Kinderleiche in Bingen geborgen „Das Schlimmste, was der Familie passieren kann“

Im Fluss Lauchert wurde nach der Zweijährigen gesucht. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Nach dem Fund der Leiche der Zweijährigen in Bingen-Hitzkofen beschreibt Bürgermeister Jochen Fetzer die Situation vor Ort und lobt die Einsatzkräfte.

In der eiskalten Lauchert in Bingen-Hitzkofen suchen sie, die Taucher der Wasserschutzpolizei, an diesem kalten Dienstagmorgen. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Der kleine Ort im Landkreis Sigmaringen war über Nacht bundesweit bekannt geworden. Der Grund ist ein trauriger: Ein zweijähriges Mädchen war seit Sonntagabend vermisst worden. Am Dienstag dann die traurige Gewissheit: Das Kind ist tot.

 

Die Leiche des Kindes wurde im Wasser unterhalb eines Gestrüpps entdeckt. Ein Gerichtsmediziner und die Kriminalpolizei waren in Bingen-Hitzkofen vor Ort für weitere Ermittlungen. Die Familie wurde über den Fund benachrichtigt und wird vom Kriseninterventionsteam betreut.

Derzeit gebe es keine konkreten Hinweise auf eine Straftat, sagt Christian Sugg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg. Es wird von einem tragischen Unglücksfall ausgegangen. Dennoch sei im Zuge der Ermittlungen das Haus der Familie versiegelt worden; zudem stünden weitere Befragungen des Umfeldes an, um einen zeitlichen Ablauf der Geschehnisse zu erstellen.

Vor einem Jahr nach Hitzkofen gezogen

Auch Bingens Bürgermeister Jochen Fetzer war sichtlich betroffen von der traurigen Botschaft. „Das ist das Schlimmste, was der Familie passieren kann.“ Die Stimmung in Bingen und Hitzkofen hat er in den vergangenen Tagen als sehr bedrückt wahrgenommen.

Die Familie habe er nicht näher persönlich gekannt; nur einmal habe Fetzer ihre Bekanntschaft gemacht: Das war vor etwa einem Jahr, als die Familie neu nach Hitzkofen gezogen war.

Bürgermeister lobt Einsatzkräfte in Hitzkofen

Ein großes Lob sprach er in Bezug auf die Arbeit der Einsatzkräfte aus – zumal Einsätze dieser Art nicht häufig vorkämen. „Alle Einsatzkräfte sind sehr koordiniert, zielgerichtet und professionell vorgegangen und haben strategisch den Bereich abgesucht.“

Auf die Frage, ob auch Privatpersonen Suchaktionen gestartet hätten, meinte Bürgermeister Fetzer, dass er durchaus das Bedürfnis, helfen zu wollen, verstehen könne. Aber Sonntagnacht seien aus seiner Sicht Suchaktionen „auf eigene Faust“ nicht angebracht gewesen. „Da haben wir auf die Arbeit der Hilfskräfte gehofft.“

Auch Mantrailer waren im Einsatz

Am Sonntagabend war das zweijährige Mädchen aus dem elterlichen Haus in Bingen-Hitzkofen (Kreis Sigmaringen) verschwunden – mutmaßlich zwischen 16 und 17 Uhr, nur in einem Schlafanzug gekleidet. In den darauf folgenden Tagen suchten Hunderte Einsatzkräfte nach dem Kind – unter anderem waren Mantrailer-Hunde, Feuerwehrtaucher und ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Die Eltern des Mädchens waren bei Bekannten außerhalb der Gemeinde untergebracht.

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