Kolumne Angeklickt #Hotpantsverbot erhitzt die Gemüter

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An einer Schule in Horb am Neckar verordnet die Schulleiterin zu aufreizend gekleideten Schülerinnen schwarze T-Shirts in Übergröße, um "ein gesundes Schulklima" zu gewährleisten - und löst damit einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Netzwerken aus. 

Kommen Mädchen zu knapp bekleidet in die Schule müssen sie manchmal übergroße T-Shirts überziehen. Foto: dpa
Kommen Mädchen zu knapp bekleidet in die Schule müssen sie manchmal übergroße T-Shirts überziehen. Foto: dpa

Stuttgart  - Eigentlich ist es nur ein simpler Brief, den die Leiterin der Werkrealschule in Altheim, einem Stadtteil von Horb am Neckar, an die Eltern ihrer Schüler schickte. Darin bat sie um Verständnis, weil die Schulleitung zu aufreizend gekleideten Schülerinnen ein schwarzes T-Shirt in Größe XXL verordne, das das betreffende Mädchen bis zum Ende des Schultages tragen müsse.

"Es geht uns dabei nicht um die Unterdrückung der Individualität Ihres Kindes. Wir wollen damit ein kleines Stück zu einem gesunden Schulklima beitragen, in dem sich alle wohlfühlen und in dem gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden", schreibt Bianca Brissaud in dem Brief, den der Schwarzwälder Bote auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Angekreidet werden beispielsweise bauchfreie T-Shirts und Hotpants.

Der Brief hat im Netz zu einem wahren Sturm geführt. Den ganzen Donnerstag über führte der Hashtag #hotpantsverbot die Twitter-Trends an, auch zahlreiche Nachrichtenportale berichteten über den Brief der Schule. Während einige wenige Nutzer Verständnis für die Entscheidung der Schule haben, kritisieren die meisten den T-Shirt-Zwang.

 

Andere nutzen die Gelegenheit, um das Thema auf die Schippe zu nehmen.

Was denkt ihr über ein #Hotpantsverbot an Schulen? Wir finden: ÜBERTRIEBEN! Aber Bradley Cooper, du solltest DAS lassen :P

Posted by OK! Magazin on  Montag, 6. Juli 2015

Was den Zorn vieler Nutzer auf sich zieht, ist eigentlich keine gar so außergewöhnliche Maßnahme. Auch am Stuttgarter Heidehof-Gymnasium, einer evangelischen Privatschule, gibt es solche T-Shirts. Schulleiter Berthold Lannert sagt, wer immer mit zu wenig Stoff am Körper im Klassenzimmer sitze und uneinsichtig sei, müsse solch ein übergroßes Shirts tragen. Das sei aber erst zweimal vorgekommen - allerdings nicht wegen eines Mädchens in Hotpants. Vielmehr mussten zwei Jungen die Shirts überziehen, da tief hängenden Hosen mit dem Schritt in den Kniekehlen einen freien Ausblick auf ihre Unterhosen geboten hätten.