Kreditkarte, Paypal und Co. Was ist die sicherste Bezahlmethode im Internet?
Onlineshopping ist bequem und spart Zeit. Doch beim Bezahlen im Netz lauern einige Gefahren. Wie kann man sich vor Betrugsmaschen wie Phishing und Fakeshops schützen?
Onlineshopping ist bequem und spart Zeit. Doch beim Bezahlen im Netz lauern einige Gefahren. Wie kann man sich vor Betrugsmaschen wie Phishing und Fakeshops schützen?
Am Einkauf im Internet führt kaum noch ein Weg vorbei – doch beim Onlineshopping gibt es etliche Risiken. In Deutschland sind Verkäufer nicht gesetzlich verpflichtet, bestimmte Zahlungsmöglichkeiten anzubieten. Kunden können nicht frei wählen, jeder Onlineshop entscheidet selbst, welche Methoden er verwendet. „Bei seriösen Onlineshops gibt es aber in der Regel mehrere Zahlungsoptionen“, sagt Expertin Larissa Hänzgen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unserer Zeitung. Auf Rechnung, mit Karte, per Lastschrift oder Vorkasse? Was gilt es beim Bezahlen im Netz zu beachten, und wie kann man sich vor Betrugsmaschen wie Phishing und Fakeshops schützen?
Kauf auf Rechnung
„Über eine Rechnung zu bezahlen ist die mit Abstand sicherste Bezahlweise“, heißt es bei Zeitschrift „Finanztest“, der Zeitschrift der Verbraucherzentralen, klipp und klar. Beim Kauf auf Rechnung wird die Ware erst bezahlt, nachdem sie angekommen und ohne Beanstandungen ist.
Das sei aus Kundensicht eindeutig von Vorteil, sagt auch BSI-Expertin Hänzgen: „Man hat etwas in der Hand und muss keine Daten eintragen“. Der Kauf auf Rechnung sei daher die sicherste Variante.
Viele Shops im Netz bieten die Option gar nicht an, da sie aus Händlersicht Risiken und Unannehmlichkeiten birgt. Für Käufer ist es zunächst bequem und unverbindlich, im Nachhinein zu zahlen. Allerdings kann man als Vielshopper leicht den Überblick über seine Rechnungen verlieren. Zudem sind Bonitätsprüfungen üblich, mit denen sich Händler vor Zahlungsausfällen schützen. Je nach Kreditwürdigkeit der Kunden können Verkäufer den Rechnungskauf verwehren oder den Betrag begrenzen.
Vorkasse
Hier ist Vorsicht geboten, denn der Käufer geht in Vorleistung, die Bestellung wird erst nach Eingang des Geldes auf dem Konto des Verkäufers verschickt. Das sei riskant, warnt „Finanztest“, denn im Gegensatz zur Lastschrift lasse sich überwiesenes Geld nicht ohne Weiteres zurückbuchen. „Betrüger haben deshalb bei Vorkasse-Zahlungen leichtes Spiel.“ Wenn überhaupt, sollte man nur in Notfällen per Vorkasse zahlen – und nur bei kleinen Beträgen.
Auch BSI-Expertin Hänzgen mahnt bei Vorkasse zur Vorsicht – Onlineshops, die nur diese Zahlungsoption anbieten, seien mit Skepsis zu betrachten.
Bankeinzug oder Lastschrift
Dieses Verfahren ist insofern bequem, als man sich nicht um Rechnungen kümmern muss, da das Geld für eine Bestellung automatisch vom Bankkonto abgebucht wird. Das Konto wird in der Regel erst bei Versand belastet, dennoch zahlen Kunden, bevor sie ihre Bestellung erhalten. Bei Problemen mit der Ware kann das Geld jedoch relativ einfach zurückgeholt werden. Das BSI weist allerdings darauf hin, dass die kompletten Bankdaten übermittelt werden müssen und rät zur Vorsicht: „Das sollten Sie nur tun, wenn Sie dem Händler vertrauen.“
Kreditkarte
Die Zahlung per Kreditkarte ist eine der gängigsten Varianten, die von den meisten Onlineshops angeboten wird. Das Verfahren ist schnell und unkompliziert – Kunden müssen dabei lediglich ihre Daten eintippen. Kommt die Ware nicht an oder ist defekt, bekommt man sein Geld über die Kreditkartenfirmen meist relativ einfach wieder. Wichtig ist, Daten nur verschlüsselt zu übermitteln und vor Cyber-Kriminellen zu schützen. „Das größte Problem bei der Nutzung von Kreditkarten: Betrüger im Internet haben es auf exakt diese Daten abgesehen“, warnt das BSI.
Zu den üblichen Maschen zählt laut Expertin Hänzgen das sogenannte Phishing– dabei fälschen Kriminelle E-Mails, die denen bekannter Webshops oder Firmen ähneln, und Empfänger zur Eingabe sensibler Daten auffordern. Hier gelte es, Absender genau zu prüfen, auf keinen Fall auf Links zu klicken, Anhänge zu öffnen oder Daten einzugeben. Wie können Kunden sich sonst noch schützen? „Man sollte seine Konto-Aktivitäten regelmäßig checken und sich im Klaren sein, dass seriöse Unternehmen solche E-Mails niemals verschicken würden“, so Hänzgen.
Online-Bezahldienste
Vor allem die frühere Ebay-Tochter Paypal hat sich zu einer Großmacht bei der Abwicklung von Onlinekäufen entwickelt. Laut einer Studie des EHI Retail Institute in Köln hat das US-Unternehmen den Kauf auf Rechnung 2022 als am stärksten verbreitete Bezahlmethode beim Onlineshopping in Deutschland überholt. Paypal agiert quasi als Mittelsmann zwischen Händler und Bank, indem es Girokonten oder Kreditkarten mit den Kunden-Accounts auf seiner Plattform verknüpft. Paypal bietet bei vielen Transaktionen Käuferschutz. Nachteil laut Verbraucherzentrale: „Ihre Daten werden von einem Unternehmen verarbeitet, das in den USA ansässig ist.“
Ein großer Paypal-Konkurrent ist der schwedische Anbieter Klarna, der sich auch durch den Trend Buy Now Pay Later einen Namen gemacht hat. Dabei geht es letztlich um Ratenkäufe auf Pump, die Verbraucherschützer wegen Verschuldungsrisiken und versteckter Kostenfallen kritisch sehen.
Bezahlen mit dem Smartphone
Google Pay, Apple Pay und Co. – die dominierenden Betriebssysteme für Mobiltelefone sind mittlerweile mit hauseigenen Bezahldiensten der Hersteller verknüpft. Dabei geht es in erster Linie darum, kontaktlos im Einzelhandel zu zahlen – statt der Kredit- oder Bankkarte zücken Kunden ihr Smartphone und lassen es es an der Ladenkasse scannen. Allerdings lässt sich mit den Apps, die auf die hinterlegten Bank- oder Kreditkartendaten der Nutzer zugreifen, natürlich auch beim Einkauf im Internet zahlen. Die Freigabe erfolgt dabei über das Smartphone – durch Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Passcode.
Betrug
Fakeshops sind betrügerische Websites, die als vermeintliche Händler Waren oder Dienstleistungen im Netz anbieten. Es kann sich dabei um sehr gut gefälschte Kopien tatsächlich existierender Onlineplattformen handeln, die auf den ersten Blick schwer zu erkennen sind und zunächst seriös wirken. Es geht aber immer darum, Kunden abzuzocken.
Faustregel
Bei der Identifizierung von Fakeshops hilft laut Expertin Larissa Hänzgen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine simple Faustregel: „Wenn der Preis zu gut ist, um wahr zu sein, dann ist er es meist auch nicht.“ Merkmale für seriöse Onlineshops seien zudem mehrere Zahlungsoptionen und Kontaktmöglichkeiten, eindeutige Bestellbuttons, ein vollständiges Impressum und eine sichere Verschlüsselung. Obacht sei jedoch immer geboten, Fakeshops könnten täuschend echt wirken, auch Gütesiegel und Bewertungen gefälscht sein. Speziell bei Vorkasse mahnt Hänzgen zur Vorsicht – Onlineshops, die nur diese Zahlungsoption anbieten, seien grundsätzlich mit Skepsis zu betrachten.