Richtig gut bewegen kann sich Elena Kressler in ihrem Wohnzimmer momentan nicht mehr. Alles ist vollgestellt mit Kartons und der Raum ähnelt eher einer Postfiliale. Das stört die Frau aus Weinstadt aber nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Die 37-Jährige könnte nicht glücklicher sein über das Kartonchaos, denn in den Päckchen wurden jede Menge Ausgaben ihres ersten eigenen Buches „Dinobande – Dinosaurier sind lääängst ausgestorben“ geliefert. „Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich es jetzt endlich in den Händen halte. Ein tolles Gefühl“, sagt Elena Kressler.
Dino Rex führt ein Hundeleben, aber ihm fehlt was
Die Geschichte um Dino Rex – er lebt unter Hunden, wird aber irgendwie das Gefühl nicht los, dass es noch andere wie ihn geben muss, die er dann auch erfolgreich suchen geht – hat sich Elena Kressler alleine ausgedacht, beziehungsweise sie war einfach plötzlich in ihrem Kopf. Vielleicht dank der Dino-Phase ihrer zwei Jungs. Beim Dino-Prototyp Rex sah die Sache schon anders aus, da gab es strenge Vorgaben von ihrem jüngeren Sohn Jona. „Ihm war sehr wichtig, dass der Dino nicht zu gruselig wird. Im Gegenzug sollte er aber auch auf keinen Fall zu niedlich rüberkommen“, sagt Elena Kressler, die ein schlimmer Schicksalsschlag in der engsten Familie wieder zum Zeichnen gebracht hat: Ihre jüngere Schwester erkrankte während der Pandemie an Krebs. „Aus dem Grund konnten wir uns in der Zeit ewig nicht sehen, das wäre ja viel zu gefährlich gewesen. Aber die Jungs lieben ihre Tante.“ Also fing Elena Kressler an, Zeichnungen anzufertigen, und ihre Söhne vertonten sie. „Nach jeder Chemo haben wir ihr eine kleine Geschichte mit Bildern geschickt, um ihr Mut zu machen.“
Als die Kinder sahen, dass die Mama zeichnen kann, gab es kein Halten mehr
Und plötzlich sahen die Kinder, dass ihre Mama zeichnen kann – und Elena Kressler merkte, wie sehr sie es vermisst hatte. Denn bis dahin hatte der zweifachen Mutter, die Kunst und Mathematik studiert hat, einfach die Zeit gefehlt. „Während des Kunststudiums habe ich meine Liebe für Bilderbücher entdeckt und sie auch gesammelt. Aber das Mathestudium hat so viel Zeit gefressen, dass fürs Zeichnen kein Raum mehr blieb.“ Jetzt, wo sie sich ganz den Kinderbüchern verschrieben hat, ist endlich unbegrenzt Zeit dafür da. „Als Kinderbuchautorin und Illustratorin bin ich freischaffend und kann mir alles mit meinem Mann flexibler einteilen im Familienalltag. Mein Ziel ist es, dass ich mehrere Projekte an den Start bringe.“
Was das betrifft, ist sie auf dem besten Weg. Noch bis Weihnachten will sie sich ganz auf die Dinobande konzentrieren und plant gerade schon Teil zwei um Dino Rex und „das große Glück diejenigen zu finden, mit denen du ganz du selbst sein kannst“. Zudem hat die Weinstädterin weitere Ideen am Start – zum Beispiel ein Herzensprojekt um einen Jungen, eine Schatzkiste und die Frage, was im Leben eigentlich wertvoll ist.
Geplant ist ein Vorlesebuch mit naturwissenschaftlichen Antworten
Zudem arbeitet Elena Kressler gerade mit ihrer Schwester am ersten Band der Bilderbuchreihe „Quintilla Quokka“. „Das soll ein besonderes Vorlesebuch mit einer Abenteuergeschichte und ganz vielen Antworten auf naturwissenschaftliche Fragen werden“, sagt die 37-Jährige und fügt dazu, dass sie am liebsten nachts zeichne. „Da ist die Welt um mich herum ganz still und ich kann hören, wie die Stifte übers Papier tanzen.“
Nähere Infos zu Elena Kressler und die Möglichkeit, für Lesungen oder den Kauf eines Buches anzufragen, gibt es unter www.keki-kinderbuch.de erfolgen. In drei Läden kann man das Buch „Dinobande“ aktuell kaufen: E+E Spielwaren in Remshalden, Schreibfuchs Remshalden und im „Blessings for you“ in Weinstadt.