Kreis Esslingen gegen Ausgrenzung Wirtschaftsvertreter: „Internationalität hilft dem Standort“

In Kirchheim (unser Foto) und Esslingen demonstrieren Menschen gegen Rechtsextremismus. Foto: Ines / Rudel

Vertreter von Gewerkschaften und Wirtschaftsbranchen warnen ausdrücklich vor einem Erstarken des Rechtsextremismus. Abschottung sei ein schlechtes Geschäftsmodell, insbesondere für einen exportorientierten Landkreis wie Esslingen.

Vertreter aus Wirtschaft und Politik im Kreis Esslingen warnen vor einem Erstarken des Rechtsextremismus und den Folgen für die Wirtschaft. Internationalität sei unverzichtbarer Bestandteil für die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsstärke der örtlichen Unternehmen, sagte die IHK-Bezirkskammer-Präsidentin Heike Kauderer. Ohne internationale Beschäftigte könne etwa die Hotel- und Gastronomiebranche nicht existieren. „Wichtig ist daher ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt als Teil einer gelingenden Integration.“

 

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, so ergänzt Geschäftsführer Christoph Nold, seien eine Bedrohung für die Region und den Wirtschaftsstandort. Auch der stark exportorientierte Landkreis profitiere von offenen Märkten und der europäischen Einigung: „Unsere wirtschaftliche Stärke und unser Ansehen als weltoffener Wirtschaftsstandort können nur auf Freiheit, Respekt und Toleranz beruhen.“

Stärke für den Landkreis

Nationalistische Gesinnungen und Abschottung seien schädlich für den Wohlstand der Region, betonen auch Vertreter aus Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. „Unsere Stärke in Baden-Württemberg, insbesondere im Kreis Esslingen, liegt in der Zusammenkunft vieler Nationalitäten“, sagen Alessandro Lieb, der erste Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen, und Ralph Wurster, Geschäftsführer der Südwestmetall Neckar-Fils, in einer gemeinsamen Erklärung. Ausgrenzung und Spaltung seien noch nie erfolgreiche Geschäftsmodelle gewesen.

Ähnlich äußerte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Wendlingen. Er zielte auch auf die AfD-Forderung ab, aus der EU auszutreten. Das gefährde den Wohlstand in einem Land, das vornehmlich vom Export lebe. Was ein EU-Austritt bedeute, ließe sich in Großbritannien beobachten: „Da kommt jetzt der große Katzenjammer.“

Weitere Themen