Er war der Inbegriff kantiger Männlichkeit und kaum zu bändigen, ein Held voller Wut und Dreistigkeit. Jetzt ist Kirk Douglas, Star in Filmen wie „Spartacus“ oder „Wege zum Ruhm“, und Vater von Michael Douglas, im Alter von 103 Jahren gestorben.

Stuttgart - Die Hollywood-Legende Kirk Douglas ist tot. Der Schauspieler starb am Mittwoch im Alter von 103 Jahren, wie sein Sohn Michael Douglas im Onlinenetzwerk Facebook mitteilte. Kirk Douglas galt als einer der größten Darsteller der Filmgeschichte.

 

Seinen 102. Geburtstag hatte Kirk Douglas mit Familie und Kollegen noch groß gefeiert. „Alle meine Jungs und viele meiner Enkel werden dabei sein“, teilte die Hollywood-Legende damals der Deutschen Presse-Agentur mit. „Und gute Freunde wie Jeffrey Katzenberg, Steven Spielberg und Ron Meyer.“ Seinen 103. Geburtstag am 9. Dezember feierte er dagegen schon ein bisschen ruhiger. Sein Vater habe die großen Partys satt, erzählte Schauspieler-Sohn Michael Douglas (75) Mitte November in der TV-Show von Jimmy Kimmel. Er wünsche sich diesmal wirklich nur ein kleines Dinner mit der Familie, habe Kirk klar gemacht.

Aber seinen Humor hatte der Leinwand-Veteran bis zuletzt nicht verloren. Zum 19. Hochzeitstag von Sohn Michael und Schwiegertochter Catherine Zeta-Jones am 18. November schickte er dem Paar einen Glückwunsch mit dem Ratschlag für seinen Sohn, dass eine lange Ehe nur möglich sei, wenn er seiner Frau gehorche. „Üb weiter, so wie ich es mit meiner Frau tue“, empfahl der „Spartacus“-Star. Schauspielerin Zeta-Jones ( „Ocean’s Twelve“) postete den Brief auf Instagram und dankte ihrem Schwiegervater für die „wunderschönen“ Worte.

Die Karriere hart erkämpft

Kirk Douglas hatte in Sachen Ehe einiges vorzuweisen. Mit seiner zweiten Frau Anne Buydens, die im April 100 wurde, war er seit 1954 verheiratet, also mehr als 65 Jahre. Vor zwei Jahren hatten sie ein Buch heraus gegebem, basierend auf Liebesbriefen, die sie einander über Jahrzehnte hinweg geschrieben hatten.

Von einem schweren Schlaganfall im Jahr 1996 hatte er sich langsam wieder erholt. In seinem achten Buch - „Ein Fall von Glück – Mein neues Leben nach dem Schlaganfall“ beschrieb er die schwierige Genesung. Die Frage, wie er sich mit 102 fühle und ob ihm das Alter zu schaffen mache, hakte er im vorigen Jahr mit wenigen Worten ab. „Ich dachte nie, dass ich über 100 werde, aber ich verkrafte es schon.“

Seine Karriere musste sich Douglas anfangs hart erkämpfen. Als Issur Danielovitch Demsky wurde der Sohn jüdisch-russischer Einwanderer geboren, er wuchs mit sechs Schwestern im Armenviertel der Industriestadt Amsterdam im US-Bundesstaat New York auf. Er jobbte als Hausmeister und Ringer auf Jahrmärkten, während er in New York Schauspiel studierte.

Nach dem Krieg hatte er Glück. Seine frühere Klassenkameradin Lauren Bacall empfahl ihn bei den Studiobossen in Hollywood. An der Seite von Barbara Stanwyck debütierte er als Alkoholiker-Ehemann 1946 in dem Film „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“, es folgten Rollen in „Glasmenagerie“ und „Reporter des Satans“.

Legendärer Sklavenanführer in „Spartacus“

Douglas drehte mehr als 80 Filme, oft mit großen Regisseuren wie Billy Wilder, Howard Hawks, Otto Preminger und Elia Kazan. Allein mit seinem Leinwandfreund Burt Lancaster stand er sieben Mal vor der Kamera - angefangen beim Gangsterdrama „14 Jahre Sing Sing“ bis hin zu der Gaunerkomödie „Archie & Harry - Sie können’s nicht lassen“.

Drei Mal hatte er Oscar-Chancen: in der Rolle des rücksichtslos-ehrgeizigen Boxers in „Zwischen Frauen und Seilen“, als machtgieriger Produzent in „Stadt der Illusionen“ und für sein Künstlerporträt „Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft“. Die Filmakademie verlieh ihm schließlich 1996 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Doch seine berühmteste Rolle war die des legendären Sklavenanführers „Spartacus“ in dem teuren Historienepos unter der Regie von Stanley Kubrick. Douglas, der den Film mit seiner eigenen Firma produzierte, bewies damals Mut. Er verpflichtete Dalton Trumbo als Drehbuchschreiber, obwohl dieser auf der schwarzen Liste der geächteten kommunistischen Künstler stand und damit Berufsverbot hatte. Der Film holte 1961 vier Oscars und war ein Kassenschlager.

Noch im hohen Alter war Douglas einer erklärter Liberaler. Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen im Herbst 2016 hatte er in einem Blog bei der „Huffington Post“ vor den Folgen eines Wahlsieges von Donald Trump gewarnt und auf die Gefahren von Hassreden und Fremdenfeindlichkeit hingewiesen. „Das ist immer noch eine Sorge“, sagte Douglas vor einem Jahr im dpa-Interview. „Die Welt ist ein Chaos, und wir müssen das Durcheinander für unsere Kinder und Enkel wieder in Ordnung bringen. Täglich gibt es Schießereien, von Schulen bis zu Synagogen. Obdachlose werden schikaniert und getötet. Die Welt ist so gespalten, das muss sich ändern.“