Krippe in Renningen „Stille Nacht“ erklingt in albanischer Sprache

Von Holger Schmidt 

Der kosovarische Bischof Dodë Gjergji spricht an der Krippe und wirbt um Respekt und Liebe.

Am Vorabend zu den Heiligen Drei Königen gestaltet Bischof Dodë die Messe an der Renninger Krippe. Foto: factum/Bach
Am Vorabend zu den Heiligen Drei Königen gestaltet Bischof Dodë die Messe an der Renninger Krippe. Foto: factum/Bach

Renningen - An illustren Persönlichkeiten herrscht an der berühmten Renninger Krippe von jeher kein Mangel. Und doch gab es bei der Abendmesse am Samstag eine absolute Premiere in der Malmsheimer Martinuskirche. Denn noch nie zuvor erklang dort das weltbekannte Weihnachtslied „Stille Nacht“ in albanischer Sprache. Dafür sorgten Dodë Gjergji, Bischof aus Pristina im Kosovo, Albert Krista, als Pfarrer deutschlandweit für die albanischen und kosovarischen Christen zuständig, der Chor der albanischen Gemeinde Stuttgart sowie gut 200 Gottesdienstbesucher.

Segensreiche Wirkung für viele Menschen

„Stille Nacht“ ist auch das Thema der diesjährigen Renninger Krippe. Natürlich nutzte der Gastgeber, Pfarrer Franz Pitzal, die Gelegenheit, über die genau 200-jährige Geschichte des heute weltweit in über 300 Sprachen gesungenen Liedes zu berichten, seine segensreiche Wirkung für viele Menschen und Weihnachten allgemein. Und natürlich erklärte der umtriebige Gottesmann im Anschluss den interessierten Gästen, die auch von weiter her nach Malmsheim gekommen waren, gerne ‚seine’ Krippe und lud sie hinterher zum großen Zusammensein ein.

Dazwischen aber sorgte Bischof Dodë Gjergji mit einem frohen, die Herzen bewegenden Gottesdienst und seiner Botschaft universeller Liebe für viel Ermunterung. „Es ist schwer zu sehen, ob Europa heute eine Seele hat“, so die kritischen Worte des weit gereisten Gastes, dem Franz Pitzal bereits an Ostern und im Sommer begegnet ist. Von einer „Debatte fast ohne Respekt und Liebe, weil die Menschen weit weg von Jesus leben,“ sprach Bischof Dodë auch angesichts von Flucht und Vertreibung. „Ohne Glauben kann ich nichts tun“, setzte er dem entgegen. Neue Kräfte, Hoffnung und Frieden im Herzen könne man nur an der Krippe Jesus, dem heiligen Sakrament und der Kirche Christi finden. „Wir müssen Jesus akzeptieren als Begleiter auf unserem Lebensweg“, appellierte der Bischof aus der kosovarischen Hauptstadt an die Gemeinde, „auf diesem Weg sehen wir uns alle als Brüder und Schwestern“.

Opfer geht an Kindergarten in Pristina

Bischof Dodë Gjergji, der mit seiner Predigt nicht nur die Landsleute, sondern auch manchen alteingesessenen Malmsheimer mitriss, musste nicht mit leeren Händen die Heimreise antreten. Denn das Opfer der Vorabendmesse des Dreikönigssonntags soll dabei helfen, in Pristina einen Kindergarten aufzubauen und damit Kindern in Not ein neues Heim zu schaffen. Die Renninger Krippe selbst ist noch bis zum 3. Februar geöffnet und kann täglich, außer während der dort stattfindenden Veranstaltungen, zwischen 9 und 18 Uhr besichtigt werden.