

Katzenbesitzer sollten sich ein Netzwerk aufbauen

Um Vereinsmitglieder kennenzulernen, bieten sich zum Beispiel die monatlichen Gruppentreffen an. Ingrid Hertenstein empfiehlt ihren Mitgliedern allerdings, auch selbst Initiative zu zeigen und die Liste der Katzensitter aus der Umgebung abzutelefonieren. Diese erhalten neue Vereinsmitglieder bei ihrer Anmeldung. „Wir sind eine große Gruppe und es ist nicht gesagt, dass man bei den Treffen tatsächlich jemanden kennengelernt, der im selben Ort wohnt“, sagte sie. Zwar sei es durchaus möglich, auch Katzen aus umliegenden Orten zu betreuen. Aber am praktischsten sei es natürlich, wenn man einen möglichst kurzen Anfahrtsweg habe und im Ernstfall schnell an Ort und Stelle sein könne.

Infos zum Verein

Mitgliedschaft
 Um eine Katze durch den Verein Freundeskreis Katze und Mensch betreuen lassen zu können, muss man aus rechtlichen Gründen Mitglied sein. Eine Mitgliedschaft ohne Ermäßigung kostet jährlich 37,50 Euro.

Kontakt
 Wer Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein hat oder bei einem Gruppentreffen vorbeischauen möchte, der kann sich bei Ingrid Hertenstein unter der Telefonnummer 07 03 1/68 40 16 oder per Email an: boeblingensindelfingen@katzenfreunde.de melden.

Vermittlung
 Der Verein vermittelt auch Katzen, die nach dem Tod ihrer Besitzer oder einer Haushaltsauflösung nach einem neuen Zuhause suchen.

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