Seit Januar ist Schluss mit der stationären Versorgung in der Geislinger Helfenstein-Klinik, des heutigen Gesundheitszentrums Helfenstein. Auch die Notfallambulanz stellte ihren Betrieb ein. Und im Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihre Notfallpraxis am Klinikstandort aufgibt. Eine Reaktion auf ein Urteil des Bundessozialgerichts, welches das Konzept freiberuflicher Poolärzte konterkarierte.
Seitdem herrscht offenbar Unsicherheit, welche Angebote noch in Geislingen vorgehalten werden. Zumal einige Angebote auf den ersten Blick ähnlich anmuten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Allgemeinmedizinische Notfallpraxis – Notfallambulanz. Doch dahinter verstecken sich verschiedene Leistungen für verschiedene Patienten.
Anlaufstelle für Patienten aller Krankenkassen
So ist die Allgemeinmedizinische Notfallpraxis im Gesundheitszentrum Helfenstein Anlaufstelle für Patienten aller Krankenkassen bei akuten internistischen oder allgemeinmedizinischen Erkrankungen oder medizinischen Notfällen, wie die Alb-Fils-Kliniken (AFK) als Trägerin des Gesundheitszentrums erläutern. Darunter fallen etwa Erkältungen, fiebrige Infekte, Entzündungen der Ohren, Migräne oder ein Hexenschuss.
Ähnlich verhält sich dies mit der Notfallpraxis in der Göppinger Klinik am Eichert, die rotierend von niedergelassenen Ärzten aus dem Landkreis Göppingen besetzt ist. Jedoch ist diese ausschließlich am Wochenende und an Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet, die Geislinger Praxis hingegen montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr. Bei Kindernotfällen empfehlen die AFK, zunächst Kontakt mit dem behandelnden Kinderarzt aufzunehmen und dann gegebenenfalls die Kinderklinik der AFK in Göppingen aufzusuchen.
Im Januar dieses Jahres startete die Kurzstationäre Allgemeinmedizinische Versorgung (KAV) im Gesundheitszentrum Helfenstein. Ein Modellprojekt der AOK: Dort werden Patienten versorgt, die zwar keiner stationären Behandlung bedürfen, bei denen eine ambulante Behandlung durch Haus- oder Facharzt allein jedoch ebenso wenig ausreicht. Dadurch sollen Kliniken entlastet werden, die sich mit ihren Ressourcen damit auf schwerwiegende Behandlungen und Notfälle konzentrieren können. Zum Beispiel: Ein Patient in häuslicher Pflege fängt sich eine Lungenentzündung ein, die sich auch nach mehreren Tagen trotz Antibiotikagabe nicht bessert. In diesen Fällen unterstütze die Kurzstationäre Versorgung, bei welcher der Patient pflegerisch betreut und zudem ärztlich überwacht wird. Innerhalb von zwei Nächten sollen die Patienten wieder in ihr häusliches Umfeld entlassen werden können. Zeigt sich keine Besserung, werden sie stationär aufgenommen. Einweisen können niedergelassene Ärzte genauso wie die Allgemeinmedizinische Notfallpraxis im Gesundheitszentrum Helfenstein.
Im Gegensatz zur kurzstationären Versorgung richtet sich die geplante Kurzzeitpflege im Gesundheitszentrum Helfenstein an Patienten, deren stationäre Behandlung in der Klinik abgeschlossen ist, die aber noch zu schwach sind, um nach Hause oder ins Pflegeheim zurückzukehren. „Sei es, weil die Anschlussversorgung noch nicht gesichert oder das häusliche Umfeld noch nicht entsprechend vorbereitet ist“, wie die Alb-Fils-Kliniken erläutern.
Die Umbauarbeiten für das Vorhaben laufen derzeit
Die Umbauarbeiten für das Vorhaben laufen derzeit, 17 Plätze sollen zur Eröffnung Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen. „Der Unterschied ist also, dass die Behandlung des Patienten in der KAV eine akutmedizinische Behandlung unter ärztlicher Leitung ist und eine zu rasche stationäre Aufnahme im Krankenhaus vermeiden soll“, erläutern die Alb-Fils-Kliniken in Göppingen, was die Kurzzeitpflege vom laufenden Modellprojekt der Krankenkasse AOK in Geislingen unterscheidet.
Schließlich gibt es noch die Angebote im Ärztehaus des Gesundheitszentrums. Diese werden nach Angaben der Alb-Fils-Kliniken von niedergelassenen Ärzten geführt. Die Mediziner dort stünden nach Terminvereinbarung allen Patienten im Landkreis zur Verfügung. Wichtig: „Eine spezielle fachärztliche Notfallbehandlung der Augen ist in unseren Praxen und der Notaufnahme nicht vorgesehen.“ Für diese stehe wiederum die Notaufnahme an der Klinik am Eichert in Göppingen zur Verfügung.
Schwere von Erkrankungen einschätzen
Klinik
Die Notfallambulanz in der Klinik am Eichert ist die Anlaufstelle bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, die sich durch starke Schmerzen in der Brust, Herzbeschwerden, Bewusstlosigkeit oder schweren und stark blutenden Verletzungen äußern können.
Transport
Bei diesen Symptomen ist es im Zweifel auch ratsam, den Rettungsdienst für den Transport in die Klinik zu alarmieren – erreichbar über die Nummer 112. Damit kann auf dem Weg zur Klinik im Zweifel durch Notarzt oder Rettungsdienstpersonal eine Erstbehandlung bis zum Eintreffen im Krankenhaus erfolgen.
Leistungen
Das sind die übrigen medizinischen Angebote im Gesundheitszentrum Helfenstein: Kieferorthopädie, Zahnärzte, Neurologie – Psychiatrie, Augenheilkunde, Physiotherapie – Ergotherapie, Zentrum für Allgemeinmedizin und Chirurgie, Orthopädie – Unfallchirurgie, Kardiologie, Gynäkologie, Innere Medizin, Pädiatrie, Pneumologie, Nephrologische Praxis/Dialysezentrum.