Kippster in Stuttgart-Vaihingen Hier stehen jetzt Aschenbecher zum Abstimmen

Ein der neuen Abstimm-Aschenbecher in -Vaihingen fragt, welches soziale Netzwerk präferiert wird. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Am Bahnhof in Stuttgart Vaihingen will man Zigarettenstummeln den Kampf ansagen. Sogenannte Kippster sollen dabei helfen – mit attraktiven, lustigen und abwechslungsreichen Fragen. Kann das klappen?

Instagram oder Tiktok? Wer raucht, kann am Vaihinger Bahnhof durch Einwurf seines Zigarettenstummels für eines der Netzwerke abstimmen. Anfang März sind zwei sogenannte Kippster auf Initiative des Vaihinger Jugendrats an der Stadtbahnhaltestelle aufgestellt worden.

 

Was das soll? Man will den vielen Zigarettenstummeln am Vaihinger Bahnhof den Kampf ansagen, heißt es vom Jugendrat. Durch „attraktive, lustige und abwechslungsreiche Fragen“ will man erreichen, dass Kippen im Aschenbecher statt auf dem Boden landen und so „ die Sauberkeit des Bahnhofs“ unterstützen und einen Betrag zum Umweltschutz leisten. Unterstützung für den Jugendrat kommt vom Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart, dem Referat für Sicherheit, Ordnung und Sport und künftig von der Mobilen Jugendarbeit Vaihingen.

In Stuttgart-Mitte könnte bald der nächste kommen

Der Stadtbezirk auf den Fildern ist nicht der erste, in dem Kippster zu finden sind. Solche Aschenbecher stehen auch in Degerloch, Münster, Zuffenhausen, Mitte, West, Nord, Botnang, Feuerbach und Bad Cannstatt. „In Stuttgart-Mitte wird derzeit überlegt, wo man weitere Kippster anbringen könnte“, heißt es seitens der Stadt.

Ob sie etwas bringen, lässt sich nicht mit konkreten Zahlen belegen, eine Gesamterhebung gibt es nicht. Doch „nach Beobachtung der Stadt landen die Zigarettenkippen an den Stellen, wo Kippster angebracht wurden, tatsächlich meistens in den witzigen Aschenbechern“, sagt der Sprecher Harald Knitter. „Wie stark sie genutzt werden, hängt allerdings vom Standort ab. Kippster vor Clubs oder Bars sind regelmäßig gut gefüllt.“

Kippster am Milaneo ist ständig voll

Es empfehle sich, die möglichen Standorte vor der Installation der Aschenbecher genau zu analysieren: Wo stehen und bewegen sich Menschen beim Rauchen? Wo fallen viele weggeworfene Kippen auf? „Dabei kann es auch helfen, zunächst mehrere Kippster an einem Standort aufzuhängen, um dann auszuwerten, welcher besser angenommen wird“, sagt Knitter. Am Milaneo sei etwa zu beobachten, dass einer von zwei Kippstern so stark genutzt werde, dass er fast wöchentlich geleert werden muss. Der andere fülle sich dagegen deutlich langsamer.

Ursprünglich stammt die Idee, eine Kippenbox mit einer plakativen Frage zu versehen, aus Schottland. Die Aschenbecher, die hier zu finden sind und von einem Metallbauer in Eberdingen-Nussdorf im Kreis Ludwigsburg hergestellt werden, sind mittlerweile in ganz Deutschland und im angrenzenden Ausland aufgestellt worden.

103,50 Euro für die Kippe auf dem Boden

Zurück nach Vaihingen: Auf dem zweiten Kippster an der Stadtbahnhaltestelle fragt der Jugendrat Passanten, welche Schule cooler sei: das Fanny Leicht Gymnasium oder das Hegel Gymnasium. Beide befinden sich in Vaihingen.

Auf dem zweiten Kippster in Vaihingen wird nach der cooleren Schule gefragt. Foto: Lena Hummel/StZN

Auch wenn man keine Meinung hat, lohnt sich eine Teilnahme an der Kippster-Abstimmung übrigens nicht nur des Umweltschutzes wegen, sondern auch aus finanziellen Gründen. Wer in Stuttgart einen Zigarettenstummel einfach auf den Boden wirft, zahlt ein Bußgeld von 75 Euro plus 28,50 Euro Bearbeitungsgebühr, sofern man erwischt wird.

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