Aus für Silvester-Feuerwerke? Deutsche Umwelthilfe fordert Böller-Verbote im Südwesten

Von red/dpa 

Die Deutsche Umwelthilfe hat neun baden-württembergische Kommunen mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresdurchschnitt aufgefordert, Silvester-Feuerwerke in ihren Innenstädten zu verbieten.

Ein Feuerwerk am nächtlichen Himmel – das könnte bald nicht mehr in allen Städten Deutschlands zu sehen sein. (Symbolbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt
Ein Feuerwerk am nächtlichen Himmel – das könnte bald nicht mehr in allen Städten Deutschlands zu sehen sein. (Symbolbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, Städten ein Verbot von Silvester-Feuerwerk und Böllern zu erleichtern. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) solle sich für eine Änderung der Sprengstoffverordnung einsetzen oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin.

Lesen Sie auch aus unserem Plus-Angebot: Pro und Contra zum Vorstoß der Umwelthilfe

Die Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben 98 Städte mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresmittel aufgefordert, „die für Luftqualität, Gesundheit und Tierwelt schädliche Böllerei“ in den Stadtzentren zu verbieten. Stattdessen wirbt die Umwelt-Organisation für Licht- und Lasershows als „moderne und saubere Alternative“.

So hat die Deutsche Umwelthilfe auch neun baden-württembergische Kommunen mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresdurchschnitt aufgefordert, Silvester-Feuerwerke in ihren Innenstädten zu verbieten. Die Böllerei sei schädlich für Luftqualität, Gesundheit und Tierwelt, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin.

Insgesamt 98 Städte

Die DUH hat seit Juli an insgesamt 98 Städte bundesweit Verbotsanträge gestellt. Dazu zählen auch Bernau, Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg, Mannheim, Markgröningen, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen. In Esslingen und Tübingen gelten bereits Böller-Verbote für die historischen Zentren mit ihren Fachwerkhäusern. In der Vergangenheit hatte es dort wegen Silvesterraketen gebrannt.

Die DUH hat die Bundesregierung aufgefordert, die Sprengstoffverordnung und das Gesetz gegen Luftverschmutzung zu ändern, um den Kommunen solche Verbote zu erleichtern.

Resch sagte, an Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaub-Menge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme. Viele Städte haben auch schon Einschränkungen, etwa um alte Fachwerkhäuser vor Bränden an Silvester zu schützen. Als Vorbild für das „Silvester der Zukunft“ sieht die Umwelthilfe zum Beispiel Landshut in Bayern, wo man den Jahreswechsel mit einer Lasershow zu Musik statt mit einem Feuerwerk feiert.