Kita-Versorgung in Mühlhausen Stadtbezirk gravierend unterversorgt

Der Abriss und Neubau der Kita Memeler Straße in Mühlhausen soll die Kita-Platzversorgung bessern. Foto: Iris Frey

Der Stadtbezirk Mühlhausen rangiert an letzter Stelle, was die Versorgung mit Kita-Plätzen betrifft. Bezirksbeirat und Bezirksvorsteher sind besorgt.

Lokales: Iris Frey (if)

Im Kita-Versorgungsbericht des Jugendamts für 2022 hat Mühlhausen den letzten Platz unter den 23 Stuttgarter Bezirken. Es gibt einen Versorgungsgrad im Ganztagesbereich von nur 46 Prozent, bei den Null- bis Dreijährigen sind es nur 37 Prozent. Nur für die Drei- bis Sechsjährigen liegt der Wert bei knapp 70 Prozent. Monika Painke vom Jugendamt sagt, die Situation in Mühlhausen sei im stadtweiten Vergleich besonders angespannt. „Der Rechtsanspruch gilt für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Daher ist es unsere Verpflichtung als Stadt, ab diesem Alter die notwendigen Plätze zu schaffen und bereit zu stellen.“

 

Zugleich wird Mühlhausen durch städtebauliche Nachverdichtung elf Prozent zusätzliche Bewohner bekommen. Für die Neubaugebiete Mittlere Wohlfahrt und Schafhaus seien bereits weitere Kitas in Planung. Mit den Neubauten am Julius-Brecht-Haus/Am Eschbach und in der Balthasar-Neumann-Straße sollen weitere 90 zusätzliche Kita-Plätze entstehen. Allerdings sagt der Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann, dass die beiden Neubauten „nur rudimentär zusätzliche Plätze schaffen“, da die Kita im Rilkeweg geschlossen wurde, sowieso noch Plätze nachzuholen seien und die neuen Einrichtungen frühestens 2024/2025 an den Start gingen.

Der Fachkräftemangel verschärft die Knappheit

Dies bedeute, dass sich die Bugwelle in Mühlhausen bei den Drei- bis Sechsjährigen weiter aufbauen werde, sagt Bohlmann. Dazu käme der Fachkräftemangel im Kita-Bereich. Die Verwaltung zeigte sich hingegen zuversichtlich: Es gebe auch Planungen der kirchlichen Träger zur Entspannung der Lage. In Mönchfeld sind die zwei Kita-Gruppen im Mai aus dem Interimsquartier in Hofen in den Neubau des katholischen Kindergartens St. Johannes Maria Vianney umgezogen. In den nächsten Monaten werden zwei weitere Gruppen dort dazukommen, eine für Null- bis Dreijährige mit 10 Kindern und eine für Drei- bis Sechsjährige mit 20 Kindern. „Die Erzieherinnen-Stellen sind bereits ausgeschrieben“, sagt Nicole Höfle, die Sprecherin des katholischen Stadtdekanats.

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