Ab nach oben: In den Kletterparks und Hochseilgärten rund um Stuttgart kann man seinen Wagemut testen. Foto: imago images/Jochen Tack/Jochen Tack
Nichts wie rauf auf die Bäume: Ein Ausflug in einen Kletterpark kann für Eltern und Kinder (fast) jeden Alters eine Alternative sein. Wir stellen Hochseilgärten in der Region Stuttgart vor.
Wochenende, Feiertag oder Ferienzeit und das Wetter ist zu gut, um vor der Spielekonsole oder dem Smartphone zu sitzen. Ein Ausflugsziel muss her – und zwar eines, das allen Familienmitgliedern Spaß zu machen verspricht, von der aktiven Erstklässlerin bis hin zum nörgelnden Teenager. Aber welche Aktion macht alle froh?
Ein Besuch in einem der Hochseilgärten in Stuttgart und der Region hat dieses Potenzial. Hier können große und kleine Besucher nach einer kurzen Sicherheitseinweisung direkt selbst in luftiger Höhe loslegen. Je nach Alter, Körpergröße oder gewünschtem Schwierigkeitsgrad stehen verschiedene Kletterparcours zur Auswahl. So kann jeder die Kletterstrecke finden, die er bewältigen kann, erfährt dabei die eigenen Grenzen – und nimmt am Ende jede Menge Selbstvertrauen mit nach Hause.
Praktische Kleidung von Vorteil
Was man beachten sollte: Bei fast allen Hochseilgärten gelten aus Sicherheitsgründen bestimmte Mindestvoraussetzungen hinsichtlich Alter und Körpergröße. Eltern müssen für ihren Nachwuchs eine Einverständniserklärung unterschreiben, die meist schon vor einem Besuch auf der Homepage des jeweiligen Klettergartens heruntergeladen werden kann.
Die Kleidung sollte praktisch sein - Flipflops, Sandalen und hohe Absätze haben in einem Hochseilgarten nichts zu suchen. Turnschuhe oder leichte Trekkingschuhe bieten guten Halt, T-Shirt und Hose sorgen dafür, dass die Sicherheitsgurte nicht auf der nackten Haut reiben.
Nichts wie rauf auf die Bäume? Im Folgenden stellen wir Hochseilgärten in Stuttgart und der Region vor.
Für Angebote, Öffnungszeiten und Eintrittspreise wird keine Gewähr übernommen. Alle Angaben stammen von den Veranstaltern (Stand: Mai 2024).
Foto: Benjamin Bauer/Benjamin Bauer
Waldklettergarten Stuttgart in Zuffenhausen
Mit einer Seilbahn durch Stuttgarts grünes Blätterdach sausen? Oder auf den Fernsehturm klettern? Im Waldklettergarten in Stuttgart-Zuffenhausen ist das möglich. Der Hochseilgarten hat seine verschiedenen Kletterwege nach lokalen Sehenswürdigkeiten benannt. Besuchern stehen acht Parcours mit über 80 Kletterelementen zur Verfügung. Der Schwierigkeitsgrad wird in Eichhörnchen bemessen: Der Parcours „Hasenbergsteige“ ist mit einem Eichhörnchen recht einfach, die „Stäffele“ mit vier Eichhörnchen sehr anspruchsvoll.
Mindestalter: In Zuffenhausen darf in die Bäume, wer mindestens sieben Jahre alt ist und 1,60 Meter hoch greifen kann. Bei Kindern unter zwölf Jahren muss ein Erwachsener mitklettern. Der Betreuungsschlüssel beträgt 1:3 - ein Erwachsener kann maximal drei Kinder betreuen.
Eintritt: Für dreieinhalb Stunden Klettern werden in Zuffenhausen für Kinder bis elf Jahre 18 Euro fällig, Jugendliche zahlen 22 Euro, Erwachsene 25 Euro. Der Familienrabatt (Eltern mit ihren eigenen Kindern) beträgt zwei Euro pro Person. Wer spät kommt, den bestraft hier ausnahmsweise nicht das Leben: Drei Stunden vor Schluss gibt es zwei Euro Ermäßigung pro Person.
Wer im Kletterpark Stuttgart im Schmellbachtal in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) die Kletterhürden in eineinhalb bis zwölf Metern Höhe überwindet, darf am Ende Seilbahn fahren. Vom einfachen „Spatz“ bis zum anspruchsvollen „Hirsch“ ist auf zehn Wegen mit fast 100 Elementen und 19 Seilrutschen für große und kleine Kletterer etwas dabei. Zu ausgewählten Terminen gibt es im Schmellbachtal auch „Nachtklettern“: Ausgerüstet mit einer Stirnlampe und einem Sicherheitsgurt geht es mit Einbruch der Dunkelheit hinauf in die Baumwipfel.
Mindestalter: Sechs Jahre, die Mindestgreifhöhe liegt bei 1,60 Meter. Bei Kindern unter 13 Jahren muss ein Erwachsener mitklettern. Der Betreuungsschlüssel liegt bei Kindern unter neun bei 1:2 - ein Erwachsener kann maximal zwei Kinder betreuen –, bei Kindern zwischen neun und zwölf Jahren bei 1:3.
Eintritt: Kinder bis zwölf zahlen 18 Euro, Schüler ab 13 Jahren und Studenten 22 Euro, Erwachsene 25 Euro. Eine zeitliche Beschränkung gibt es nicht.
In den Wipfeln des Schönbuchs klettert man im Waldseilgarten Herrenberg (Kreis Böblingen). Sieben Parcours gibt es dort – von vier bis 13 Metern Höhe. Zwei besondere Schmankerl für Wagemutige: Der Parcours „Flying Fox“ mit acht Seilrutschen und der „Power Fan“, wo man sich 13 Meter in die Tiefe fallen lassen kann. Für Familien mit jüngeren Kindern gibt es den Kinderparcours, wo schon Dreijährige kraxeln dürfen.
Mindestalter: Die Kleinsten bis zum Alter von sechs Jahren klettern im Kinderparcours, bei den Größeren entscheiden Alter und Körpergröße darüber, welcher Parcours genutzt werden darf. Auch der Betreuungsschlüssel variiert altersabhängig: Während Sechs- bis Siebenjährige von zwei Erwachsenen (oder einem Erwachsenen und einem Kletterer über zwölf Jahren) begleitet werden müssen, genügt bei Kindern ab acht Jahren ein erwachsener Mitkletterer.
Eintritt: Für drei Stunden Klettern zahlen Kinder von sechs bis elf Jahren 21 Euro, Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren 23 Euro, Erwachsene 25 Euro. Ab drei Personen erhalten Familien eine Ermäßigung von zwei Euro. Drei- bis sechsjährige Klettermaxe zahlen 10 Euro für eine Stunde im Kinderparcours.
Einer der größten Klettergärten im Südwesten: Mehr als 4000 Meter Kletterstrecke auf 15 Parcours bietet der Waldhochseilgarten im Freizeitpark Rutesheim (Kreis Böblingen). Wagemutige stürzen sich am Freifall-Element in die Tiefe oder sausen mit der 100-Meter-Seilbahn durch die Lüfte. Für Kleine gibt es einen Kinderparcours in anderthalb Metern Höhe.
Mindestalter: Kinder ab zweieinhalb Jahren klettern im Kinderparcour; Kinder von fünf bis neun Jahren und einer Mindestgröße von 1,10 Metern dürfen in Begleitung eines Erwachsenen auf den höheren Strecken klettern. Ein Erwachsener kann maximal zwei bis drei Kinder betreuen. Kinder ab zehn dürfen klettern, ohne dass ein Erwachsener dabei ist. Alter und Körpergröße entscheiden darüber, welcher Parcours benutzt werden darf.
Eintritt: Kinder bis vier Jahre zahlen in Rutesheim 19 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren 25 Euro, für Erwachsene werden 32 Euro fällig. Für Familien ab drei Personen gibt’s pro Nase jeweils drei Euro Rabatt.
Im Kletterwald Plochingen (Kreis Esslingen) suchen sich Besucher unter 13 unterschiedlich anspruchsvollen Parcours mit rund 150 Elementen die passende Herausforderung aus. Ein Farbcode unterscheidet die unterschiedlichen Routen: Im „grünen Parcours“ geht es bis zu 22 Meter hoch hinauf. Im „braunen Parcours“ können Besucher einen Sprung aus 17 Metern Höhe wagen. Für die ganz Kleinen sind in Plochingen aber auch Kletterstrecken dabei: An den „pinken Parcours“ dürfen sich auf 80 Zentimetern bis 1,20 Meter Höhe schon Kinder ab drei Jahren versuchen. Der Kletterwald bietet auch Nacht- und sogar Vollmondklettern an.
Mindestalter: An den „pinken Parcours“ dürfen Kinder ran, die mindestens 1,10 Meter hoch greifen können. Für alle anderen Strecken ist eine Greifhöhe von 1,40 Metern erforderlich. Kinder unter 14 Jahren brauchen einen Erwachsenen, der mitklettert. Der Betreuungsschlüssel liegt bei 1:2 – ein Erwachsener kann zwei Kinder beaufsichtigen.
Eintritt: Für drei Stunden Klettern wird in Plochingen für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren 23 Euro fällig. Jugendliche bis 17 zahlen 25 Euro, Erwachsene 28 Euro. An den beiden pinken Kleinkind-Parcours werden für anderthalb Stunden zwölf Euro verlangt. Für Familien ab vier Personen gibt es einen Rabatt von zwei Euro pro Ticket.
Auch der Sonnenhof in Mühlhausen hat einen kleinen Hochseilgarten. Der ist vor allem für Familien mit jüngeren Kindern interessant, denn auf dem 1,60 Meter „hohen“ Eichhörnchenpfad können Kinder ab vier Jahren klettern. Voraussetzung ist, dass sie bis 1,30 Meter greifen können. Auf dem Seilbahn- und Baumhaus-Parcours geht es deutlich höher hinaus: Neuneinhalb Meter, um genau zu sein. Besondere Highlights sind das Baumhaus und die 60 Meter lange „Flying Fox“-Seilbahn.
Mindestalter: Wer vier Jahre alt ist und 1,30 Meter hoch greifen kann, darf sich am Kinderparcours Eichhörnchenpfad versuchen. Ab sieben Jahren dürfen Kinder auch auf neuneinhalb Metern Höhe klettern – wenn sie auf die Griffhöhe von 1,60 Metern kommen. Bis 13 müssen Kinder von einem mitkletternden Erwachsenen begleitet werden. Der Betreuungsschlüssel liegt bei 4:1 – ein Erwachsener darf bis zu vier Kinder beaufsichtigen.
Eintritt: Der Eichhörnchenpfad allein kostet 9,50 Euro Eintritt. Für das Klettern im großen Parcours werden 19,50 Euro fällig – erwachsene Begleitpersonen müssen nichts zahlen.