Kreisliga A Aufwärtstrend und Abstiegsangst

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Nach aktuellem Stand der Dinge wären von den neun Kreisliga-A-Teams aus dem Stuttgarter Norden in der kommenden Saison nur noch deren drei vertreten.

Luca Luchetta (v.) pendelt beim MTV zwischen erster und zweiter Mannschaft. Foto:  
Luca Luchetta (v.) pendelt beim MTV zwischen erster und zweiter Mannschaft. Foto:  

Stuttgarter Norden - Neun Mannschaften aus dem Stuttgarter Norden verteilen sich aktuell auf die drei Kreisliga-A-Staffeln im Fußballbezirk Stuttgart. Wäre schon jetzt das Saisonende erreicht, dann wären es in der kommenden Spielzeit nur noch deren drei: Die Sportvg Feuerbach II, der SSV Zuffenhausen II und der TSV Weilimdorf II. Nach oben hätten sich N.A.F.I. Stuttgart, zurzeit Tabellenführer der Staffel 1, und der TV Zazenhausen, Spitzenreiter der Staffel 3 verabschiedet. Für den ASV Botnang, den FC Feuerbach, den SC Stammheim II und den MTV Stuttgart II würde der Weg eine Klasse tiefer in die „Sicherheitsliga“ führen. Denn schließlich gibt es ab der Saison 2015/2016 nur noch zwei statt drei Kreisliga-A-Staffeln, was in der laufenden Runde eine verschärfte Abstiegsregelung nach sich zieht. Nun werden sich die beiden Führenden sicherlich nicht beschweren, wenn sie auch am Ende der Saison auf Platz eins stehen. Aber die vier auf den Abstiegsplätzen rangierenden Clubs haben sich keinesfalls mit ihren Schicksal abgefunden.

Die Titelanwärter: Was vor dem ersten Spiel galt, gilt bei N.A.F.I. Stuttgart auch für den Rest der Runde: „Wir können uns nur selbst schlagen“, sagt Trainer Damir Bosnjak. Die Bilanz spricht für sich: zehn Siege und zwei Unentschieden verbuchte N.A.F.I. in den bislang absolvierten Spielen, vier Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellenführers in der Staffel 1 auf Verfolger Spvgg Cannstatt. Und so gab es wenig Grund, das Personal zu ändern. In Marijan Kelentric (Croatia Stuttgart) ist nur ein Abgang zu verzeichnen. Dafür kam Eren Sonal vom TV Pflugfelden zu Bosnjaks Team. Den immer wiederkehrenden Gerüchten, dass sich einige Spieler von N.A.F.I. mit Abwanderungsgedanken tragen, weiß Bosnjak zu entkräften. „Wir haben meistens 16 oder 17 Mann im Training“, sagt der Trainer. „Bei den Spielen fehlt nur dann jemand, wenn ich ihn suspendiert habe.“

Weder Zu- noch Abgänge verzeichnet der TV Zazenhausen, der in der Staffel 3 die Tabelle anführt. „Kein Grund, kein Bedarf“, sagt TVZ-Coach Emrah Uyar, dessen Mannschaft in 13 Saisonpartien zehn Siege, zwei Remis und eine Niederlage einfuhr. Der Trainer, ein eher kritischer Vertreter seiner Zunft, bewertet den bisherigen Rundenverlauf als „zufriedenstellend“, traut dem Frieden aber nicht. „Erst müssen meine Spieler beweisen, dass sie die Leistung der Vorrunde in der Rückrunde bestätigen können.“ Trotz eines Vier-Punkte-Polsters auf den zweitplatzierten Stuttgarter SC ist sich Uyar sicher: „Das wird bis zum Ende eine ganz enge Geschichte.“

Die Gesicherten: Da wäre vorrangig die Sportvg Feuerbach II zu nennen, derzeit Dritter in der Staffel 1. Und beinahe hätte die Feuerbacher Reserve ernsthaft angreifen müssen. Denn es war durchaus ein Gedanke, dass einem Abstieg der ersten Mannschaft aus der Bezirksliga durch den Aufstieg der zweiten in diese Klasse der Schrecken zu nehmen wäre. Doch durchgesetzt hat sich dieser Plan nicht. „Viel zu vage“, sagt Sportvg-Trainer Jochen Weber. „N.A.F.I. wird durchmarschieren, dann müssten wir Cannstatt abfangen und dann noch die Relegation überstehen.“ Deshalb so steht für das personell unveränderte Team nur der Klassenverbleib als Ziel an. „Noch zehn Punkte mehr, dann müsste es geschafft sein“, vermutet Weber, dessen Mannschaft bislang 25 Zähler geholt hat.

Gemessen daran fehlen dem SSV Zuffenhausen II noch 14 Punkte, um einem Abstieg zu entgehen. Auch die SSV-Reserve hat weder Zu- noch Abgänge, dafür aber zwei Rückkehrer. David Schlenker und Mirsel Becirovic, die in der Vorrunde aufgefallen waren, werden in der Rückrunde des Zuffenhäuser Kader verstärken. Dafür fällt Dennis Schrenk noch einige Zeit aus. Er hat sich in einem Testspiel einen Mittelfußbruch zugezogen. SSV-Coach Manuel Porubek ist dennoch guter Dinge, dass der Klassenverbleib gelingt. Und er sorgt sich auch ein bisschen um die Konkurrenz. „Es erwischt mindestens zwei Mannschaften, die es eigentlich nicht verdient haben.“

Geht es nach Michael Bachmann, dann soll der TSV Weilimdorf II nicht zu denjenigen gehören, die in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga B antreten müssen. „Wenn wir drin bleiben könnten, das wäre das Mega-Ziel“, sagt der Spielleiter des TSV. Und da vertraut er voll und ganz auf das Trainergespann Ilija Simunovic/Ermias Ghilazghi. „Die machen eine Super-Arbeit.“ Abgänge gibt es keine zu verzeichnen, Zugänge ebenfalls nicht – weil ja immer noch die Option besteht, dass gelegentlich Kicker aus der ersten Mannschaft bei der Reserve aushelfen können.

Die Gefährdeten: Den wohl größten personellen Umbruch hat der ASV Botnang vollzogen, der in der Staffel 1 fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz hat. „Wir werden uns mit Macht gegen den Abstieg stemmen“, verspricht Andreas Paul, Spielleiter und inzwischen auch Interims-Coach der Botnanger. Paul sprang ein, nachdem sich der Club im November von Christos Chamalidis getrennt hat. Apropos Trennung: Harry Boateng-Nickels (FSV Waiblingen), Drinor Balay (SG Stuttgart-West), Marvin Dasalou (eigene zweite Mannschaft), Elijah Boateng (verletzungsbedingtes Karriereende) und Sven Volk (pausiert) stehen dem ASV im Kampf um den Klassenverbleib nicht mehr zur Verfügung. Dafür verstärkte sich der Club mit Melvin Alavac (Sportvg Feuerbach), Gregor Mitropoulos (TSF Ditzingen), Kai Münzing (eigene zweite Mannschaft), Fahrid Suman (TSV Rohr), Nico Sartorius (pausierte) sowie Ugur Özyilmaz und Ismail Alval (beide SV Ümmet Stuttgart).

Drei Neuverpflichtungen und zwei Pendler sollen dazu beitragen, den MTV Stuttgart II in der Kreisliga A zu halten. Namentlich sind das die Zugänge Patrick Nemeth (SV Gablenberg), Marius Faisst (pausierte) und Duncan Cunion (pausierte) sowie Daniel Melling und Luca Luchetta, letzterer auch Spielleiter des MTV. „Daniel Melling und ich helfen nur so lange bei der ersten Mannschaft aus, bis sich die personelle Lage dort gebessert hat“, sagt Luchetta. Was die zweite Mannschaft betrifft, ist sich der Spielleiter sicher: „Wenn das Team sein Potenzial abruft, dann bleiben wir drin. Leider hat die Mannschaft das in der Vorrunde zu selten gemacht.“

Der SC Stammheim II hat seine Hoffnungsträger nicht bei anderen Vereinen, sondern im eigenen Lazarett gefunden. „Uns haben in der Hinrunde neun Stammspieler gefehlt, die bis auf wenige Ausnahmen alle wieder fit sind“, sagt SC-Coach Arne Voika. „Wenn es uns gelingt, eine Serie zu starten, dann bin ich zuversichtlich, dass wir den Klassenverbleib schaffen können.“