Lang ist die Liste der anstehenden Straßensanierungen in der Fildergemeinde Neuhausen. Mit der Sanierung des westlichen Teils der Max-Eyth-Straße geht es dort noch im Jahr 2022 voran, da dieser Straßenabschnitt für die Erschließung des künftigen S-Bahnhofs nötig ist. Der Baubeginn soll noch im Sommer sein. Trotz knapper Kassen schieben auch andere Kommunen im Kreis Esslingen den Straßenbau nicht auf die lange Bank.
Ein großes Projekt jedes Jahr
Ein größeres Straßenbauprojekt steht in Neuhausen jedes Jahr auf dem Plan. Die Sanierung der Verkehrsadern Esslinger Straße und Lindenstraße wurde in mehreren Abschnitten und mehrjähriger Bauzeit realisiert. Nun zurrte der Gemeinderat in der Egelseehalle eine Prioritätenliste fest. 2023 stehen die Mozart-, die Haydn- und die Beethovenstraße auf dem Plan – dafür sind Kosten von 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Dringend sanierungsbedürftig ist auch die Kirchstraße, die im oberen Teil eine wichtige Verbindung in die neuen Wohngebiete und nach Wolfschlugen darstellt. Über die „Buckelpiste“ ärgern sich Autofahrer, die in die Akademiegärten oder ins Egelsee-Schulzentrum fahren. Zwischen der Adenauer- und der Blumenstraße wird die Kirchstraße wohl 2024 und 2025 saniert. Weiter geht es im zweiten Halbjahr 2026 mit der Sanierung der Bismarckstraße. Dies wird angepackt, wenn die Kläranlage erweitert und saniert ist.
Dass die Gemeinde die Straßenbauprojekte priorisiert, lobte Mariela Herzog (Freie Wähler). „Unser Straßennetz ist 50 Kilometer lang, da ist es wichtig, einen Plan zu haben.“ Sie setzt auf Synergieeffekt, wenn zum Beispiel Kanal- oder Leitungsarbeiten anstehen. Daher sei es vertretbar, dass die Sanierung der Max-Eyth-Straße ein halbes Jahr länger dauert. Dringenden Bedarf sieht die Fraktionschefin der Freien Wähler bei der Kirchstraße, über die Autofahrer immer wieder klagen: „Das ist für uns alle ein Segen.“ „Mit der Prioritätenliste kann ich leben“, sagte Gabriele Probst (Initiative Grüne Liste). Auf dem Plan sollten jedoch aus ihrer Sicht auch die Teck-, die Hohenstaufen- und die Neuffenstraße stehen: „Da ist es ganz schlimm. Und es gibt Menschen mit Rollatoren, die nicht mehr vorankommen.“ Die offenen Baustellen in der Straßensanierung haben aus der Sicht von Dominik Morar (CDU) zugenommen: „Unser Sanierungsfortschritt wirkt da wie der Tropfen auf den heißen Stein.“ Er findet es wichtig, „dass man sich vor möglichen Teilsanierungen der Kirchstraße grundsätzliche verkehrskonzeptionelle Gedanken zur Modernisierung macht.“ Das Bauamt müsse die vielen Projekte abarbeiten.
Nichts auf die lange Bank schieben
Trotz angespannter Haushaltslage packen auch andere Kommunen im Landkreis Esslingen die Straßensanierung an. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in den Straßenbau investiert“, sagt Lichtenwalds Bürgermeister Ferdinand Rentschler. Hohe Priorität habe nun der Bereich zwischen Breite Straße und Hohlgasse: „Wenn man den Straßenbau auf die lange Bank schiebt, kann das teurer werden, als wenn man dringend nötige Arbeiten zügig anpackt.“
In Altbach setzt Ortsbaumeister Jens Korff auf „Synergien“, wenn Energieversorger oder Telefongesellschaften Straßenarbeiten planen. Dann ließen sich die Kosten auf mehrere Schultern verteilen. Auch in Altbach läuft der Straßenbau – über die Projekte Am Schönen Rain und Staffelstraße entscheidet bald der Gemeinderat.