Konkurs von Benko Den großen Retter gibt es nicht
Der österreichische Investor René Benko hat unter anderem auch von der Ratlosigkeit vieler Kommunen angesichts der Krise der Innenstädte profitiert, sagt Andreas Geldner.
Der österreichische Investor René Benko hat unter anderem auch von der Ratlosigkeit vieler Kommunen angesichts der Krise der Innenstädte profitiert, sagt Andreas Geldner.
Dass der österreichische Investor René Benko, vorsichtig ausgedrückt, bei der Auslegung ökonomischer und juristischer Spielregeln immer kreativ gewesen ist, das ist eigentlich schon lange bekannt. Und so passt auch der nun eingeleitete Privatkonkurs des reichen Österreichers.
Doch das zeigt auch, wie groß die Verzweiflung in deutschen Städten gewesen ist, sodass sie ausgerechnet auf Benko als einer der Retter ihrer Innenstädte hofften. Von Stuttgart bis Hamburg hinterlässt seine Pleite nun schmerzliche, auch städtebaulich teils weithin sichtbare Wunden.
Und das wirft die Frage auf, warum man zur Wiederbelebung der Zentren gleich an Investoren denkt? Es gäbe auch andere, weniger am Kommerz orientierte Möglichkeiten, um etwa frühere Kaufhausstandorte im Sinne der ganzen Stadtgesellschaft zu beleben.
Nicht alle Investoren sind zugegebenermaßen so halbseiden und unseriös, wie der Österreicher es offenbar gewesen ist. Sein neuestes, cleveres Konkursmanöver unterstreicht noch einmal, wes Geistes Kind er ist. Die Benko-Saga erschüttert zu Recht das Bild vom Groß-Investor als möglichem Retter. Die Rettung der Innenstädte ist komplex. Sie fordert Kreativität. Wenn man bisherige Kaufhäuser weiter betreiben will, muss man dies unter neuen Vorzeichen machen. Und dafür gibt es kein pauschales Konzept.
Daran ist auch der so selbstbewusst auftrumpfende, vermeintliche Stratege Benko gescheitert. Es gibt andererseits genügend Beispiele in der ganzen Republik, wo es durch vielfältige Schritte der Kommunen und durch unterschiedliche Beteiligte gelungen ist, beispielsweise bisherige Kaufhausstandorte neu zu beleben.