In der globalen Kalkuliererei überwintert die religiöse Sehnsucht nach Wahrheit, die unsere menschliche Beschränktheit übersteigt, findet unser Kolumnist Jörg Scheller.

Stuttgart - In der Corona-Pandemie fällt immer mal wieder der Begriff „Zahlengläubigkeit“. Einen quasi-religiösen Glauben an Zahlen beklagte etwa der Makrosoziologe Steffen Mau, Autor des Buches „Das metrische Wir“, letztes Jahr in einem Interview: „Wir dürfen Zahlen nicht fetischisieren.“ Die Neue Zürcher Zeitung hatte schon zu Beginn der Pandemie „redaktionelle Zahlengläubigkeit“ in den Medienhäusern kritisiert und lakonisch festgehalten: „Die schöne Grafik zählt mehr als die Substanz.“

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