Unter Fußballern wird der Platz ganz simpel „der Dreier“ genannt. Was schlicht daran liegt, dass das Spielfeld am Silberweg nahe der S-Bahn gemeinsam mit den beiden Plätzen im Stadion an der Stuttgarter Straße die Trilogie der Böblinger Fußballspielfelder abrundet.
Anders als bei den beiden oben liegenden Naturrasenplätzen handelt es sich beim Dreier um einen Kunstrasenplatz – und zwar mit Flutlicht. Dieser dient dem kickenden Nachwuchs und dazu den aktiven Teams der Männer und seit neuestem auch wieder der Frauen im Trainings- und Spielbetrieb als sicherer Hafen; vor allem in der Winterzeit, bei Schmuddelwetter oder bei Abendpartien in den Sommermonaten mit einsetzender Dämmerung. Auf dem Dreier kann theoretisch zu jeder Uhrzeit und bei jedem Wetter gekickt werden. Er ist das Arbeitstier unter den Böblinger Fußballplätzen.
Die Zeit der Pfützen ist passé
Vor mehr als 15 Jahren, also in der Zeit vor 2008, gab es auf dem Dreier auch noch Fußballspiele unter Schlamm und Dreck zu sehen, mit Regenpfützen im Fünfmeterraum vor den Toren und mit vom Matsch rotgefärbten Trikots. Dann allerdings wurde die Stadt Böblingen hier in Sachen Kunstrasen erstmals tätig. Aus dem alten Tennenplatz, wie ein Spielfeld der Marke Rote Erde offiziell heißt, wurde eine moderne Sportstätte. Doch der Zahn der Zeit nagte zuletzt heftig an dem Allwetterplatz mit den exakten Maßen von 69,65 Metern Breite sowie 95,5 Metern Länge.
„Zuletzt wurde ja immer nach Kräften geflickt, aber das geht jetzt nicht mehr. Der Platz ist einfach abgespielt“, sagt Josef „Sepp“ Fischer, der als Sportamtsleiter der Stadt quasi der Bauherr ist. Diverse offene Nähte am alten Untergrund machten ein gepflegtes Passspiel zunehmend schwieriger.
Auch der Gemeinderat hatte daher bezüglich eines neuen Spielfeldes, einem topmodernen, mit Sand verfüllten Kunstrasenplatz, welcher auch der spezielle Wunsch der Fußballer war, ein Einsehen. So wurde das Projekt einstimmig durchgewunken, zu dem auch die Erneuerung der Stützmauer in Richtung des Silberweges gehört, womit die dortige Fahrbahn abgesichert wird.
1,54 Millionen Euro soll der Neubau mit moderner Drainage für die perfekte Ableitung des Regenwassers kosten. Dies ist jedenfalls der Preis, für den die Fellbacher Firma Link unter mehr als einem dutzend Bietern den Zuschlag bekam. Das ist günstiger als die rund 1,8 Millionen Euro, mit denen man seitens der Stadt zunächst kalkuliert hatte.
„Wir sind höchst interessiert daran, mit den Arbeiten nun weiter zügig voran zu kommen“, sagt Sportamtsleiter Sepp Fischer. Immerhin ist der Platz über das komplette Kalenderjahr eine reichlich frequentierte Sportstätte, sodass mit Beginn der Ende Mai angelaufenen Bauphase für den Spiel- und Trainingsbetrieb der Fußballer ernst zu nehmende Engpässe entstehen.
Die Fußballer zu Gast bei den Hockeyspielern
Ausweichen sollen die Fußballteams zunächst vor allem auf die beiden Rasenplätze im Stadion, sowie im Herbst auch auf den OHG-Platz der Hockeyspieler, der dann weniger in Beschlag ist, weil die Hockeyspieler in die Halle gehen. Weitere Alternativen sind der große und der kleine Platz am Zimmerschlag, auch das Freibad bietet Möglichkeiten – und unter Umständen sollen auch die Plätze im Dagersheimer Waldstadion von den Böblinger Kickern mitgenutzt werden.
„Wir setzen da auf den Zusammenhalt aller Sportler. Die Dagersheimer etwa waren damals auch in Böblingen, als ihre Plätze erneuert wurden“, sagt Sepp Fischer, der hofft, vielleicht sogar mit Beginn der kalten Jahreszeit Ende Oktober die Einweihung des neuen Dreiers begehen zu können.
Sicher ist dies allerdings nicht: Ist doch ursprünglich das Ende der Bauphase für die Kalenderwoche 49 festgelegt worden, spätestens also für Freitag, 8. Dezember. Allerdings konnte die Firma Link mit ihren Bauarbeiten schon jetzt starten – und nicht erst wie ursprünglich geplant Ende Juni. Und Sepp Fischer verspricht: „Wir werden weiter Tempo machen.“