Kolumne „Familiensache” Keine gewöhnlichen Haustiere – eigene Hühner sollten es sein

Emil (8) und Anna (12) füttern ihre Hühner auch mal mit den Resten von Wassermelonen. „Die lieben das“, sagt Emil. Foto: Jürgen Bach/Jürgen Bach
Emil (8) und Anna (12) füttern ihre Hühner auch mal mit den Resten von Wassermelonen. „Die lieben das“, sagt Emil. Foto: Jürgen Bach/Jürgen Bach

In Coronazeiten haben sich viele Menschen Tiere angeschafft. Die Geschwister Anna und Emil haben sich aber nicht für einen Hund oder eine Katze entschieden – sondern für Hühner!

Kinderzeitung: Maresa Stölting (mst)
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Stuttgart - Eigene Hühner liegen voll im Trend! Auch die Kinderreporter Anna (12) und Emil (8) sind seit rund einem Jahr stolze Hühnerbesitzer - von Sally, Molly, Blacky und Brownie. Maresa Stölting, Leiterin der Kinderzeitung, hat mit den beiden gesprochen.

Hallo Anna, hallo Emil, wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch ausgerechnet Hühner anzuschaffen?

Emil: Erst haben wir über eine Schildkröte oder einen Hund nachgedacht. Dann wollten wir fast eine Achat-Schnecke …

Anna: Aber dann haben wir mitbekommen, dass andere Leute Hühner haben und das fanden wir cool. Zuerst haben wir uns die vier Hühner nur ausgeliehen, um zu testen, ob es gut klappt.

Mittlerweile habt ihr vier Hühner – sind das dieselben Tiere wie bei eurem Test?

Anna: Wir konnten die Hühner nicht direkt behalten, sondern mussten sie zurückgeben. Aber dann wurden wir angerufen, dass die Tiere im Winter geschlachtet werden würden, dann haben wir sie abgekauft.

Emil: Wir wollten unbedingt wieder die gleichen Hühner haben.

Anna: Unter 30 Hühnern derselben Rasse mussten wir die vier raussuchen. Ich war richtig aufgeregt, dass wir die vier wiederfinden. Wir haben ganz viele Fotos rausgesucht und geschaut, welche Merkmale sie haben. Das hat gut geklappt. Bei drei Hühnern sind wir uns ganz sicher, vielleicht haben wir uns beim vierten vertan.

Emil: Es ist ganz normal, dass man beim Aussuchen auch mal Pech hat – vielleicht hat einfach jemand vor uns die richtige Sally ausgesucht.

 

Hören die Tiere denn auf ihre Namen?

Emil: Nein, das tun sie nicht. Aber wenn wir kommen, haben sie für uns Töne.

Anna: Wenn man hierher kommt, rennen sie schon zum Gatter und schauen, ob man etwas zu essen dabei hat. Und je nachdem, wer kommt, machen sie verschiedene Laute.

Hühner machen bestimmt ganz schön viel Arbeit …

Anna: Wir haben uns lange informiert: wie viel Platz die Tiere brauchen, wie groß der Stall sein muss. Wir haben einen Hühnerstall-Bausatz gekauft. Den mussten wir dann noch lackieren und isolieren, weil wir die Hühner im Winter bekommen haben. Jetzt muss auf jeden Fall zweimal am Tag jemand zum Gehege. Das ist nicht direkt in unserem Garten, sondern auf einer Wiese ein Stück von uns entfernt. Hühner wollen immer direkt raus, wenn die Sonne aufgegangen ist. Und wieder rein, wenn es dunkel wird. Das machen unter der Woche meistens Mama und Papa, vor allem im Sommer wenn es so früh hell und abends so spät dunkel wird.

Emil: Den Futterbehälter und den Wasserbehälter müssen wir regelmäßig auffüllen.

Anna: Und das Kotbrett muss jeden Tag gesäubert werden – eine neue Zeitung und Streu darauf.

Und legen die Hühner fleißig Eier?

Emil: Meistens sind es drei Eier. Die machen wir dann zum Beispiel als gekochtes Ei zum Frühstück, oder als Rührei oder Spiegelei. Oder leckere Pfannkuchen!

Anna: Ich backe auch gerne, da kann man gut Eier gebrauchen. Die meisten verschenken wir aber – allein können wir die nicht alle aufessen. Auf dem Rückweg vom Stall treffen wir oft Leute, die wir kennen. Dann verschenken wir die Eier einfach.

Und was ist das Beste daran, Hühner zu halten?

Emil: Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. Ich habe schon einmal beobachtet, wie Brownie ein Ei gelegt hat! Irgendwie macht auch die Verantwortung Spaß, sich um die Hühner zu kümmern, sie zu füttern.

Anna: Für mich ist das coolste, dass man den Hühnern so viel beibringen kann. Mittags komme ich manchmal hierher und spiele mit den Hühnern. Sie können zum Beispiel auf meinen Schoß fliegen. Ich möchte mal ein Glockenspiel mit zu ihnen nehmen, ein paar Körner drauflegen, und dann macht das so Töne. Die Tiere sind auch sehr zutraulich, man kann sie also ein bisschen streicheln.

Maresa Stölting ist die Leiterin der Stuttgarter Kinderzeitung und der Stuttgarter Kindernachrichten. Das 24-seitige Magazin erklärt Kindern die Welt und kommt jeden Freitag druckfrisch zu Ihnen nach Hause. Probeabo bestellen unter: www.stuttgarter-kinderzeitung.de oder unter www.stuttgarter-kindernachrichten.de

 




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