Kerns Pastetchen schließt im März Eine Stuttgarter Institution macht dicht

Von Michael Weier 

Eine Legende schließt bald die Pforten: Josef Kern, der Chef von Kerns Pastetchen an der Hohenheimer Straße, geht in den Ruhestand. Zumindest teilweise. Das Lokal macht er zu, seinen Weinhandel aber nicht.

Josef Kern in seinem Weinkeller  – und in seinem Element: Die österreichische Weinauswahl in Restaurant und Weinhandel ist außergewöhnlich. Foto: Kraufmann
Josef Kern in seinem Weinkeller – und in seinem Element: Die österreichische Weinauswahl in Restaurant und Weinhandel ist außergewöhnlich. Foto: Kraufmann

Stuttgart - Die Stadt verliert eine gastronomische ­Institution: Kerns Pastetchen, eine feste Anlaufstelle für gehobene Küche an der Hohenheimer Straße, schließt nach fast 35 Jahren im nächsten Jahr gegen Ende März für immer. „Es geht einfach nicht mehr“, sagt Josef Kern zu der Entscheidung, „70 Stunden die Woche arbeiten und den Sonntagnachmittag zum Regenerieren, das muss jetzt mal ein Ende haben.“ Mit 65 Jahren habe er mittlerweile ein Alter ­erreicht, das ihm diesen Schritt leichter mache. 50 Jahre im Berufsleben seien schließlich eine ordentliche Leistung.

14 Jahre lang keinen Urlaub

Vor 44 Jahren kam der Österreicher nach Stuttgart und arbeitete damals im La Cave an der Theodor-Heuss-Straße. 1985 eröffnete Josef Kern mit seiner Frau Marielouise und Landsmann Friedrich Gutscher (er betrieb später das Sternelokal Délice) das Gaisburger Pastetchen. Dort schuf das österreichische Paar diese besondere Art eines Lokals mit ganz eigener Gastlichkeit – zulasten der eigenen Freizeit. „Wenn ich heute denke, dass wir damals 14 Jahre lang nicht einmal Urlaub gemacht haben, glaubt mir das keiner“, sagt Josef Kern. Von Gablenberg zog die Familie weiter an die Hohenheimer Straße. Wie es dort weiter geht, steht indes noch in den Sternen. Interessenten gibt es, Konkretes noch nicht. Nur, dass die Kerns ihren Weinhandel weiter betreiben werden und sich dafür nach einem Ladengeschäft umschauen.

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