Krankenhausschließung in Vaihingen Die ersten Patienten können kommen

Von Julian Illi 

Im vergangenen Dezember hat das Krankenhaus Vaihingen seinen Betreib eingestellt – nun ist wieder Leben im Gebäude. Vom Montag an hat eine geriatrische Tagesklinik ihre Türen geöffnet, zunächst für zwei Jahre.

Sessel statt Betten: die neue Tagesklinik im Vaihinger Krankenhaus. Foto: factum/Bach
Sessel statt Betten: die neue Tagesklinik im Vaihinger Krankenhaus. Foto: factum/Bach

Vaihingen/Enz - Es riecht nach frischer Farbe im Erdgeschoss des stillgelegten Krankenhauses in Vaihingen. Erst am Freitag sind die Maler fertig geworden. In den vergangenen Wochen haben die Handwerker eine der beiden Stationen des Krankenhauses, das Ende Dezember seinen Betrieb eingestellt hat, in eine geriatrische Tagesklinik verwandelt. Statt Betten stehen nun bequeme Sessel in den Zimmern, es gibt einen Raum für Physiotherapie, für Logopädie und einen Ruheraum. In einem der ehemaligen Patientenzimmer befindet sich heute der Speisesaal.

Noch hat sich kein Patient in der Tagesklinik angemeldet, doch das beunruhigt Johan Bernhardt nicht. „Ein neues Restaurant muss sich ja auch erst herumsprechen“, sagt der Pflegedirektor der Regionalen Kliniken Holding. Bernhardt ist zuständig für die Häuser in Vaihingen, Markgröningen und Bietigheim, er hat die Vorbereitungen zum Neustart begleitet. „Ich bin von dem Konzept überzeugt“, sagt er.

Die Tagesklinik ist ein Modellversuch

Das sieht vor, ältere Patienten ambulant zu betreuen, von 9 bis 17 Uhr hat das Haus täglich geöffnet. Um aufgenommen zu werden, müssen die Patienten einige Kriterien erfüllen: Sie müssen selbstständig und einigermaßen mobil sein – und abends sowie am Wochenende zu Hause versorgt werden. Vor allem Flüssigkeits – oder Blutmangel könne hier behandelt werden, sagt Bernhardt. Eingewiesen werden die Patienten von Hausärzten oder Kliniken, zum Beispiel nach einem längeren stationären Aufenthalt. Zwölf Plätze hat das neue Haus, das es in dieser Form kein zweites Mal in Baden-Württemberg gibt.

Rund zehn Köpfe ist das Pflegeteam stark. Zurzeit ist darunter nur ein Arzt, künftig sollen sich zwei Mediziner die Arbeit an dem Standort teilen. Von März an fängt eine Ärztin in Vollzeit in der Tagesklinik an. Im Frühjahr wollen Bernhardt und sein Team auch eine größere Info-Veranstaltung abhalten. „Es ist ein Modellprojekt“, sagt er.




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