Krautstart in Leinfelden-Echterdingen Das Spitzkraut ist in diesem Jahr spitze

Zufriedene Gesichter bei den Teilnehmern des Krautstarts: Die Krautköpfe sehen aus wie gemalt. Foto: Torsten Schöll

Mit dem traditionellen Krautstart wurde in Leinfelden-Echterdingen die Erntesaison eröffnet. Trotz der anfänglich schwierigen Wetterlage im Sommer fallen die Köpfe in diesem Jahr groß aus.

Da staunen einige bereits vom Traktor-Anhänger herunter nicht schlecht. „Die sind richtig groß in diesem Jahr“, ruft jemand in die Runde, als der Trecker von Landwirt Frank Stäbler samt Anhänger am Spitzkrautfeld entlangfährt. Insgesamt neun Vertreter der Vereinsringe, Dorfgemeinschaftsvereine und Gewerbeverbände von Leinfelden-Echterdingen haben sich am Donnerstagvormittag auf einem Spitzkrautfeld von Bauer Stäbler in Musberg zusammengefunden, um beim traditionellen Krautstart mit Schürze und Messer selbst Hand an die ersten Krautköpfe zu legen.

 

Vorsicht ist dabei höchstes Gebot. Die Messer, mit denen die Haible geschnitten werden, sind blitzscharf. Manch einer erinnert sich gut daran, wie sich vor zwei Jahren der Erste Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen beim Krautstart böse geschnitten hat. In diesem Jahr sind die ersten zehn bis 15 Spitzkrautköpfe ruckzuck und verletzungsfrei abgetrennt und in eine große Holzkiste verfrachtet. Gefehlt hat in diesem Jahr zumindest auf dem Feld ein Vertreter der Stadt: Oberbürgermeister Roland Klenk hatte sich verspätet.

Die Verbraucher müssen mit höheren Preisen rechnen

Dass die Spitzkrauternte 2023 tatsächlich eine gute wird, sei im Juni und Juli jedoch noch keineswegs absehbar gewesen, berichtet Frank Stäbler. Nach der Pflanzung im Mai hatte in den folgenden Wochen das trockene und heiße Wetter dem Kraut ziemlich zugesetzt. „Da war es kritisch“, so der Musberger Landwirt, auf dessen Hof in diesem Jahr der Krautstart zelebriert wird. Auch der Schädlingsdruck sei in diesen heißen Wochen erheblich gewesen.

„Anfang Mitte Juli war klar, dass die Pflanzen nicht richtig wachsen“, erklärt Stäbler. Von da an musste mit viel Wasser künstlich beregnet werden. Gold wert war schließlich der August mit seinen ergiebigen Regenfällen. „Das hat dann viel gerettet.“ Am Ende so viel, dass der Filderlandwirt kurz vor der Ernte zufrieden ist: „Die Spitzkrautköpfe sehen sehr schön aus“, sagt Stäbler und zeigt auf einige sechs bis sieben Kilo schwere Prachtexemplare.

Der Preis für das Spitzkraut wird auch in diesem Jahr steigen. Das hängt jedoch nicht nur mit dem Wasser zusammen, das die Landwirte vergießen mussten. „Vor allem die allgemein gestiegenen Kosten werden sich auf den Krautpreis auswirken“, so Stäblers Prognose.

War im vergangenen Jahr das Kilo Filderspitzkraut im Musberger Hofladen noch für rund 1,20 Euro zu haben, dürften es in diesem Jahr eher 1,50 Euro oder mehr werden, sagt Stäbler, der rund 3000 Spitzkrautköpfe im Jahr erntet.

Für den scheidenden OB Klenk ist es der letzte Krautstart als Ratschef gewesen

Zurück auf dem Hof, ist dann auch Oberbürgermeister Klenk mit von der Partie: Sein letzter traditioneller Krautstart ist auch der erste, bei dem er zu spät kommt, betont er. Der OB erinnert daran, dass die Zeit vor dem kommenden Krautfest für alle Beteiligten „Hochstress“ bedeute. „Doch wir sind auch sehr froh, dass wir nach den Coronajahren uns diese Arbeit wieder machen dürfen,“ sagt Klenk.

Dominique Weig von der Krautfest Echterdingen UG, die seit 2018 das Filderkrautfest veranstaltet, kündigte an, dass in diesem Jahr mehr Stände auf den Straßen zu erwarten sein werden. „Zuletzt waren es 120. In diesem Jahr sind es bisher rund 125 angemeldete Stände.“ Und immer noch gebe es Anfragen, so Weig.

Neuerungen wird es in Leinfelden geben: Corinna Reschka vom dortigen Vereinsring erklärt, dass in dem Stadtteil sowohl am Fest-Freitag als auch am Samstag neue Bands auftreten werden, um für gute Stimmung auf dem Neuen Markt zu sorgen. Für Kinder wird es einen „Klein-gegen Groß“-Wettbewerb geben.

Der Echterdinger Einzelhandel kündigt an, dass am Freitag in Echterdingen die Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet haben. „Den Sonntag unterstützen wir dann mit einem verkaufsoffenen Sonntag“, so Jens Fischer von der Werbegemeinschaft Echterdingen. In Leinfelden wird der Einzelhandel am Freitag bis 20 Uhr und am Samstag bis 17 Uhr seine Türen geöffnet haben.

Fakten zum diesjährigen Krautfest

Termin
Das 45. Filderkrautfest in Leinfelden-Echterdingen findet traditionell am dritten Oktoberwochenende, also in diesem Jahr am 14. und 15. Oktober statt. Am Freitag davor startet das Fest mit einigen Aufwärmveranstaltungen. Geplant sind zahlreiche Vorführungen von Vereinen, Bewirtung und Musik. Einer der Höhepunkte ist das traditionelle Krautkopfhobeln am Sonntag.

Shuttle-Verkehr
Beim Filderkrautfest verbinden wieder vier Bus-Shuttle auf drei Routen die unterschiedlichen Feststandorte. Der Shuttlebetrieb beginnt am Samstag um 13.30 Uhr und endet um Mitternacht. Am Sonntag fahren die Busse von 11 Uhr bis 18.30 Uhr. Anders als in den vergangenen Jahren wird es, laut Stadtmarketing, am Freitagabend kein Shuttle-Angebot geben.

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