Kleintierzüchterverein Möhringen „Besser als jeder Wachhund“

Gänse schlagen Alarm, wenn sich Fremde nähern. Foto: privat
Gänse schlagen Alarm, wenn sich Fremde nähern. Foto: privat

Der Kleintierzüchterverein Z 107 Möhringen kümmert sich darum, die Vielfalt der Rassen zu bewahren.

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Stuttgart-Möhringen - Fragt man heute Kinder, woher das Ei kommt, antworten manche: aus dem Kühlschrank,“ sagt Klaus Hübner, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins Z 107 in Möhringen. Auch, was ein weißes von einem braunen Ei unterscheidet, wüssten die wenigsten. Die Antwort lautet: abgesehen von der Farbe gar nichts. Das braune Ei sei weder gesünder, noch schmecke es anders. Die Farbe sagt nur etwas über das Ohr des Huhns aus. Denn davon hänge die Farbe der Eierschale, sagt Hübner. Ob weiß oder rotbraun: je nach Herkunft des Huhns sind die Eier in der Natur besser getarnt.

Aber es gibt auch grüne Eier, „die legen die Araucana-Hühner,“ sagt Hübner. Deren Herkunft ist ungewiss. Erstmals entdeckt wurden sie bei amerikanischen Ureinwohnern. Zwar werden die Araucana-Hühner auch in Deutschland gezüchtet, auf der Möhringer Zuchtanlage in der Handwerkstraße gibt es sie jedoch nicht. Dort leben etwa 49 Rassen, vorrangig Hühner, Kaninchen und Tauben.

„Da es heute weniger Landwirtschaft gibt, haben die Menschen immer seltener eine Beziehung zum Kleintier,“ sagt Hübner. Deswegen ist es Vereinsziel, die Rassenvielfalt zu erhalten sowie der Bevölkerung die artgerechte Pflege und Haltung der Tiere zu vermitteln. Auf zwei Tierschauen im Jahr präsentieren sich die Züchter: Beim Sommerfest gibt es alle Jungtiere vom Kreisverband Obere Filder zu sehen, beim Herbstfest im Bürgerhaus sind die erwachsenen Tiere dabei. Zudem findet jedes Jahr ein Tag der offenen Tür in der Zuchtanlage statt.

2005 war ein erfolgreiches Jahr für den Verein: Er holte den ersten Preis in einem Wettbewerb um die beste Zuchtanlage in Baden-Württemberg. Darüber hinaus gewann er vier Meistertitel auf der Landeskaninchenschau.

Jeden Monat kommen die Züchter zum Stammtisch zusammen. Die Jugendgruppe des Vereins gibt es seit 50 Jahren. Alle vier Wochen treffen sich Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren zu Schulungen, Spielen oder Radtouren. Um mitzumachen, muss man nicht selbst Tiere halten. Darüber hinaus gibt es seit 1983 eine Frauengruppe, die sich heute Handarbeits- und Kreativgruppe nennt.

Klaus Hübner ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Vereins und hat durch seinen Vater zu den Kleintierzüchtern gefunden. Mit sechs Jahren ist er dem Verein beigetreten, zwei Jahre später hatte er seine ersten eigenen Tauben. In seinem Garten hält der 56-Jährige heute mehrere Kaninchen und einen Fasan, außerdem besitzt er 56 Hühner.

Die Lieblingstiere des Möhringers aber sind Paul und Lotte, ein Gänsepärchen. „Die zwei sind besser als jeder Wachhund“, sagt er. Denn wenn sich Fremde nähern, schlagen die Gänse Alarm. „Sie schreien laut – und wenn man ihnen zu nah kommt, schnappen sie auch,“ fügt Hübner hinzu.

Was den Z 107 von anderen Kleintierzüchtervereinen abhebt, sei die gute Kameradschaft und der relativ junge Vorstand. Auch seien Züchter unter ihnen, die auf Landes- und Bundesschauen Erfolge erzielten. Für die Zukunft wünscht sich der Vorsitzende, dass das Interesse bei der Jugend wieder größer wird. Zumindest die Jugendlichen im Kleintierzüchterverein wissen, dass das Ei nicht aus dem Kühlschrank kommt.

Das Sommerfest mit Kreis-Jungtierschau findet am Samstag, 28. Juli, von 15 Uhr an und am Sonntag, 29. Juli, von 11 Uhr an im Schulzentrum Rembrandtstraße, Eingang Sigmaringer Straße 85, statt.

Kleintierzüchterverein Z 107

Anschrift: Auwärterweg 11, 70567 Stuttgart
Telefon: 07 11/71 43 87
Mail: klzv-z107@t-online.de
Vorsitzender: Klaus Hübner Gründungsjahr: 1894 Mitgliederzahl: 106

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