Kinokritik: Vier zauberhafte Schwestern Katja Riemann hext

Von Ina Hochreuther 

Vier Mädchen mit Zauberkräften bekommen es mit der bösen Zauberin Glenda zu tun. Katja Riemann zeigt in dieser Rolle ihr komödiantisches Können.

Katja Rieman als böse Magierin mit   Justus von Dohnányi . Foto: Buena Vista//Marco Nagel 29 Bilder
Katja Rieman als böse Magierin mit Justus von Dohnányi . Foto: Buena Vista//Marco Nagel

Stuttgart - Wie alle Geschwister streiten sie miteinander und verbünden sich dann wieder – etwa gegen die Eltern. Aber die vier Mädels Flame, Marina, Flora und Sky verbindet darüber hinaus noch etwas Besonderes: Sie ver­fügen über magische Fähigkeiten, von denen niemand weiß. Jede von ihnen kann seit ihrem neunten Geburtstag je eines der Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft für alle­ möglichen Zwecke einsetzen, aus ihrer Sicht natürlich­ rein positive. So richtig gut klappt das allerdings nur, wenn sie ihre Kräfte bündeln.

Die beliebte Buchreihe „Vier zauberhafte Schwestern“ der Britin Sheridan Winn, hierzulande beim S. Fischer Verlag beheimatet, wurde nun in einer federführend deutschen Produktion fürs Kino adaptiert­. Der Regisseur­ Sven Unterwaldt („Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft­“) hat mit Filmen für Erwachsene­ wie auch für Kinder Erfahrung. Die Drehbuchautorin Hortense Ullrich zeigte 2018 mit „Meine teuflisch gute Freundin“, dass sie ein Händchen hat für Geschichten zwischen Realität und Fantasy. In „Vier Zauberhafte Schwestern“ bezieht­ sie sich inhaltlich vorwiegend auf den zweiten Band der Reihe.

Im Zentrum steht eine Elfenstaub-Quelle

Die coole Zauberin Glenda, die Katja Riemann mit lilafarbenem Haar und Glitzerlidstrich­ ebenso witzig wie hin­reißend verkörpert, möchte die Macht über alle vier Elemente und damit über die Welt erringen. Sie weiß um die versiegte uralte Elfenstaub-Quelle im Elternhaus der Schwestern, die das Quartett vereint wieder zum Sprudeln bringen konnte. Nun sät sie Zwietracht unter den Mädchen und versucht, sich das alte Gemäuer­ zu Spekulationspreisen unter den Nagel zu reißen.

So sympathisch die vier Jungdarstellerinnen sind: Sie agieren ein wenig unbeholfen, was sich im Laufe der Geschichte bessert. Dann schwindet auch der auf­gesetzt wirkende Jugendsprachduktus mit „nice“ und „abgefahren“, der so gar nicht dem Stil der Bücher entspricht. Den wenig magischen sondern durchaus realistischen Impetus „nur in Eintracht können wir etwa zum Besseren hin bewegen“ vermittelt­ der Film gekonnt – bei aller banaler Fernseh-Ästhetik. Am schönsten ist in diesem Kontext ein Satz des Papas an die älteste Tochter zum Thema Demokratie: „Du kannst nicht bestimmen, du musst überzeugen.“