Kinderbetreuung in Leinfelden-Echterdingen Rückhalt für Tagesmütter
Leinfelden-Echterdingen bietet ihren Tagespflegeeltern fortan zusätzliche Hilfen an. Aber auch Kitas sollen Unterstützung erhalten.
Leinfelden-Echterdingen bietet ihren Tagespflegeeltern fortan zusätzliche Hilfen an. Aber auch Kitas sollen Unterstützung erhalten.
Eltern hatten im vergangenen Jahr immer wieder auf die angespannte Situation in den Kitas der Stadt aufmerksam gemacht. Sie haben eine Demonstration organisiert, haben Kerzen angezündet und ihrem Ärger Luft gemacht. Seitdem hat die Stadt viel unternommen. Doch der Fachkräftemangel macht der Kommune weiter zu schaffen.
In den städtischen Kitas sind aktuell mehr als 17 Stellen nicht besetzt. Mehr als 260 Eltern haben im September keinen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs erhalten. „Die Nachfrage nach Kita-Plätzen übersteigt noch immer bei weitem unser Angebot“, stellte die zuständige Abteilungsleiterin Sabine Baudoux am Dienstagabend im Sozialausschuss des Gemeinderates fest. Auch aus diesem Grund sei das Angebot der Tagespflegepersonen in Leinfelden-Echterdingen so wichtig. 27 Tageseltern haben im März 2023 insgesamt 111 Kinder betreut, ist einer Aufstellung zu entnehmen.
Um den steigenden Anforderungen der Berufsgruppe gerecht zu werden, die Kindertagespflegepersonen bei der Stange zu halten und das in Leinfelden-Echterdingen entwickelte Tagesmüttermodell zu stärken, hat die Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Tageselternverein Förderbausteine entwickelt, für die es am Dienstag seitens der Fraktionen zunächst reichlich Lob und dann grünes Licht gab.
So erhalten Tagesmütter und -väter von 2024 an zusätzliche finanzielle Unterstützung. Beispielsweise, wenn sie ein Schutzkonzept erarbeiten oder sie einen Kinderschutzfall zu begleiten haben. Die Kosten für das Gesundheitszeugnis werden fortan getragen. Auf Antrag aller Fraktionen haben Tagespflegepersonen fortan auch Anspruch auf 30 Urlaubstage und können bis zu drei Fortbildungstage nehmen.
Aber auch Kitas sollen Unterstützung erfahren. Um den Fachkräftemangel dort zumindest etwas abzubremsen, will Leinfelden-Echterdingen gemeinsam mit Filderstadt und dem Bildungswerk Baden-Württemberg erneut jeweils pro Stadt bis zu zehn spanische Fachkräfte anwerben.
Bereits vor zwei Jahren konnten so immerhin fünf junge Kolleginnen für die Kitas in Leinfelden-Echterdingen gewonnen werden. „Sie sind alle noch in der Stadt und bereichern unsere Einrichtungen“, sagte Sabine Baudoux dazu am Dienstag. Die Frauen haben einen Anpassungslehrgang absolviert und sind seit mehr als einem Jahr Teil verschiedener Kita-Teams.
Weil es sich bei den Spanierinnen um bereits qualifizierte Kräfte handelt, sollen sie diesmal auch während ihres Lehrgangs zumindest Mindestlohn erhalten. Will heißen, dass die Stadt jetzt mehr investieren muss. Pro Person fallen für die Rekrutierung, die Sprachkurse, das Mentoring-Programm, die Hilfe bei der Wohnungssuche seitens des Bildungswerkes etwa 10 000 Euro an.