Kritik an VfB-Neuzugang Maza Doping wider Willen?

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Der Neuzugang Maza bezieht Stellung zum Skandal beim Gold Cup. Dort wurde Maza und vier Kollegen positiv auf ein Dopingmittel getestet.  

Maza lächelt fast immer. Foto: dpa
Maza lächelt fast immer. Foto: dpa

Stuttgart - Das Erste, das auffällt, ist sein Lächeln. Francisco Javier Rodriguez Pinedo (29), kurz Maza genannt, lächelt, als er die Geschäftsstelle des VfB Stuttgart betritt, wo er als dritter Neuzugang des Clubs nach Ibrahima Traoré und William Kvist vorgestellt wird. Er lächelt, als der Manager Fredi Bobic erklärt, das "z" bei Maza werde wie ein "s" ausgesprochen. Und er lächelt auch, als ihm die Reporter später ein paar Fragen stellen. Einmal ist aber alles anders. Da lächelt er nicht.

Dazu ist die Sache auch zu ernst. Denn beim Gold Cup, der im Juni in den USA stattgefunden hat, wurde bekannt, dass Maza und vier seiner Kollegen aus der mexikanischen Nationalmannschaft positiv auf das Dopingmittel Clenbuterol getestet worden sind. Das ergab sowohl die A- als auch die B-Probe, die der mexikanische Fußball-Verband bereits am 21. Mai durchgeführt hatte. Die Nachricht machte weltweit die Runde, ein Skandal drohte. Die Spieler wurden sofort vom Turnier ausgeschlossen.

"Ich war immer ein ehrlicher Spieler"

Mit einigem Abstand zum 21. Mai veranlasste der mexikanische Verband eine Nachuntersuchung an der Universitätsklinik Los Angeles. Da war das Resultat dann negativ, wobei sich Clenbuterol jedoch schon nach wenigen Tagen im Körper nicht mehr nachweisen lässt. Die Begründung für die unterschiedlichen Messergebnisse lautete, dass die Spieler im Mai mit Clenbuterol verseuchtes Fleisch gegessen hätten. Dieses Kälbermastmittel wird auch bei der Behandlung von Asthma eingesetzt - und hat durchaus eine Vergangenheit in der Dopinggeschichte. So wurde die damalige Sprintweltmeisterin Katrin Krabbe bereits 1992 wegen der Einnahme des Medikaments lange gesperrt. Und der spanische Tour-de-France-Sieger Alberto Contador steht seit 2010 unter Clenbuterolverdacht.

Maza und seine vier Teamkameraden wurden dagegen in der vergangenen Woche von der Disziplinarkommission ihres Verbands freigesprochen - mit dem Hinweis auf das verunreinigte Fleisch. Dazu passt, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seit April vor Clenbuterol in Nahrungsmitteln warnt, die speziell in China und Mexiko auf dem Markt sein sollen. So schloss sich auch der Weltfußballverband Fifa der mexikanischen Argumentation an. Der Präsident Joseph Blatter sagt: "Wir sind mit der Entscheidung völlig einverstanden. Sobald wir die offiziellen Dokumente erhalten haben, wollen wir den Fall abschließen" - vorbehaltlich, die schon angerufene Weltantidopingagentur (Wada) stimmt dem letztlich zu.

Erst einmal ist Maza aber erleichtert, der in Anspielung auf seinen Geburtsort so heißt. "Ich war immer ein ehrlicher Spieler und bin in meiner ganzen Karriere sauber geblieben. Dieser Vorfall war ein Unfall", sagt er. Damit ist das Thema für ihn erledigt - und für den VfB auch. Der Club habe sich vor der Verpflichtung des Innenverteidigers, der für rund 2,5 Millionen Euro vom PSV Eindhoven kommt, abgesichert, sagt Bobic: "Der mexikanische Verband hat uns den Freispruch schriftlich bestätigt." Da lächelt dann auch Maza wieder.