Kesselfestival 2024 in Stuttgart Was sich für die Besucher dieses Jahr ändert

Shirin David kommt zum Kessel-Festival, sehr zur Freude von Christian Ludewig (li.) und Christian Doll. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mehr Partner, mehr Platz, mehr Angebote: Das Kesselfestival in Stuttgart wächst und gedeiht. Auf das Reitstadion müssen Besucher dieses Jahr aber verzichten. Dort stehen Häuser für Flüchtlinge.

Es hat schon Tradition, das Kesselfest. Und muss doch immer wieder umplanen. Auf den Start 2019 folgten die Corona-Jahre mit all ihren Einschränkungen für Kulturschaffende. Nach zwei ruhigen Jahren ist 2024 wieder Flexibilität gefragt.

 

Die EM braucht allen Platz

Beim Termin musste man König Fußball weichen. Der beansprucht in diesem Jahr mit der Europameisterschaft seinen Thron im Neckarpark und duldet keinen Rivalen. In der Zeit vom 14. Juni bis 14. Juli wird der Wasen als Parkplatz und Logistikfläche gebraucht, da war ein Platz für das Kesselfestival. Deshalb rückte man vom angestammten Termin Ende Juni einen Monat nach vorne. Nun findet das Festival am Freitag, 31. Mai, und am Samstag, 1. Juni. statt. Dies ist die zweite und letzte Woche der Pfingstferien und liegt zudem direkt nach Fronleichnam.

Kein Reitstadion

Da vermuten die Macher um Christian Doll, Christian Ludewig und Tobias Reisenhofer, dass viele auch freitags frei haben, um schon tagsüber auf den Wasen zu kommen. Mehr Kopfzerbrechen als die Terminsuche bereitet das Hin und Her mit dem Containerdorf im Reitstadion. Dort sind rund 500 Flüchtlinge in 138 Containern untergebracht. Im Dezember sind sie eingezogen, sollten am 30. April wieder ausziehen, die Container abgebaut werden. Damit hätte das Kessel-Festival das Reitstadion wie in den Vorjahren nutzen können. Das ist nun hinfällig, wie Doll am Montag erfuhr. Weil die Stadt sich schwertut anderswo Plätze zu finden, bleiben die Container im Reitstadion. Wie lange, vermag noch niemand zu sagen.

Cro und Shirin David zum krönenden Abschluss

Weil das zu ahnen war, hatten sich die Macher bereits einen Plan B zurechtgelegt. Und bei in.Stuttgart vorgefühlt, ob man mehr Platz auf dem Wasen haben könne. Man kann. Und muss also nichts vom Programm einsparen. Ganz im Gegenteil. Das Festival wächst. Die Hauptbühne rückt 300 Meter nach hinten und wird größer. Denn anders als früher habe mittlerweile jeder Künstler seine eigene Bühnengestaltung im Gepäck und bringe „was ganz Großes mit“.

Was richtig Großes bringt sicherlich Cro mit, der am Freitag um 20.45 Uhr auftritt. Um 13 Uhr eröffnet Vincent Varus den Tag, er hat 2023 den Newcomer-Wettbewerb gewonnen. Ihm folgen Clockclock und Bukhara. Samstags spielen Loi, Blond, Roy Bianco, Provinz und zum Abschluss Shirin David. Platz ist für 35 000 Menschen. Neu ist die Palastzeltbühne, da  treten Jazeek, Majan, Bibiza, Ness, Tream, Das Lumpenpack, Fatoni und Mola auf. Auf dem Gelände findet  sich weitere Musik, auf der Newcomerbühne, im HipHop-Kiosk, DJs auf der Spielwiese. Auf der Kulturbühne präsentiert sich der Stuttgarter Comedy Clash, es gibt eine Kinderzaubershow, Kindertheater, Zumba und Bauchtanz.

Viele Vereine kommen

Eine weitere wichtige Säule neben der Kultur ist der Sport. Die Handballer des TVB Stuttgart, die Fußballer des VfB Stuttgart, die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg, die Baseballer der Stuttgart Reds und die Footballer der Silver Arrows sind wieder mit dabei, zeigen sich und laden zum Mitmachen ein. Ebenso der Württembergische Landesverband der Volleyballer, der wie die Basketball-Kollegen ein Turnier veranstaltet. Sowohl das Volleyball-Turnier auf Sand, als auch das 3 gegen 3 der Basketballer dient als Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Die Slackliner zeigen wieder ihre Kunststücke auf dem Seil. Neu mit dabei sind die Bietigheim Steelers, Eishockey im Frühjahr ist nicht ganz einfach, deshalb bringen sie Kunststoffplatten, ein Tor und ihre Ausrüstung mit. Da kann man Trockenübungen ganz ohne Schlittschuhe machen.

Der Wohlfahrtsverband ist dabei

Der Kessel rockt, der Kessel trimmt sich, damit nicht genug. Getreu dem Motto „man wolle das ganze Spektrum Stuttgarts abbilden“, präsentiert sich die Handwerkskammer, stellvertretend für ihre Mitgliedsbetriebe. In einer Werkstatt kann man selbst Hand anlegen. So hoffen die Handwerker, Kunden und Nachwuchs zu gewinnen. Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband kommt auf den Wasen. Damit Inklusion und Teilhabe nicht nur Schlagworte bleiben, präsentieren sich Mitglieder des Verbands zu Themen wie Familie, Pflege, Sucht und Freiwilligendienste. Der Übermorgenmarkt ist wieder dabei, der Circus Circuli, die Bike Welt – die Stadtwerke engagieren sich über das Liefern von Ökostrom hinaus. Sie erstellen eine Kohlenstoffdioxid-Bilanz des Festivals. Der Analyse sollen Maßnahmen folgen: Damit künftig guten Gewissens gefeiert werden kann.

Das Kessel-Festival

Tickets.
Das Basis-Ticket für einen Tag kostet 14,90 Euro. Das Familien-Basis-Ticket kostet 44,70 Ticket für vier Menschen. Wer zu den Konzerten vor der Hauptbühne will, braucht ein Tages-Ticket für 59,90 Euro. Ein Kombiticket für beide Tage kostet 89,90 Euro. Ein Familien-Tages-Ticket für bis zu vier Menschen kostet 179,70 Euro.

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