Das Wohl und Wehe der Energiewende liegt im Wind. Keine andere erneuerbare Quelle ist hierzulande auch nur ansatzweise so bedeutsam, das untermauern die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Windkraft steuerte im vergangenen Jahr fast ein Drittel des erzeugten Stroms bei. Doch die Rekorde verschleiern nicht, dass es bei der Energiewende vielfach hapert.
Anders als in Brandenburg oder Schleswig-Holstein mit Gegenden, wo sich die weißen Riesen mit den drehenden Turbinen bis zum Horizont erstrecken, sind gerade in Baden-Württemberg und Bayern, wo die großen Energieverbrauchszentren liegen, Windräder nur vereinzelt zu finden.
Energiewende im Schneckentempo
15 Windräder gingen 2023 im Südwesten ans Netz. In diesem Schneckentempo lässt sich die Energiewende aber nicht stemmen: Das von der Landesregierung ausgegebene Ziel, im laufenden Jahr 100 neue Anlagen zu bauen, scheint unerreichbar. Einkassiert sind die Ziele für 1000 neue Windräder, die bis 2026 stehen sollten. So aber steht die Klimawende auf der Kippe: Bereits 2030 sollen 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen – vor einem Jahr lag der Wert bei gerade mal knapp über 50 Prozent.
Die Erneuerbaren brauchen politischen Antrieb – das sagt auch der Bundesrechnungshof, wenn er die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung als unzureichend bemängelt. Die Probleme sind immer die gleichen: Für das Gelingen der Energiewende ist ein Ausbau der Stromnetze nötig. Dieser liegt 6000 Kilometer hinter der Planung zurück. Vor allem müssen die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, denn Investoren brauchen Zusagen mit Tempo. Bürokratische Hürden muss die Politik schnell abbauen.