Klimaschonend Strom produzieren So wird das alte PV-Modul zum Balkonkraftwerk
Die Klimaschutzagentur des Landkreises bietet gemeinsam mit der Hochschule Esslingen einen Workshop für den Bau von Steckersolargeräten an.
Die Klimaschutzagentur des Landkreises bietet gemeinsam mit der Hochschule Esslingen einen Workshop für den Bau von Steckersolargeräten an.
Sonnige Zeiten für die Solarenergie im Land: 2023 wurden hierzulande neue Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 1857 Megawatt Leistung gebaut; ein Rekord. Dabei entfielen 1556 Megawatt auf Dachanlagen und 301 Megawatt auf Freiflächen-Photovoltaik, also Solarparks. Ebenso erfreulich: Erstmals lag der Zubau oberhalb des vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung erforderlichen Ausbauszenarios in Höhe von 1150 Megawatt pro Jahr zwischen 2022 und 2025. Das alles hat das Landesministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Anfang dieses Jahres bekannt gegeben. „Dabei spielen Steckersolargeräte zwar keine entscheidende Rolle – aber Kleinvieh macht auch Mist“, sagt Magnus Schulz-Mönninghoff.
Er ist Projektmanager Photovoltaik bei der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen, und die richtet nun in Kooperation mit der Hochschule Esslingen einen Workshop aus, in dem gezeigt wird, wie man Steckersolargeräte, vielen bekannt als Balkonkraftwerke, aus alten PV-Modulen selbst baut. Die werden oft von Dächern abgebaut und entsorgt, obwohl sie eigentlich noch taugen. „Nach 20 Jahren läuft die Förderung aus. Die Module funktionieren aber durchaus 30 oder 40 Jahre“, erklärt Magnus Schulz-Mönninghoff. Er betont: „Alle 20 Jahre purzeln da Module von den Dächern.“ Aktuell erhalte die Klimaschutzagentur etwa alle zwei Woche einen Anruf von Hausbesitzern, die sich über die Entsorgung von PV-Anlagen informierten, weil die Förderungen in Form von Einspeisevergütungen ausliefen, und da gerade in den Jahren 2005 bis 2010 viele Anlagen installiert worden seien, komme wohl demnächst ein großer Schwung dazu.
Mit dem Workshop will die Klimaschutzagentur zwei Probleme minimieren: Müll soll vermieden werden, gleichzeitig soll weiter klimaschonend Strom produziert werden. Zeigen, wie’s geht, wird der Freiburger Verein Solare Zukunft. Der Workshop findet am 27. April von 9 bis 15 Uhr statt. Er richtet sich in erster Linie an ehrenamtliche Tüftler aus Repair-Cafés und Energiegruppen, die in Zweierteams zum Materialkostenpreis von 220 Euro lernen, wie man Steckersolargeräte baut, aufhängt und den bürokratischen Teil erledigt. „Wenn die das können, können die als Multiplikatoren agieren“, erklärt Magnus Schulz-Mönninghoff. Die Esslinger Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, Energie- und Gebäudetechnik stellt fürs Werkeln Fachräume zur Verfügung und lässt Studierende teilnehmen, die dann ihrerseits erworbenes Wissen an Interessierte weitergeben können. Magnus Schulz-Mönninghoff jedenfalls sieht in Steckersolargeräten einen echten Mehrwert. „Das ist die Art von PV, die sich jeder leisten kann und die für jeden Sinn macht.“
Die Plätze beim Workshop sind begrenzt. Zehn Zweierteams können mitmachen. Anmelden kann man sich bis 1. April über „Termine“ auf der Homepage der Klimaschutzagentur. Doch Magnus Schulz-Mönninghoff betont, dass mit dem Workshop am 27. April die Bemühungen nicht enden sollen. Vielmehr soll sich das Ganze verstetigen, „es soll keine einmalige Sache sein“. Insofern können sich Interessierte online für weitere Infos registrieren. Das übergeordnete Ziel steht fest: „Unsere Absicht ist, dass so viele PV-Anlagen wie möglich installiert werden.“
Nähere Informationen unter www.klimaschutzagentur-landkreis-esslingen.de