Kommentar zum Eurovision Song Contest Düsseldorf - douze points!

Feuerwerk der Popmusik: der Eurovision Song Contest. Foto: dapd 26 Bilder
Feuerwerk der Popmusik: der Eurovision Song Contest. Foto: dapd

 Die grandiose Nacht von Düsseldorf 2011 hat jetzt schon Grand Prix-Geschichte geschrieben, findet StZ-Kulturchef Tim Schleider.  

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Düsseldorf/Stuttgart - Mann, diese Show war wirklich hammerg.... Musik, Bilder, Licht, Spannung, Spaß, Party: Der Eurovision Song Contest am Samstagabend in Düsseldorf hat die kühnsten Hoffnungen der Grand-Prix-Fans noch übertroffen. Die riesige LED-Wand mit immer wieder überraschenden Projektionen, ein perfekt ausgesteuerter Sound, die Bühne mitten in einem Publikum mit Fahnen aus aller Herren Länder, dazu die drei wirklich punktgenau agierenden Moderatoren Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab, der "Satellite"-Showact zu Beginn, Jan Delay kurz vorm Finale, ja, selbst die kleinen netten Präsentationsfilmchen aus deutschen Städten: es passte wirklich alles wunderbar zusammen. Deutschland hat sich als moderner, lockerer, optimistischer, groovender Gastgeber erwiesen. Düsseldorf - douze points!

Und die Musik? Auch hier kann man nur sagen: Hut ab! Das Spektrum der beim Song Contest gebotenen musikalischen Stile wird immer breiter; die vier, fünf eher peinlich oder völlig belanglosen Nummern waren schon bei den Halbfinalen erfolgreich ausgesiebt worden. Dass zum Schluss mit der Schmachtballade "Running Scared" von Ell und Nikki aus Aserbeidschan ein ganz schmissiger, aber eher ecken- und kantenloser Titel gewonnen hat, ist da kein Widerspruch. Diesen Effekt, dass zum Schluss eine bestimmte Sorte von Kompromissmusik die meisten Punkte aus allen Ländern holt, hat es schon öfter beim Grand Prix gegeben. Die eigentliche Sensation offenbart sich auf Platz zwei der Endtabelle: Dass Raphael Gualazzi mit seinem Jazzsong "Madness of Love" knapp hinter Aserbeidschan auf Platz Zwei landet, quer zu allen sonstigen Trends und fast ohne Bühneneffekte, das beweist mal wieder, dass alle finsteren Grand-Prix-Theorien über geheime Punktabsprachen unter Nachbarn an der Wirklichkeit dieses großeuropäischen Popfestivals völlig vorbei gehen. Ein guter, charaktervoller Song, der einfach nur auf die Musik setzt, wird von Europas Zuschauern goutiert!

Nächstes Jahr also in Baku! Herrlich - der Song Contest ist immer noch für Neuland und Überraschungen gut. Aber die grandiose Nacht von Düsseldorf 2011 hat jetzt schon Grand Prix-Geschichte geschrieben.

Einen Song verpasst? Auf Youtube gibt's alle Grand-Prix-Lieder zum nachsehen und - hören.




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