Kessel-Festival in Stuttgart Zwischen Hip-Hop und Pop genial abgerockt

Von Swantje Kubillus 

Hip-Hop, Indie-Rock und Pop: Samy Deluxe, Left Boy, Maximo Park, Granada und Antiheld haben den Kessel ins Schwitzen gebracht. Zum Highlight des Abends gesellte sich außerdem ein Überraschungsgast.

Samy Deluxe bei seinem Auftritt Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt 11 Bilder
Samy Deluxe bei seinem Auftritt Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Stuttgart - Festivalstimmung mit Hipster-Flair auf dem Cannstatter Wasen beim ersten Kessel-Festival in Stuttgart: Sonnenhüte, lässige Kleidung, Jutetaschen und gute Laune. Das gefällt sichtbar auch den fünf Jungs von Antiheld, die den Samstagmittag mit ihrem sogenannten Straßenköterpop eröffnen. Nach zwei Deutschland Tourneen und einigem Rummel sind die Stuttgarter ihrer Schwabenmetropole treu geblieben; ja, man kann sagen, die Herzen fliegen ihnen zu, wenn sie „Wenn die Welt brennt“ performen.

Am Nachmittag greift auf dem gut gefüllten Festplatz die Grazer Mundartband Granada zu Akkordeon und Gitarre, bringt Polkabeats und Austropop, und spätestens bei den schmusigen Reggaerhythmen von „Eh Ok“ wiegen sich die Festivalbesucher im Takt, und gehen mit, wenn es am Ende des Refrains heißt „und die Sonne scheint für uns heute nur allein“.

Samy Deluxe wartet mit Überraschungsgast Afrob auf

Nur eine Stunde später verleihen dann die Briten der Indie-Rock-Band Maximo Park dem Kessel mit gediegener Coolness einen Hauch von Melancholie und können gar nicht anders als, neben neuen Titeln, auch ihre alten Hits „Books From Boxes“ oder „Apply Some Pressure“ zu spielen, die zwar schon mehr als zehn Jahre alt sind, wie Leadsänger Paul Smith nostalgisch anmerkt, dennoch immer noch schön anzuhören sind. Am frühen Abend verleihen dann die verrückten Rapper von Left Boy dem Wort „Einheizen“ eine ganz neue Bedeutung: Auf einer silbern eingehüllten Bühne, inmitten ein sehr großer DJ-Pult, scherzen sie mit dem Publikum, was das Zeug hält, mischen durchdringende Elektrosounds mit Pop und Hip-Hop, alte Songs mit neuen, Sweet Dreams“ mit „Call me Maybe“, und transportieren dabei jede Menge Spaß.

Highlight des Abends ist dann Samy Deluxe, der mit seinem Unplugged-Programm, starker Band und Überraschungsgast Afrob aufwartet. Samsemilia rappt seine besten Stücke aus den letzten 20 Jahren und es gilt: besser mitsingen. Neben all den Headlinern auf der Hauptbühne waren auf dem Kesselfestival auch noch jede Menge andere Bands auf den kleineren Nebenbühnen zu finden, etwa die Newcomer Band Cube Six aus Herrenberg oder der Stuttgarter DJ Hänsn.

Einziges Manko der Veranstaltung war der allzu schlechte Zugang zu Flüssigkeit und Nahrung; lange Schlangen, knappe Vorräte. Davon abgesehen haben die Bands all ihr Können gezeigt und im Kessel genial abgerockt.

Sonderthemen