Konzert in Stuttgart So war’s bei Tua im Wizemann
Tua hat im Wizemann sein neues Album „Eden“ vorgestellt und mit seinen neuen und alten Songs begeistert.
Tua hat im Wizemann sein neues Album „Eden“ vorgestellt und mit seinen neuen und alten Songs begeistert.
Die Bühne ist in warmes, gelbes Licht getaucht, als Tua auf die Bühne kommt und mit „Weit und blau“ sein ausverkauftes Konzert im Club des Wizemann eröffnet. Im Publikum gehen die Arme direkt nach oben, es wird textsicher mitgesungen. Für Tua, bürgerlich Johannes Bruhns, ist Stuttgart sozusagen ein Heimspiel. Der Wahlberliner ist in Reutlingen geboren.
Die ersten Lieder gehen beinahe nahtlos ineinander über: „Geld“, „Südvorstadt“, „So gut es geht“. Es sind Lieder seines neuen Albums „Eden“, das am Freitag erschienen ist und eine neue Ära eingeläutet hat. Der „König der Melancholie“ ist zwar immer noch da, die Musik kommt aber deutlich versöhnlicher und optimistischer daher.
„Ich habe gemerkt, dass ich innerhalb meines Genres verschiedene Genre habe“, sagt Tua auf der Bühne. Eines davon seien Lieder, die von der Vorstadt handeln und vor allem von der Vorstadtjugend. Über die hat er auf seinen Vorgängeralben gesungen und gerappt, über Schlägereien, Hochhaussiedlungen und Freunde, die im Knast landen. „Und die Zivibullen gaben sich kumpelhaft / Kannten unsre Namen gut, wussten schon, wer Unsinn macht / Aber dann hätten die Jungs fast einen umgebracht“, singt er in „Vorstadt“. Die Bühne ist jetzt das erste Mal wieder grau statt bunt.
Dann folgen Lieder anderer Themengebiete: „Lieder über Liebe oder Drogen“, sagt er – und die Grenzen sind dabei oft fließend. Es folgen unter anderem „Sayonara“, das wie er selbst sagt archetypische Lied „MDMA“ und sein neuer, bisher wohl eingängigster Song „Niederlande“.
Und nicht nur was die Texte angeht, bewegt sich Tua zwischen den Genres: Rap, R’n’B, Elektro-Pop und inzwischen sogar Indie-Anklänge. An diesem Abend zeigt er einem begeisterten Publikum sein abwechslungsreiches Repertoire.
Tua verliert zwischen den Liedern nicht viele Worte, er lässt seine Musik sprechen. Am Ende zeigt er sich demütig: „Es ist ein großes Privileg hier vor euch zu stehen.“
Und dann beschließt er den Abend mit dem letzten Lied seines neuen Albums. „Im Garten“ beschreibt ziemlich gut, welchen Vibe Tuas neue, optimistischere Ära hat – irgendwie angekommen und doch immer noch auf der Suche: „Wenn alles schön und alles gut und alles klar ist / Fragt sich höchstens ab und zu, ob das alles war.“