Kinder- und Jugendarbeit Stuttgart hat im Landesvergleich die meisten Stellen

Am Mailänder Platz gibt es zum Beispiel einen Bauwagen der Mobilen Jugendarbeit, in dem Kinder- und Jugendliche Ansprechpartner finden. Foto: LICHTGUT/Lichtgut/Leif Piechowski

Ob in Jugendhäusern oder in der mobilen Jugendarbeit – Stuttgart ist personell in der Jugendarbeit besser aufgestellt als andere Städte. Dafür gibt es in einem wichtigen Bereich Nachholbedarf.

Familie/Bildung/Soziales: Lisa Welzhofer (wel)

Im Vergleich mit anderen Städten und Kommunen hat Stuttgart die meisten Stellen in der Jugendarbeit. Das zeigen Zahlen des Kommunalverbandes Jugend und Soziales (KVJS), die den Mitgliedern des Stuttgarter Jugendhilfeausschusses in ihrer jüngsten Sitzung präsentiert wurden.

 

Es zeigte sich: In der verbandlichen, offenen und kommunalen Jugendarbeit der Landeshauptstadt, also etwa in Jugendhäusern, gibt es je 1000 junge Menschen zwischen sechs und 21 Jahren, 4,8 Vollzeitstellen. Das sind mehr als doppelt so viele als der landesweite Durchschnitt von 1,8 Stellen je 1000 Jugendliche. Auch in der mobilen Jugendarbeit, also bei den Streetworkern, ist Stuttgart einer der Spitzenreiter: 7,7 Vollzeitkräfte sind hier pro 1000 junge Stadtbewohner zwischen 12 und 25 Jahren unterwegs. Nur Baden-Baden hat leicht mehr (8 Stellen). Der Landesdurchschnitt liegt bei drei.

Jugendarbeit ausgebaut

Damit ist Stuttgart in beiden Bereichen auch im Vergleich zu anderen Städten im Land besser ausgestattet. Der Durchschnitt in den Stadtkreisen liegt zum Beispiel bei der mobilen Jugendarbeit bei vier Stellen.

Für Nele Usslepp vom KVJS-Landesjugendamt schlägt sich nieder, dass Stuttgart seine Jugendarbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut hat. Einen Richtwert, wie viele Stellen in diesem Bereich optimal wären, gibt es laut Usslepp allerdings nicht. Das komme jeweils auf die Gemeinde an, welche Bedürfnisse und anderen Angebote es dort gebe.

Jeder achte auf Hilfe angewiesen

Dass die Kinder- und Jugendarbeit in der Landeshauptstadt wohl weiterhin wachsen muss, machten andere Zahlen deutlich, die Nele Usslepp den Rätinnen, Räten und Ausschussmitglieder mitgebracht hatte: So wird zwar die Gesamtzahl der Minderjährigen in der Stadt leicht sinken, aber die Zahl der 15- bis 21-Jährigen in der Stadt bis 2030 laut den Zahlen des Statistischen Landesamtes um etwa drei Prozent steigen. Außerdem stellte Nele Usslepp die Lebensrealitäten von Familien in Stuttgart dar: In 41 Prozent der Familien in Stuttgart wird nicht mehr überwiegend Deutsch gesprochen (Baden-Württemberg: 25 Prozent), jeder achte Stuttgarter unter 18 Jahren lebt von staatlicher Unterstützung.

Nachholbedarf markierten die KVJS-Zahlen bei der Schulsozialarbeit: 1,7 Stellen gibt es dafür je 1000 Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Stuttgart, 0,9 an beruflichen Schulen. Das ist zwar im Landesdurchschnitt, aber hinter Städten wie Tübingen oder Freiburg.

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