Klimastreik im Rems-Murr-Kreis Kürbissuppe für den Klimaschutz

Von Annette Clauß 

Am globalen Klimastreiktag hat es nicht nur in Stuttgart, sondern auch im Rems-Murr-Kreis etliche Veranstaltungen und Kundgebungen gegeben. In Weissach im Tal haben Bürgerinnen und Bürger sich zum Beispiel getroffen, um auf dem Marktplatz einen großen Topf Suppe miteinander auszulöffeln.

Der 30-Liter-Topf mit Suppe war rasch geleert, der Zuspruch bei der Aktion in Unterweissach war groß. Foto: © C) Gottfried Stoppel
Der 30-Liter-Topf mit Suppe war rasch geleert, der Zuspruch bei der Aktion in Unterweissach war groß. Foto: © C) Gottfried Stoppel

Weissach im Tal - Eigentlich wäre Miriam gerne bei der Großdemo für einen besseren Klimaschutz in Stuttgart dabei gewesen, aber: „Wir haben es nicht mehr rechtzeitig hingeschafft.“ Deshalb steht die 19-Jährige an ihrem Geburtstag kurz nach Mittag mit dem jüngeren Bruder Jeremia und ihrem Vater auf dem Marktplatz von Unterweissach und löffelt die Suppe aus, die ihr Nadine Konrad eben ins mitgebrachte Schüsselchen geschöpft hat.

Kürbissuppe für den Klimaschutz – so könnte man die Aktion betiteln, mit welcher der Verein Weissach Klimaschutz konkret und die evangelische Kirchengemeinde am Freitag nach einer kurzen Andacht darauf hinweisen, dass es höchste Zeit ist, zu handeln.

Durch Osteuropa – per Daumen

Eine coole Aktion, findet Miriam, die selbst an den Freitagsstreiks der Schüler teilgenommen hat, und zwar in den Ferien. Inzwischen hat sie das Abitur in der Tasche und freut sich auf eine anstehende Asienreise. „Das ist natürlich nicht so umweltfreundlich“, gibt die 19-Jährige im Hinblick auf den Flug zu: „Aber in den Ferien bin ich mit einer Freundin durch Osteuropa getrampt.“

Nebenan stellt eine Frau zwei gefüllte Suppenteller auf den Stehtisch, ihr Mann zieht mitgebrachte Löffel aus einer Baumwolltasche. „Es ist wichtig, dass sich das Bewusstsein verändert, deshalb sind wir hier“, sagt der 68-jährige Auenwälder. Er findet: „Einfach sagen, der Einzelne kann nichts tun, ist kein guter Standpunkt.“ Hauptsächlich das Konsumverhalten müsse sich ändern: „Der Fleischkonsum ist ein Thema und wir müssen unser Einkaufsverhalten hinterfragen und gut überlegen, wann man das Auto wirklich braucht.“

30 Liter Suppe aus regionalen Lebensmitteln

Währenddessen rührt Nadine Konrad mit einem Schneebesen im knapp 30 Liter fassenden Riesentopf und verrät, was sie da zu Suppe verarbeitet hat. Die fünf Hokkaidokürbisse und die Kartoffeln hat sie beim Bauern gekauft, schließlich ist ihre Devise bei Lebensmitteln: „Alles, was geht, von hier, aus regionaler Erzeugung.“

Die Suppenaktion ist nur eine von vielen Veranstaltungen anlässlich des globalen Klimastreiktags gewesen. In Backnang hatten sich um 9 Uhr rund 100 Menschen zu einer Kundgebung zusammengefunden – viele junge Menschen, aber auch einige aus der Generation Großeltern. „Schön durchmischt“, so beschreibt Markus Koch vom Organisationsteam die Zusammensetzung der Demonstranten, von denen etwa die Hälfte nach Stuttgart weiterreiste. Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Umwelt – bei der Aktionswoche Klimaschutz Rems-Murr, die Koch mitorganisiert hat. Es gehe darum, in Aktion zu kommen, sagt er: „Schimpf nicht über Dunkelheit – zünd ne Kerze an.“

Gute Ideen für ein besseres Klima

Wettbewerb:
Der Landkreis ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, neue Ideen für den Klimaschutz oder bereits umgesetzte Projekte zur Reduktion von Kohlendioxid bei einem Klimaschutz-Ideenwettbewerb einzureichen. Die besten drei Ideen werden vom Landratsamt ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld in nicht genannter Höhe. Auch Vereine und Unternehmen mit Sitz im Rems-Murr-Kreis können teilnehmen.

Bewerbung:
Vorschläge und Ideen können bis zum 20. November eingereicht werden. Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es hier