Kreistagswahl in Göppingen Prominente Namen ziehen Stimmen

Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till hat bei der Kreistagswahl mehr als 10000 Stimmen geholt und ist damit Stimmenkönig. Foto: privat
Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till hat bei der Kreistagswahl mehr als 10000 Stimmen geholt und ist damit Stimmenkönig. Foto: privat

Die Riege der Rathauschefs im Göppinger Kreistag ist künftig mehr als doppelt so groß. Denn bekannte Namen ziehen besonders. Auch Göppingens OB Till schaffte den Einzug. Einziger Wermutstropfen für ihn: Auch sein Intimfeind Christian Stähle von der Linkspartei sitzt künftig im Kreisparlament.

Region: Andreas Pflüger (eas)
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Göppingen - Die SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Binder und Peter Hofelich haben dem Göppinger Kreistag schon in der nun zu Ende gehenden Amtsperiode angehört. Nun erhalten die beiden „Verstärkung“ in Person ihrer CDU-Kolleginnen Nicole Razavi und Jutta Schiller. Einen deutlichen Zuwachs bekommt auch eine andere Riege: die der Rathausoberen.

So viele Rathauschefs wie noch nie

Neben dem Göppinger Oberbürgermeister Guido Till (CDU) schaffte auch seine erste Bürgermeisterin Gabriele Zull den Sprung ins Kreisparlament – und zwar als unangefochtene Stimmenkönigin der Freien Wähler. Damit nicht genug: neben dem Uhinger Schultes Matthias Wittlinger (CDU) sowie seinen Pendants aus Bad Boll, Hans-Rudi Bührle, und Rechberghausen, Reiner Ruf (beide Freie Wähler), werden dem Gremium in Zukunft auch die Bürgermeister aus Süßen (Marc Kersting), Bad Ditzenbach ( Gerhard Ueding) und Gingen ( Marius Hick / alle CDU) sowie Jochen Bidlingmaier aus Albershausen (Freie Wähler) angehören. Sie machen das Ausscheiden ihres Salacher Amtskollegen Bernd Lutz (Freie Wähler) mehr als wett, der sich nicht mehr um ein Mandat bemüht hatte. Insgesamt hat sich damit das Rezept bewährt, wonach prominente Namen Stimmen bringen. Nicht nur im Abschneiden der CDU, die um mehr als vier Prozent zulegen und damit ihr Minus von 2009 fast wieder auszugleichen vermochte, wird das deutlich.

SPD kann sich behaupten

Weitgehend auffangen konnte die SPD, dass mit Jürgen Lämmle und dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Peter Feige gleich zwei Wahl-Lokomotiven nicht mehr angetreten sind. Wären die beiden mit von der Partie gewesen, hätten die Sozialdemokraten im Vergleich zum letzten Urnengang allerdings kaum 1,6 Prozent eingebüßt. Immerhin: Die Zahl der Sitze ist trotz des leichten Minus’ gleich geblieben.

Grüne gewinnen ohne große Namen

Als Gewinner dürfen sich durchaus auch die Grünen fühlen, bei denen bekannte Namen eher fehlen, die aber dennoch ein Mandat hinzugewinnen konnten. Jubel gab es ebenfalls bei der Linken, die es aus dem Stand heraus bei der Kreistagswahl auf etwas mehr als drei Prozent brachte. Der Göppinger Gemeinderat Christian Stähle – dazu bedarf es keiner allzu großen prophetischen Gaben – wird künftig versuchen, sich als Einzelkämpfer im Kreistag entsprechendes Gehör zu verschaffen. Gespannt darf man sein, inwieweit dort die seit Jahren anhaltende Fehde mit OB Guido Till ihre Fortsetzung findet.

Die FDP sackt ab

Großer Verlierer ist die FDP, die nun ihre Wunden lecken muss. Die Liberalen büßten vier und damit die Hälfte ihrer Sitze ein. Als Hauptgrund, das wurde gestern bei Gesprächen im Landratsamt und im Göppinger Rathaus deutlich, werden die nach wie vor anhaltenden Querelen im Kreisverband, wird noch mehr aber der bundesweite Abwärtssog der Partei angeführt. Ins Kontor schlug aber gewiss auch, dass Tobias Hösch der FDP den Rücken gekehrt hatte – und zur Wahlerst gar nicht mehr angetreten war.

Zull und Till im Gleichschritt

Etwas mehr erhofft hatten sich mit Sicherheit die Piraten, die im Wahlkampf zwar starke Präsenz gezeigt und sich zu etlichen Themen, wie etwa dem geplanten Klinikneubau, kritisch zu Wort gemeldet hatten. Richtig überzeugen konnten sie die Wählerschaft, die ihr noch nicht einmal ein Prozent der Stimmen gönnte, aber offensichtlich nicht. Hoch erfreut zeigte sich hingegen der Göppinger Rathauschef Guido Till, der mehr als 10 700 Stimmen auf sich vereinen konnte. „Auch wenn ich mich im Kreistag nicht nur als Vertreter der Hohenstaufenstadt sehe, sondern natürlich das Große und Ganze im Blick behalten werde, ist es gut, dass für die Kreisstadt dort jetzt zwei Vertreter sitzen“, erklärte er. Gabriele Zull unterstrich das Statement ihres Chefs: „Ich habe meine Kandidatur nie als Zweikampf betrachtet, und es ist ein Vorteil, dass wir beide die Interessen der Stadt Göppingen im Kreistag einbringen können“, sagte die Bürgermeisterin.




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