Kooperation mit der Bürgerstiftung Stuttgart Ein kluger Schachzug von Mercedes

Irene Armbruster (links), die Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, mit Mercedes-Vorständin Renata Jungo Brüngger auf dem Dach des Züblin-Parkhauses in Stuttgart Foto: Max / Kovalenko

Das Unternehmen spendet große Summen und setzt dabei auf die Bürgerstiftung als Mittler in die soziale Sphäre. Die Stadt kann davon enorm profitieren, meint Matthias Schmidt.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Mercedes-Benz ist in der Welt der großen Zahlen zu Hause. Zweistellige Milliardengewinne wurden in den vergangenen Jahren verbucht und 40 Prozent davon an die Aktionäre weitergereicht. Mitunter übersteigen die Summen fast das Vorstellbare. Für viele engagierte Bürger, bei denen schon wenige tausend Euro über das Wohl oder Wehe eines sozialen Projekts entscheiden, mögen sie utopisch klingen. Zu Hause ist Mercedes allerdings auch in Stuttgart. Und der Konzern will sich wieder stärker verbinden mit der Region, in der ein erheblicher Teil seiner Beschäftigten lebt. Auch hier sind große Zahlen im Spiel: 12,5 Millionen Euro an Spenden. Aber – und das ist die gute Nachricht: Mercedes kippt das Geld nicht mit der Gießkanne aus.

 

Die Zeit für Bewerbungen ist jetzt

Es ist ein kluger Schachzug, dass der Autohersteller auf die in der Stadt gut vernetzte Bürgerstiftung als Mittler in die soziale Sphäre setzt. Durch jahrelange Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Organisationen verfügt sie über Kompetenzen, die Mercedes selbst kaum aufbauen könnte. Wer mitwirken will, soziale Probleme, die es auch in einer reichen Stadt wie Stuttgart vielfach gibt, zu lindern, kann nun auf starke finanzielle Unterstützung hoffen. Bewerbungen sind willkommen – und die Stiftung sorgt dafür, dass Kriterien und Auswahlprozess transparent vonstatten gehen.

Für Mercedes ist es, ganz abgesehen von der guten PR, auch eine Rückbesinnung auf die Wurzeln. Im Zuge der Internationalisierung der Geschäfte hat die Firma in den vergangenen Jahren zahlreiche Bande gekappt, sich vom Tennis auf dem Weißenhof, vom Reiten in der Schleyerhalle, zuletzt vom Trikot des VfB Stuttgart zurückgezogen. Zumindest teilweise fließt das Geld nun in Bereiche, die wesentlich direkteren Einfluss auf das Leben in Stuttgart haben. Für die Stadt ist das ein großer Gewinn.

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