Kriminalität und Migration Tabus schützen nicht vor Gewalt
Zunehmende Gewaltkriminalität ist auch eine Folge der Migration. Das zu leugnen, wäre so fatal wie voreilige Schlüsse, meint StZ-Autor Armin Käfer.
Zunehmende Gewaltkriminalität ist auch eine Folge der Migration. Das zu leugnen, wäre so fatal wie voreilige Schlüsse, meint StZ-Autor Armin Käfer.
Die gute Nachricht vorweg: Historisch gesehen haben wir immer noch eher niedrige Kriminalitätsraten. Das gilt selbst für Gewaltdelikte. Langfristig ist ein Prozess der Zivilisierung im Umgang miteinander unverkennbar. Das taugt allerdings nicht als Argument gegen die aktuellen Trends der Kriminalstatistik. Für Baden-Württemberg sind sie schon bekannt, für den Bund werden sie an diesem Dienstag offiziell veröffentlicht. Die wichtigsten Botschaften sind beunruhigend: eine rapide ansteigende Zahl von Straftaten, vor allem im Bereich der Gewaltkriminalität.
Leben wir in einer Brutalo-Republik Deutschland? Die Hemmschwelle für Gewalt sinkt offenkundig. Roheitsdelikte erreichen ein Rekordniveau. Konflikte würden heutzutage schneller mit Fäusten oder gar mit dem Messer ausgetragen, sagen Experten. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bringt es auf den Punkt: „Die Zündschnur ist kürzer geworden.“ Die erhöhte Neigung zur Gewalt korrespondiert mit einer allgemeinen Erregtheit, die sich nicht immer mit Prügeln Bahn bricht, vielfach auch in Pöbeleien, verbaler Enthemmung – oder politischer Radikalität. Befeuert wird das durch vermeintlich soziale Medien – mit tatsächlich asozialen Effekten.
Heikel ist ein Blick hinter die bloßen Fallzahlen. Gerade bei der Gewaltkriminalität sind ausländische Tatverdächtige eindeutig überrepräsentiert. Das lässt sich nicht schönreden. Insgesamt sind Asylbewerber unter den Klienten der Kriminalpolizei dreimal so häufig vertreten, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde.
Dennoch ist klar: die meisten Migranten sind weder kriminell noch gewalttätig. Auch wenn sich pauschale Schuldzuweisungen verbieten, sind jene Fakten Wasser auf die Mühlen radikaler Kräfte, die ihre politische Existenz ganz wesentlich der Hetze vor Fremden verdanken. Noch fataler wäre es allerdings, offenkundige Zusammenhänge zu verschweigen oder die Information darüber zu tabuisieren. Damit lassen sich die eigentlichen Probleme nicht aus der Welt schaffen. Sie haben mit einer in wachsendem Maße unkontrollierten Migration, mit blinden Flecken in der politischen Wahrnehmung und mit mangelnder Konsequenz zu tun.
Asylanträge stellen in Deutschland nicht vorrangig die Menschen, die es am dringendsten nötig hätten, sondern vor allem jene, die sich das Honorar für Schleuser leisten können oder imstande sind, sich auf eigene Faust durchzuschlagen: überwiegend junge Männer. Unter jungen Männern ist die Neigung zur Gewalt besonders groß, das gilt auch für Deutsche. Im Fokus stehen in diesem Kontext jedoch vor allem junge Männer aus Nordafrika. Sie sind auch im Vergleich mit anderen Migranten überproportional häufig straffällig – häufiger als andere auch mehrfach. Die Gewalt kommt nicht von ungefähr. Oft ist sie eine Folge eigener Gewalterlebnisse, Erbe einer Erziehung, die auf Gewalt beruht oder (männliche) Gewalt gar verherrlicht. Entschuldigen lässt sich damit nichts – schon gar keine Straftaten.
Was tun? Deutschland ist dringend auf Migration angewiesen – auf Zuzügler, die hier arbeiten, nicht auf importierte Kriminalität. Arbeit fördert die Integration und immunisiert gegen Kriminalität. Voraussetzung wäre eine verbesserte Kontrolle der Migration. Unverzichtbar ist zudem mehr Konsequenz: notorische Straftäter sind abzuschieben, bei Gewalttaten muss die Strafe prompt erfolgen. Nach der Stuttgarter Krawallnacht 2020 wurden mehr als 150 Randalierer ermittelt und mehr als 125 Jahre Haft verhängt. Das ist eine adäquate Antwort des Rechtsstaats gegen anwachsende Gewalt.