Gesundheit Was hilft gegen Kreislaufprobleme bei Hitze?

Von Katrin Klingschat  

Wenn im Sommer der Kreislauf schlappmacht, sind oft Kopfschmerzen, Schwindel und Erschöpfung die Folge. Im Beitrag finden Sie alles zu den Ursachen und vor allem, was Sie gegen die Kreislaufprobleme bei Hitze unternehmen können.

Was hilft gegen Kreislaufprobleme bei Hitze? Foto: fizkes/Shutterstock
Was hilft gegen Kreislaufprobleme bei Hitze? Foto: fizkes/Shutterstock

Warum kommt es überhaupt zu Kreislaufproblemen bei Hitze?

Der Körper reagiert sensibel auf extreme Temperaturen. Bei Hitze weiten sich beispielsweise die Blutgefäße, um die Wärme besser abgeben zu können. Dadurch sinkt der Blutdruck, was zu Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen führen kann. Gleichzeitig schwitzen wir bei hohen Temperaturen mehr. Leider vergisst man schnell, im Sommer mehr zu trinken, das heißt dem Körper fehlt Flüssigkeit. Auch das führt wiederum zu Kreislaufproblemen. Die 10 wichtigsten Dinge, um Kreislaufprobleme bei Hitze zu vermeiden, sind Folgende:

#01 – Viel trinken

Bei hohen Temperaturen schwitzen wir mehr, deswegen müssen wir auch mehr Flüssigkeit aufnehmen. Trinken Sie viel Wasser, abgekühlten Tee oder Fruchtsaftschorlen, um den Kreislauf stabil zu halten. Wer körperlich arbeitet, sollte etwa 3 bis 4 Liter pro Tag trinken, für alle anderen sind 2 bis 3 Liter an heißen Tagen das Minimum. Achten Sie darauf, die Flüssigkeit gut über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

Verzichten Sie lieber auf Alkohol, wenn Sie bei Hitze Kreislaufprobleme haben, denn alkoholische Getränke erweitern die Blutgefäße und lassen den Blutdruck (zusätzlich) sinken. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper Wasser, was also dem eigentlichen Ziel widerspricht.

#02 – Pralle Sonne und Mittagshitze meiden

Eigentlich sollte es klar sein, aber wir empfehlen es dennoch: Halten Sie sich vorwiegend im Schatten auf. Auch wenn es sich an heißen Tagen dort kaum kühler anfühlt, meist beträgt der Unterschied ein paar Grad und der Körper ist nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt. So vermeiden Sie zusätzlich zu den Kreislaufproblemen einen Sonnenstich. In der Mittagshitze bleiben Sie am besten gleich ganz drinnen. Wenn Sie sehr empfindlich sind, können Sie an besonders heißen Tagen auch bis 18 Uhr zuhause bleiben. Erst danach fallen die Temperaturen nämlich meistens wieder.

#03 – Kühle Wickel

Tränken Sie einfache Baumwolltücher mit kaltem Wasser und legen Sie diese auf Ihre Beine und/oder Arme, um sich abzukühlen. Dabei ist es nicht nötig, die Tücher fest um die Gliedmaßen zu wickeln. Besser ist es, Sie legen die Wickel locker auf. So gelangt Luft an die Haut und hilft beim Abkühlen. Sie können sich auch ein kühles Tuch auf die Stirn und in den Nacken legen, was Kopfschmerzen lindern kann. Durch den kühlenden Effekt ziehen sich die Blutgefäße im Körper wieder zusammen und der Blutdruck stabilisiert sich.

Haben Sie keine Wickel zur Hand, lassen Sie kaltes Wasser über Ihre Handgelenke laufen.

#04 – Beine hochlegen

Wird Ihnen bei Hitze schwindelig, legen Sie sich am besten auf den Rücken und die Beine nach oben. Legen Sie dafür Ihre Beine beispielsweise auf einem Stuhl oder Sofa ab, stapeln Sie Kissen unter Ihre Füße oder bitten Sie einen Freund, Ihre Füße anzuheben. Mit dieser Position machen Sie sich die Schwerkraft zunutze: Das Blut fließt vermehrt zurück zu Herz und Hirn, was den Kreislauf stabilisiert. Stehen Sie danach langsam wieder auf.

Achtung: Menschen mit Herzschwäche sollten diesen Tipp nicht anwenden. Das Herz könnte hiervon überfordert werden.

#05 – Erfrischungssprays nutzen

Sie wissen, dass Sie bei Hitze unterwegs sein werden und haben keine Möglichkeit, beispielsweise kalte Wickel anzuwenden? Dann packen Sie Erfrischungssprays an. Sprühen Sie Arme, Beine und Gesicht regelmäßig ein, um für Abkühlung zu sorgen. Erfrischungssprays können Sie in der Drogerie kaufen oder selber machen. In unserem Artikel finden Sie 6 Rezepte für Bodysprays.

#06 – Richtige Ernährung

Achten Sie bei hohen Temperaturen auf eine gesunde, leichtbekömmliche Kost. Salate und Gemüse liefern wichtige Nährstoffe und viel Flüssigkeit, ebenso wie Obst und frische Kräuter. Greifen Sie bei Hitze eher zu Geflügel und Fisch statt zu rotem Fleisch und lassen Sie ab und zu die Küche auch mal kalt, das entspannt den Stoffwechsel. Achten Sie außerdem darauf, Ihre Mahlzeiten gut über den Tag zu verteilen und sich nicht mit zu vollem Magen in die Hitze zu begeben.

Weitere Tipps: Essen bei Hitze – Gerichte für die leichte Sommerküche

Eine gesunde Ernährung hilft, um Kreislaufproblemen bei Hitze vorzubeugen. Bild: Ternavskaia Olga Alibec/Shutterstock

#07 – Bewegung

Auch wenn es schwerfällt: Bewegung ist auch bei Hitze gesund. Verzichten Sie aber auf Sporteinheiten in der prallen Hitze am Nachmittag. Gehen Sie am besten direkt morgens, wenn es noch etwas kühler ist, eine Runde spazieren oder Radfahren. Auch ein Besuch im Schwimmbad oder Wassersportarten am See oder Meer sind für viele im Sommer eine willkommene Alternative.

#08 – Sauna und Wechselduschen

Sauna bei Hitze? Ganz richtig. Auch bei hohen Außentemperaturen trainiert ein Besuch in der Sauna das Nervensystem sowie den Kreislauf und regt zusätzlich den Stoffwechsel an. Wenn die Sauna im Hochsommer nichts für Sie ist, können Sie zuhause auch ganz einfach Wechselduschen durchführen. Beenden Sie dazu einfach Ihre normale Dusche, indem Sie das Wasser am Ende auf eine kalte, aber noch aushaltbare Temperatur für etwa 30 bis 60 Sekunden stellen. In der Zeit duschen Sie Ihre Gliedmaßen in Richtung Herz ab (stets beginnend am rechten Fuß) und im Anschluss Oberkörper und Kopf.

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#09 – Sonnenschutz

Vor einem Sonnenbrand schützt die Sonnencreme, vor Kreislaufproblemen können Sie Hüte und Kappen bewahren. Achten Sie auch auf Ihre Kleidung. Oft greifen wir automatisch zu kurzen Shirts und Hosen, wenn es heiß wird, das ist jedoch nicht immer ratsam. Sehr viel angenehmer sind lange, weite Kleidungsstücke, sodass Luft unter den Stoff gelangen kann, um die Haut zu kühlen.

#10 – Klimaanlagen meiden

Viele empfinden Klimaanlagen in Autos, Geschäften und Büros besonders an heißen Tagen als Erleichterung. Dennoch können Sie auch einen negativen Effekt haben. Denn ist der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen zu groß, hat der Körper Probleme, sich auf diese Schwankungen einzustellen. Die Folge sind vermehrte oder stärkere Kreislaufprobleme. Wenden Sie Klimaanlagen daher nur vereinzelt an und stellen Sie diese nicht zu kalt ein. Greifen Sie zwischendurch lieber zu einem Ventilator oder öffnen Sie morgens und abends die Fenster.

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Hitzeerschöpfung, Hitzschlag und Sonnenstich – Was tun?

Wenn der Körper über längere Zeit Hitze ausgesetzt ist, kann es zu einer Hitzeerschöpfung oder einem Sonnenstich kommen. Bei einer Hitzeerschöpfung reagiert der Körper mit heftigem Schwitzen, Schwäche, Kopfschmerzen, Durst und Schwindel. Bei einem Sonnenstich ist meist nur der Kopf betroffen, weswegen dieser oft schmerzt und hochrot anläuft. Aber auch Schwindel und Übelkeit gehören zu den Symptomen des Sonnenstichs, ebenso wie ein steifer Nacken und Verwirrtheit.

  • Unternehmen Sie bei einem Sonnenstich oder einer Hitzeerschöpfung folgendes:
  • Bringen Sie die betroffene Person in eine kühlere Umgebung und raus aus der Sonne.
  • Bedecken Sie die Person mit allem, was Kühlung verschafft, zum Beispiel feuchte Tücher.
  • Legen Sie die Person auf den Rücken, die Beine sollten dabei hochgelagert werden.
  • Die betroffene Person sollte ein isotonisches Getränk trinken oder einen Liter Wasser, in dem ein Teelöffel Salz aufgelöst wurde. Achtung: Nur, wenn die Person bei Bewusstsein ist und selbstständig trinken kann! Ist dies nicht der Fall, rufen Sie einen Arzt.
  • Kontrollieren Sie in Abständen von wenigen Minuten die Temperatur der betroffenen Person.

Falls die Person das Bewusstsein verliert, sich erbricht, apathisch wirkt oder andere heftige Beschwerden zeigt, sollte ein Arzt verständig werden. Im schlimmsten Fall kann eine Hitzeerschöpfung in einen Hitzschlag übergehen.

Bei einem Hitzschlag steigt die Körpertemperatur innerhalb von 10 bis 15 Minuten stark an, was lebensgefährlich sein kann. Weitere Symptome eines Hitzschlags sind der plötzlich ausbleibende Schweiß und somit trockene, heiße Haut sowie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Krämpfe und Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Da es für Laien nicht einfach ist, eine Hitzeerschöpfung von einem Hitzschlag zu unterscheiden, sollte im Zweifel immer der Notarzt alarmiert werden. Bringen Sie die Person bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage.

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