Korruption in Russland Putins Sprecher und die Luxus-Jacht

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Ihre Miete kostet das Dreifache seines Jahresgehalts, trotzdem verbringt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow seinen Urlaub auf der zweitteuersten Jacht der Welt. Aufgeflogen ist der Beamte dank findiger russischer Blogger und seiner Teenager-Tochter.

Die Miete der Maltese Falcon beträgt 385.000 Euro pro Woche. Foto: StZ
Die Miete der Maltese Falcon beträgt 385.000 Euro pro Woche. Foto: StZ

Stuttgart - Selten dürfte ein Regierungssprecher mit seinem Privatleben so viel internationale Aufmerksamkeit erzeugt haben wie Dmitri Peskow: Erst kürzlich lieferte der 47-jährige Putin-Vertraute Gesprächsstoff, als er mit einer sündhaft teuren Uhr am Handgelenkt gesichtet wurde. Das von Bloggern enttarnte Stück soll eine halbe Million Euro kosten. Peskow selbst verfügt allerdings nur über ein Jahressalär von circa 130 000 Euro – und verdient damit nicht mehr als der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert.

Nun machte der Russe erneut mit einem teuren Posten auf sich aufmerksam: Der bekannte russische Blogger Alexej Nawalny will nachgewiesen haben, dass Peskow seine Flitterwochen auf der zweitteuersten Yacht der Welt verbringt, der Maltese Falcon. Die Miete für das 88 Meter lange Schiff beträgt laut der Seite des Vermieters 385 000 Euro pro Woche. Drei Jahre lang hätte der Pressesprecher, der kürzlich die ehemalige Eiskunstläuferin Tatjana Nawka geheiratet hat, für diesen Ausflug folglich arbeiten müssen.

Von der Teenager-Tochter entlarvt

Anhand der frei verfügbaren Positionsdaten der Yacht hatte der findige Nawalny zunächst festgestellt, dass die Maltese Falcon stets in unmittelbarer Nähe zweier Yachten kreuzte, mit denen erwiesenermaßen zwei von Peskows besten Freunden vor der Küste Sardiniens segelten. Doch der Putin-Sprecher stritt gegenüber einem russischen Fernsehsender alle Vorwürfe ab: Er habe keine Yacht gemietet, sondern befinde sich mit seiner Familie in einem Hotel auf Sizilien.

Ausgerechnet Peskows Teenager-Tochter entlarvte ihren Vater allerdings: Das Mädchen postete mehrere Bilder beim sozialen Netzwerk Instagram, die russische Blogger untersuchten. Anhand der „Geotags“, also der Ortsangaben, die den Bildern zugeordnet waren, zeigte sich, dass sich Peskows Tochter stets dort befand, wo die Yacht vermutet wurde. Den letzten Beweis lieferte schließlich ein Selfie des Mädchens: Die Blogger verglichen die Einrichtung im Hintergrund des Bildes mit einem Werbevideo der Maltese Falcon und kamen zu dem Schluss, dass sich das Mädchen auf der Yacht befunden haben muss.

Für den Blogger Nawalny ist der Vorfall ein weiteres Beispiel für die grassierende Korruption im Land. 17 Prozent der Russen lebten unter der Armutsgrenze, 23 Prozent ginge es wirtschaftlich schlecht, während die Elite sich schamlos bereichere, klagte der Oppositionelle auf seinem Blog. Er forderte Peskow auf offenzulegen, woher das Geld für die Luxus-Flitterwochen stammt.