Querelen in Mönsheim Mit den Höflichkeiten ist es vorbei
In Mönsheim beharken sich der Bürgermeister und seine Gemeinderäte unentwegt. Das schadet am Ende allen, findet unsere Redakteurin Kathrin Klette.
In Mönsheim beharken sich der Bürgermeister und seine Gemeinderäte unentwegt. Das schadet am Ende allen, findet unsere Redakteurin Kathrin Klette.
Es ist ein bisschen wie mit der Henne und dem Ei. Was war zuerst da? Hat das fehlende Vertrauen in einen jungen Bürgermeister, das mit einer falschen Berufsbezeichnung begann, mit sichtbaren Defiziten in den Sitzungsvorbereitungen einen Kontrollzwang beim Mönsheimer Gemeinderat ausgelöst? Oder war es erst dieses ausgeprägte Kontrollbedürfnis, das das Hineinwachsen in dieses herausfordernde Amt für Michael Maurer bis heute so erschwert?
Der Sitzungsverlauf am Donnerstagabend spricht jedenfalls Bände darüber, was in Mönsheim gerade verkehrt läuft. Im einen Moment hält Michael Maurer eine Wutrede in Sachen Kinderbetreuung und verlangt dann eine sofortige Abstimmung ohne weitere Wortbeiträge. Im nächsten wird er von links und rechts zu banalen Themen „angemault“. Über den Austausch von Höflichkeiten ist man längst hinaus, Bürgermeister und Gemeinderäte beharken sich ohne Unterlass.
Das ist so schädlich, wie es nur sein kann. Menschlich, aber ebenso für die Gemeinde. Ein sachliches Zusammenarbeiten scheint zwischenzeitlich unmöglich geworden zu sein – und das nicht erst seit dem Disziplinarverfahren gegen Maurer, das der Gemeinderat durch Beschwerden beim Landratsamt erwirkt hat. Ob dessen Ausgang den erhofften Wandel bringt? Oder die Kommunalwahl im Juni? In Anbetracht der verhärteten Fronten darf das bezweifelt werden.
Der Bürgermeister scheint darauf erpicht zu sein, alles alleine schaffen zu wollen. Die Folgen sind unvollständige Sitzungsunterlagen und Beschlussvorschläge mit Formulierungen wie: „Die Verwaltung hätte eine vorherige Absprache als unschädlich empfunden“. Fachkräfte aus dem Rathaus kommen eher selten zu Wort. Verantwortung an seine Amtsleiter abzugeben, die bereits viele Jahre Erfahrung mitbringen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vertrauen.
Der Gemeinderat dagegen kann nicht aufhören, sich an jeder noch so banalen Kleinigkeit abzuarbeiten, und seien es Küchenschubladen. Und das gegenüber Bürgermeister Maurer manchmal in einem Tonfall, der eine offene Diskussion unmöglich macht. Wenn die Beteiligten in Mönsheim nicht lernen, auch mal loszulassen, werden das bis 2030 ein paar sehr lange Jahre werden.