„Next Generation KiTa“ heißt das Projekt der Stadt Sindelfingen, mit dem die Kinderbetreuung in allen 36 städtischen Kitas zukunftssicher gewährleistet werden soll. Erste Maßnahmen befinden sich bereits in der Erprobung, weitere sollen jetzt folgen. „Dahinter steckt ganz viel Arbeit und ein engagiertes Team“, lobte Oberbürgermeister Bernd Vöhringer (CDU) bei der Vorstellung des Maßnahmenpakets die zuständigen Fachleute im Rathaus um Timo Plankenhorn, Leiter des Amtes für Bildung und Betreuung.
„Wir sind unter Druck“, gab der Sindelfinger OB angesichts des bundesweiten Fachkräftemangels unumwunden zu. Zwar könne man immer noch allen Eltern einen Betreuungsplatz anbieten, doch manchmal leider nicht am Wunschort oder zur Wunschzeit. Als Sofortmaßnahmen wurden bereits im September vergangenen Jahres wie auf der Schönbuchlichtung acht Fachkräfte aus Spanien angeworben, doch fast die Hälfte davon ist mittlerweile schon wieder zurück in ihrer Heimat. „Das Ergebnis ist durchwachsen“, bedauert Christian Gangl. „Als familienfreundliche Stadt ist es unser Ziel, den Eltern und Kindern in unseren städtischen Kitas eine bedarfsgerechte und zuverlässige Betreuung auf hohem Niveau zu bieten.“
Wie man Menschen für die Arbeit in einer Kita begeistern kann
Ein wichtiger Meilenstein soll das bereits im Jahr 2022 im Gemeinderat beschlossene und im Frühjahr 2023 operativ gestartete Strategieprojekt „Next Generation KiTa“ sein. Zu den vier Kernhandlungsfeldern gehören neben dem Betreuungsangebot die Kita als Arbeitsplatz, die Fachkräftegewinnung sowie Pädagogik und Raum. In deren Rahmen werden Themen wie Personalmaßnahmen, Qualität in der frühkindlichen Betreuung, pädagogische und organisatorische Fragen, Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, Bedarfsplanung und ein Kita-Ausbauprogramm sowie die baulichen Anforderungen bei Neu- und Umbauten behandelt.
Was braucht es, um mehr Menschen für den Beruf der pädagogischen Fachkraft generell und speziell in einer Sindelfinger Kita zu begeistern? Das ist eine der generellen Fragestellungen. Die Universität Osnabrück stellt sicher, dass der aktuelle Forschungsstand der Elementarpädagogik in die pädagogische Konzeption einfließt. Begleitet wird das Projekt durch die Unternehmensberatung „Innovation Hub“ aus Heidelberg.
„Labor-Kita“ als „Sindelfinger Leuchtturm“
Zu den 25 konkreten Ideen für Maßnahmen gehören beispielsweise neue Arbeitszeitmodelle wie die vier Tage-Woche oder auch ein Springerkräfte-Pool, der für Flexibilität in den Einrichtungen mit ihren derzeit 2800 zu betreuenden Kindern sorgt. Dabei winken je nach Qualifikation Zulagen bis zu 300 Euro zusätzlich pro Monat, ähnlich wie bei der Gemeinde Ehningen. Und auch Arbeitszeitreduzierungen sind in anderen Kommunen bereits im Angebot.
Ganz neu dagegen ist die jetzt vom Gemeinderat beschlossene Einrichtung einer „Labor-Kita“ als „Sindelfinger Leuchtturm“ an einem noch zu bestimmenden Ort, um neue Lernumgebungen und –erfahrungen zu testen und damit talentierte Fachkräfte anzuziehen.
„Die Attraktivität steckt im Gesamtkonzept“, fasst Christian Gangl zusammen und hofft, schon bald die aktuell 19 noch offenen Stellen in der Sindelfinger Kinderbetreuung besetzen zu können.