Kleinbahn in Stuttgart Regen sorgt für Spannung beim Saisonstart der Killesbergbahn

Start in die neue Saison: die Killesbergbahn ist wieder unterwegs. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Regen am Karfreitag verzögert die ersten Runden der Killesbergbahn im Höhenpark etwas. Doch echte Fans lassen sich von so etwas nicht entmutigen und warten geduldig.

Kommt sie oder kommt sie nicht? Die Frage, die Fahrgäste der Deutschen Bahn leidvoll kennen, macht auch den Saisonstart der Killesbergbahn am Karfreitag spannend. Denn es regnet. Und am Bahnhof im Park klärt ein Schild darüber auf, dass die „Züge aus Sicherheitsgründen nur bei trockener Witterung verkehren“.

 

Aber was ein echter Fan des Bähnles ist, den hält der Regen nicht ab. Jörg und seine Frau Rita sind schon kurz nach zehn Uhr da. Um 10.30 Uhr soll es losgehen. Jörg (69) erzählt, dass er schon als kleiner Bub regelmäßig mit seinen Eltern mit dem Bähnle fahren durfte. Dann kommt Pawel Konik mit seinem Sohn Julian, vier Jahre alt. „Wir fahren im Sommer jedes Wochenende mit der Bahn, Julian liebt vor allem die Dampflok „Santa Maria“, wir haben deshalb eine Saisonkarte für die ganze Familie“, erzählt der Vater.

Die Diesellok dreht als erste ihre Runde

Die Schar der Wartenden wird immer größer, und niemand glaubt, dass ausgerechnet in dieser Saison, in der die Killesbergbahn 85 Jahre alt wird, der Auftakt ins Wasser fallen könnte. Alle gucken zum Himmel und in die Pfützen, ob da noch die Tropfen spritzen. Niemand gibt auf. Christa und ihr Sohn Emanuel verraten, dass drüben im Lokschuppen die Santa Maria dampft und alles zum Start bereit ist. Und um 11 Uhr, der Regen hat aufgehört, taucht das Bähnle endlich auf.

„Aber es ist nur die Diesellok!“ Klingt da Enttäuschung mit? Ein bisschen schon, denn die eigentliche Sensation der 1939 erstmals zur Reichsgartenschau auf die Schienen durch den Park gesetzten Lilliputbahn sind die Dampfloks „Springerle“ und „Tazzelwurm“, die 2016 um die baugleiche „Santa Maria“ aus Spanien ergänzt wurden. „Sie kommt auch noch“, kündigt Peter Makein, Führer der Diesellok „Blitzschwoab“, an. In den fünf Wagen dahinter sind im Nu alle 76 Plätze besetzt. Doch da dampft schon die Santa Maria heran – und prompt wechseln die Fans zum Favoriten. Aber erst mal muss Lokführer Thomas Stegmüller ordentlich Wasser nachfüllen, pro Runde braucht er 120 Liter. Für zwei Kilometer in zwölf Minuten. Und am Tag drei Zentner Kohlen.

Der Karsamstag ist Diesellok-Tag mit „Blitzschwoab“ und „Schwoabapfeil“ von 10.30 bis 17.30, am Ostersonntag startet um 9 und 10 Uhr der Häsle-Express mit „Santa Maria“ und „Blitzschwoab“ zum Osternest-Suchen im Park, am Ostermontag ist Betrieb von 10.30 bis 17.30 Uhr. Die Killesbergbahn fährt unter der Woche ab 14 Uhr mit Dieselzügen und an Wochenenden und Feiertagen ab 10.30 Uhr unter Dampf – bei trockenem Wetter. Der 85. Geburtstag wird mit einem Dampflokfest am 6. und 7. Juli gefeiert. Hoffentlich regnet’s nicht.

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