Kreis Esslingen Müllsünden nehmen zu

Die Disziplin nimmt ab und die Müllberge schrumpfen. Wilde Ablagerungen sind in Städten zunehmend ein Problem. Foto: Horst Rudel/Archiv
Die Disziplin nimmt ab und die Müllberge schrumpfen. Wilde Ablagerungen sind in Städten zunehmend ein Problem. Foto: Horst Rudel/Archiv

Städte wie Nürtingen oder Esslingen macht vermehrt die illegale Entsorgung von Müll zu schaffen. Verstöße können nur in seltenen Fällen geahndet werden. Brennpunkte sind öffentliche Grünflächen, aber auch Weinberge.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
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Kreis Esslingen - Hausmüll in Säcken oder lose verstreut, Verpackungsreste vom letzten Besuch beim Schnellrestaurant und Sperrmüll: der Nürtinger Bauhof stellt immer häufiger wilde Müllablagerungen im Stadtgebiet fest. Die Mitarbeiter der Stadtreinigung sind mehr denn je damit beschäftigt, illegal entsorgte Hinterlassenschaften zu beseitigen.

Wo gefeiert wird, bleibt Müll liegen

Nürtingen ist kein Einzelfall. Auch andere Städte im Landkreis stellen eine wachsende Disziplinlosigkeit fest. „Die Situation wird tendenziell schlimmer“, sagt der Sprecher der Stadt Esslingen, Roland Karpentier. Unter der Woche, gerade aber auch sonntags habe das städtische Personal alle Hände voll zu tun, um herumliegenden Müll in der Innenstadt zu beseitigen. Unrat findet sich in der warmen Jahreszeit überall wo gefeiert wird, beispielsweise in der Maille, im Merkelpark, aber auch außerhalb auf den Grillplätzen am Jägerhaus oder auf der Esslinger Burg.

Alljährlich im Frühjahr rücken Vereine, Schulen, Initiativen, Gruppen aber auch einzelne Freiwillige bei der Aktion „ES putzt“ aus und befreien die Stadt und die Landschaft um Esslingen von Müll. Das Rathaus sei dankbar für dieses ehrenamtliche Engagement. Doch gleiche die Putzete häufig einer Sisyphusarbeit.

Demnach dauere es nicht lange, und die Gegend vermülle erneut, weiß Roland Karpentier. Zwar drohen bei Verstößen Bußgelder. Doch nur in seltenen Fällen würden Müllsünder erwischt und dann meist infolge von Zeugenhinweisen auch zur Rechenschaft gezogen.

Weingärtner müssen erst einmal Müll auflesen

Übel sieht es teilweise auch in den Esslinger Weinbergen aus. „Bevor die Weingärtner mit der Lese anfangen, müssen sei erst einmal Müll auflesen“, berichtet Karpentier. Auf den nicht asphaltierten Wegen in den Weinbergen sei der Einsatz der städtischen Kehrmaschinen zwecklos.

Für das Landratsamt hingegen stellt wild entsorgter Hausmüll kein echtes Problem dar, erklärt der Sprecher des Landkreises, Peter Keck. Hier bewähre sich offensichtlich das funktionierende und bei der Bevölkerung akzeptierte System der Müllgebühren im Kreis. Schwierigkeiten gebe es jedoch mit Müll, den Stücklesbesitzer auf ihrem Gelände lagern und dessen Entsorgung oftmals eine Herausforderung sei.




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