Kreta Kroko Sifis auf der Flucht

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Ein Krokodil, das in einem Stausee auf der griechischen Insel Kreta lebt, entkommt selbst dem Profijäger. Es gibt inzwischen Videobilder und Fotos von Sifis. So haben die Kreter ihr Krokodil genannt.

Auf Kreta sorgt ein Krokodil für Aufregung. Foto: picture alliance
Auf Kreta sorgt ein Krokodil für Aufregung. Foto: picture alliance

Kreta - Fast hätte Olivier Behra das Krokodil erwischt. Er hielt die Echse schon mit beiden Händen gepackt. Aber das Tier entwischte ihm – zum Glück, ohne zuzubeißen. Seit Anfang Juli im Stausee Limni Potamon bei der kretischen Stadt Rethymnon ein Krokodil gesichtet wurde, ist die griechische Insel in Aufregung. Es gibt inzwischen Videobilder und Fotos von Sifis. So haben die Kreter ihr Krokodil genannt, eine Koseform des auf der Insel häufigen Namens Josef. Vermutlich handelt es sich um ein „Haustier“, das von seinem Besitzer ausgesetzt wurde, als es zu groß wurde.

Aber alle Versuche, die Panzerechse einzufangen, sind bisher gescheitert. Jetzt musste sogar der Franzose Olivier Behra, ein berühmter Krokodilfänger, unverrichteter Dinge wieder aus Kreta abreisen. Anfangs hatten örtliche Experten rund um den Stausee Käfigfallen aufgestellt, in die sie das Tier zu locken versuchten. Der Stausee, für den inzwischen ein Badeverbot erlassen wurde, hat eine Küstenlänge von zwölf Kilometern und ist bis zu 50 Meter tief. Sifis scheint die in den Fallen für ihn ausgelegten Köder, tote Hühner, zu verschmähen. Er schnappt sich lieber Enten oder andere Wasservögel, die es am See in großer Zahl gibt. Das Krokodil wirke gut genährt, stellten Experten durchs Fernglas fest.

Auch der Krokodilfänger war erfolglos

Während die Fallensteller vergeblich auf Sifis warteten, wuchs der Druck auf die Behörden. Wenn das Tier nicht in die Falle gehe, werde man den Krokodilfänger Olivier Behra anfordern, kündigte Anfang August Vangelis Mamangakis an, der für den Stausee verantwortliche Verwaltungsbeamte. Für Behra werde es „ein Leichtes sein, Sifis zu fangen“, glaubte er. Behra, der auf Madagaskar lebt, kam nach Kreta. Drei Nächte lang versuchte Behra sein Glück. Einmal bekam er das Tier kurz zu fassen, dann entwischte Sifis wieder. Tags darauf reist Behra ab. Er hat einen Auftrag in Mexiko. Damit sind die Kreter wieder auf sich selbst gestellt. Immerhin weiß man nun: es handelt sich bei Sifis um ein ägyptisches Nilkrokodil der Spezies Crocodylos niloticus im Alter von vier oder fünf Jahren. Inzwischen hat es sogar seine eigene Seite bei Facebook: „Sifis und seine Freunde“. Viele Kreter haben die Echse in ihr Herz geschlossen. Und immer mehr Stimmen fordern: Lasst Sifis doch einfach in Ruhe!